Der kleine Prinz in Film und Theater

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Der Film, der im Archiv landete

Der Kleine Prinz als Farbfilm der DEFA

mit Christel Bodenstein, Eberhard Esche, Inge Keller und Wolfgang Heinz; Regie: Konrad Wolf

Geplant für den Start des DDR-Farbfernsehens

Der Film, mit großem Aufwand und in Farbe gedreht, sollte als erster Farbfilm zum Start des DDR-Farbfernsehens laufen. Pünktlich zum 20. Republik-Geburtstag, am 7. Oktober 1969, drückte der damalige Partei- und Staatschef, Walter Ulbricht, persönlich den Startknopf.
Man will es fast gar nicht mehr für möglich halten, Farbfernsehen in der DDR seit 1969. Das nützte jedoch nur wenigen, da selbst Schwarz-Weiß-Fernsehgeräte drei und mehr Monatslöhne eines einfachen Arbeiters verschlangen. Einen Farbfernseher konnte sich zu dieser Zeit kaum jemand leisten.
Es muss so um 1978 gewesen sein, als ich glücklicher Besitzer eines solchen Geräts wurde. „Raduga“, ca. 3.500 Ostmark, ein sowjetisches Spitzenprodukt mit massivem Holzgehäuse, von dem man meinte, es sei von Hand aus einem kompakten Stück sibirischer Kiefer geschnitzt worden. So schwer, dass man entweder einen ebenso massiven Unterbau brauchte oder in den Anbauschrank aus Pressspanplatten eine zusätzliche Stützkonstruktion einbauen musste.
Allein, aus dem Start mit dem kleinen Prinzen wurde nichts. Man hatte versäumt, die Rechte für das Projekt beim französischen Verlag Editions Gallimard einzuholen. Der Film wurde, ohne jegliche Vorankündigung, am 21. Mai 1972 um 20 Uhr im Zweiten Programm des DDR-Fernsehens gesendet: „Die Ausstrahlung blieb zwar ohne rechtliche Folgen, doch das Risiko, juristisch belangt zu werden, wurde vom DFF nie wieder eingegangen“, heißt es dazu beim Deutschen Rundfunkarchiv.
Weil Antoine de Saint-Exupéry im Jahre 1944 verstarb, ist seit dem 1. Januar 2015 die 70-jährige Schutzfrist des Urheberrechts für das Werk abgelaufen. Seither ist der Film zur Nutzung frei gegeben.
Ich habe die DVD erworben. Hier zur Einstimmung ein Trailer zum Film:

Als die ersten Szenen liefen, war ich fast geneigt, den Kauf zu bereuen. Zuerst Menschen, dazu eine von Manfred Krug gesungene Ballade, die in ihrem Arrangement ein wenig an Gilbert Becáuds „Le Petit Prince est revenu“ erinnert. Dann Kriegsbilder, Luftansichten zerstörter Städte, Tote…
Die Angst packte mich, die DEFA könnte den kleinen Prinzen für einen sozialistischen Agitations-Film missbraucht haben. Ich sah vor meinem inneren Auge bereits Thälmann-Pioniere mit ihren blauen Halstüchern auf den Feldern der sozialistischen Produktionsgenossenschaften Rüben verziehen oder FDJ-ler in ihren blauen Hemden zu fremden Sternen reisen. Bejubelt von strahlenden Parteifunktionären. Doch dann: Der Kleine Prinz … Die Einführung war offenbar nur der Knochen, der die Kettenhunde im sozialistischen Kulturbetrieb, die Zensoren aus der Parteiführung, ruhig stellen sollte.
Eberhard Esche als Pilot, der mitten in der Wüste notlanden musste. Aus dem Schlaf geweckt von der hellschöpfigen Christel Bodenstein, die den kleinen Prinzen mimt. Wir begegnen Inge Keller als Schlange, Wolfgang Heinz als einen mit Vernunft regierenden König, wie er von sich selbst behauptet. Der König sagt: „Autorität beruht vor allem auf Vernunft. Wenn du deinem Volk befielst, es soll sich ins Meer stürzen, wird es eine Revolution anzetteln. Ich habe das Recht, Gehorsam zu fordern, weil meine Befehle vernünftig sind…“ Das mag vielleicht für einige Funktionäre der DDR wie Balsam geklungen haben.
der_kleine_prinz_DEFA_filmDer Film hält sich in allen Dialogen streng an den Text des Buches, ist, sozusagen, das Buch in einen Film gegossen. Dass einige Kapitel fehlen, wird wohl mehr der begrenzten Länge des Films zuzuschreiben sein, denn seiner inhaltlichen Ausrichtung. Einige der typischen Charaktere fehlen. Dass der Säufer nicht vorkommt, könnte man durchaus ideologisch auslegen, obgleich in der DDR gesoffen wurde, dass die Heide wackelt. Weiter fehlen der Forscher, der Weichensteller und der Händler. Dabei sind es gerade der Händler und der Weichensteller, die uns Wichtiges zu sagen haben. Der Händler verkauft durstlöschende Pillen, damit die Menschen nicht mehr trinken müssen und somit dreiundfünfzig Minuten Zeit in der Woche einsparen. Der Weichensteller erklärt, man sei nie zufrieden dort, wo man ist. „Nur die Kinder wissen, wohin sie wollen“, hält ihm der kleine Prinz entgegen.
Das ficht den Faden der Handlung jedoch nicht an, wenn auch wichtige Aussagen des Buches fehlen. Eine Handlung, die ohnehin nicht schlüssig sein soll, eher kindlich, infantil, wie aus den Augen des Kindes, das sich noch nicht den Alltagsgewohnheiten unterworfen hat, das die Dinge noch so sieht, wie sie sind – so wird es der Autor gewollt haben -. Eine Aneinanderreihung realer bis völlig surrealer Geschichten über die Schwächen der Menschen bis hin zu einfachsten Lebensweisheiten, die vielen von uns in der Schnelllebigkeit der modernen Zeit so fremd geworden sind. Einiges witzig, anderes tot ernst. Christel Bodenstein sagt wohl nicht umsonst im Interview, das ganze Filmteam habe am Ende der Dreharbeiten geweint.
Wenn man ausblendet, dass der Film in den sechziger Jahren gedreht wurde und somit unseren heutigen Erwartungen allein aus rein technischen Gründen nicht mehr gerecht wird, ist es eine gelungene Produktion mit ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen. Vielleicht gerade weil der Fokus weniger auf Trick und Aktion, sondern ausschließlich auf den Darstellern liegt… Mehr zum Buch erfahren Sie hier>>>
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Der Kleine Prinz als Animationsfilm in 3D

Die jüngste deutschsprachige Verfilmung stammt aus dem Jahre 2015, mit Til Schweiger und,‎ Dimitri Rassam, Regie:‎ Mark Osborne

Die Story

Nicht wie im oben beschriebenen Film, der minutiös dem Buch folgt, bettet der Animationsfilm das Buch in eine Rahmenhandlung ein. Dort wo die Geschichte des kleinen Prinzen erzählt wird, hält sich der Film jedoch streng an den Originaltext. Vielleicht macht gerade diese Verarbeitung den Stoff für Kinder verständlicher und erlebbarer.

Ein exzentrischer alter Flieger freundet sich mit einem kleinen Mädchen an, das mit seiner sehr erwachsenen Mutter im Haus nebenan einzieht. Durch das Buch und die Zeichnungen des Fliegers erfährt das kleine Mädchen, wie er einst in der Wüste notlanden musste und dort den kleinen Prinzen kennen lernte, einen seltsamen Jungen von einem entfernten Planeten.
Hier setzt der Film den ersten Spannungsbogen an, der ihn so unterhaltsam macht. Auf der einen Seite die Phantasie-Welt des kleinen Prinzen, auf der anderen das durchorganisierte Dasein des kleinen Mädchens, deren Leben bereits ausgeplant erscheint. Nicht soll dem Zufall überlassen bleiben, kein Platz für Überraschungen.
der_kleine_prinz_animationsfilmDer Film ist ein Meisterwerk und verführt den Zuschauer kunstvoll hinein in die Geschichte des kleinen Prinzen. Er knüpft sehr gut an das Buch an und erzählt dabei seine ganz eigene Geschichte, ohne auch mit aktuellen Bezügen zu sparen, wie dem Unternehmer, der die Sterne vom Himmel holt, um sie gewinnbringend in Energie zu verwandeln. Sehenswert und eher als das Buch für Kinder sehr geeignet.

Der Kleine Prinz im Theater

Bereits im Jahre 1954 brachte die „Augsburger Puppenkiste“ den kleinen Prinzen als Live-Produktion ins Fernsehen. Gibt man „Der Kleine Prinz im Theater“ als Suchbegriff in der bekannten Suchmaschine ein, so erscheint eine schier endlos anmutende Auflistung allein deutscher Theater, in der selbst international bekannte Bühnen wie das TNT Weimar erscheinen. Bei youtube fand ich einen Trailer des Theaters Hamburg, das mit dem Stück auf Tournee war. In der Beschreibung zum Stück heißt es: Ein besonderes Element ist der Einsatz multimedialer Mittel, die Kombination von Film und den animierten Illustrationen Saint-Exupérys. Die Reise des Prinzen durch das Universum wird so zum besonderen Erlebnis. Es beschreibt die Welt aus Kinderaugen und zeigt dem Zuschauer so auf poetische Weise das phantasielose und verarmte Leben vieler Erwachsener. Ein philosophisches Stück über das Kind sein, die Liebe und die Einsamkeit.

Das Buch

Die Geschichte vom kleinen Prinzen, erstmals erschienen am 4. April 1943, von Antoine de Saint-Exupéry. Die Begegnung mit dem Fuchs nimmt eine zentrale Stellung ein, bei der Suche nach echten, nach wirklichen Freunden. Wie findet man die? Der Fuchs erklärt es dem Prinzen: „Du musst mich zähmen“, sagt er. „Man kennt nur die Dinge, die man zähmt. Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr“. Am Ende erklärt der Fuchs ihm sein Geheimnis:
„Adieu“, antwortet der Fuchs. „Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
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„Die Zeit, die du deiner Rose geschenkt hast, macht deine Rose so wichtig.“
„Die Zeit, die ich meiner Rose geschenkt habe…“, sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
„Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen“, erklärte der Fuchs. „Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist für immer für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich…“
„Ich bin für meine Rose verantwortlich…“, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken… Mehr zum Buch mit Leseproben>>>

Der Kleine Prinz

Das handschriftliche Manuskript Saint-Exupérys ist ein Ausstellungsstück der Morgan Library in New York. Im Hotel „Der kleine Prinz“ in Baden-Baden begleiten Motive der Geschichte die Gäste durch das Haus. In der japanischen Stadt Hakone gibt es das Museum „The Little Prince“. Philosophen nutzen den kleinen Prinzen als Zitatenschatz. Am 4. April 2018 wird Der Kleine Prinz 75. Er wird die Menschen weiter begleiten.


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Regenwürmer vertragen kein Coffein

Lisa, gerade Vierzehn, benahm sich völlig ungeniert, als wir uns zum ersten Mal begegneten. Man könnte sogar so weit gehen, sie als völlig schamlos zu bezeichnen. Frech, kess, einen Hauch frivol. Sogar eine Prise Obszönität schien tief in ihrem Wesen versteckt zu sein. Das lag wohl mehr daran, dass sie noch nicht vollumfänglich imstande war, die Wirkung ihres frühreifen Körpers auf spätreife Männer in seiner gnadenlosen Wucht auch nur ansatzweise zu erkennen. Letzteres wurde besonders immer dann zur erbarmungslos erdrückenden Last, wenn man sich, den jeweiligen Umständen geschuldet, hin und wieder körperlich sehr nahe kam.
frank_c_mey_regenwuermer_vertragen_kein_coffein_leseprobenLuise, blond und zweigeteilt in die lähmende Kälte des Nordens...
Wir lernten uns in einem Chat-Room kennen. Das war in der Zeit, als das Spinnennetz des Internet seine Ausläufer über den großen Teich hinweg bis nach Deutschland, wie in den Rest der Welt, hinein schob.
Glücklich schätzen durften sich all jene, die bereits über ISDN verfügten. Man war schneller unterwegs als andere. ISDN - die erste große Revolution in der Telefonie. Wir Ostdeutsche waren revolutionserfahren, donnerten doch in wenigen Jahren mehrere über uns hinweg oder fuhren in uns hinein. Manche bis ganz tief nach unten in die Weichteile. Beate Uhse, Dildos, Pornofilme, bequeme, schnelle Autos, erschwingliche Farbfernseher, Kaffeemaschinen, Mikrowellen, Meister Propper, nicht zu vergessen, all dem vorausgeeilt: die friedliche Wiedervereinigung.
Luise und ich wurden zu einer solchen. Keine WIEDER sondern eine VER. Eine Vereinigung, die sich überwiegend auf die Geschlechtsteile beschränkte.
Es herrscht eine ungewöhnliche Ruhe. Ich stelle mir vor, wie sie, Lisa, sich gerade auszieht. Sie streift das T-Shirt über ihren Kopf, ihre Brüste hüpfen. Ich weiß, wie es aussieht wenn sie hüpfen, diese wunderschönen, nach oben geneigten Sprungschanzen. Diese Igelschnäuzchen.
Jetzt steigt sie aus ihrer Hose heraus, das Höschen folgt. Schwungvoll befördert sie es in irgendeine Ecke, auf einen Stuhl oder versteckt es unter dem Kopfkissen. So oft wie sie sich mit Berny allein in ihrem Zimmer aufhält, wird sie inzwischen bemerkt haben, welche Wirkung getragene Höschen auf ihn ausüben.
Während Luise über mir ihrem nächsten Höhepunkt entgegen eilt, stelle ich mir vor, wie Lisa nebenan auf ihrem Bett liegt. Noch Jungfrau, dringt sie nicht in sich ein. Ihre Beine gespreizt, reibt sie mit der flachen Hand über diesen wundervollen Hügel. Sie wird lächeln, leise stöhnen. Sie wird zufrieden sein, in dem Moment wenn Luise ihren Orgasmus erreicht…Alle Leseproben>>>

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