Ein Wochenende 2017 in Erfurt

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Reportage – In Erfurt ist immer etwas los

Das lange Wochenende hinein in den Mai

2. Erfurter Street Food Festival

Die Premiere für Erfurt fand im vergangenen Jahr vom 26. bis 28. August auf der Erfurter Messe statt. Das Konzept funktionierte bereits in Halle/ Saale und in Magdeburg mit jeweils etwa 20.000 Gästen. Nachahmenswert!
Die zweite Auflage in Erfurt sollte noch größer werden und länger dauern. Dafür bieten das verlängerte Wochenende und die in diesem Jahr gewählte Location alle Voraussetzungen. Auf dem Gelände des ehemaligen Erfurter Güterbahnhofs reihen sich die Stände von mehr als 70 Anbietern über die gesamte Länge des alten Abfertigungsgebäudes. Dazu in prominenter Nachbarschaft zum „Zughafen“, der hier seit fünfzehn Jahren sein Domizil eingerichtet hat.
Wenn man die Warteschlange am Eingang gesehen hat, dann darf man sicher sein, dass es mehr als 20.000 Besucher werden, die an den vier Tagen den internationalen Genüssen frönen.
Selbstverständlich fahre ich mit dem Rad. Zum Glück bleibt es trocken an diesem 29. April. Trotzdem ist es für die Jahreszeit eindeutig zu kalt. Wenn sich die Sonne hinter den Wolken versteckt, wird es sogar empfindlich kalt, besonders an den Händen.
Auf der Fahrt zum Veranstaltungsort traf ich auf einen Info-Stand der Erfurter SPD, mit keinem Geringeren bestückt als dem neuen Kreisvorsitzenden Raik Steffen Ullrich. Man mache auf die Anstrengungen der Erfurter SPD beim Projekt „Soziale Stadt“ in Süd-Ost aufmerksam. Eine alte Dame erklärte gerade, dass sie mit der Ausländerpolitik nicht einverstanden sei. DIE bekämen alles, sie bekäme nichts. So unterernährt sah sie gar nicht aus. Man versuchte nicht, sie eines besseren zu belehren…

In der Mittagszeit herrschte bereits Gedränge am Eingang zu der wohl in diesen Tagen längsten Theke der Stadt. Die Veranstalter versprachen nicht zu viel. Außer den Spezialitäten der Eskimos und vielleicht einiger weit abgelegener Südseevölker, gibt es kaum etwas, das es nicht gibt. Schauen Sie sich ein paar Impressionen in der Bildergalerie und dem weiter unten folgenden Video an.

Sogar ein Mädchenflohmarkt ist zu finden. Hier tappe ich allerdings in ein Fettnäpfchen. Dies bei einer jungen Dame, die gerade am Eingang raucht. „Gibt es hier benutze Mädchen?“, frage ich sie, wofür ich einen bösen Blick ernte. Ich hielt mich nur an die reinen Wortbedeutungen. Flohmärkte sind Märkte, auf denen man gebrauchte Gegenstände kaufen kann, wogegen man auf Märkten in der Regel Neues bekommt. Naschmärkte bieten Naschereien, Pferdemärkte bieten Pferde. So meinte ich, dass man auf einem Mädchenflohmarkt gebrauchte Mädchen bekommt. Nun gut, es gab gebrauchte Garderobe… und schöne Mädchen dazu…, nicht zu kaufen….

Einem Stück fast vergessener alter Erfurter Industrielandschaft wird für vier Tage Leben eingehaucht. Kulinarisch, stimmungsvoll. Wahrscheinlich gibt es einige, die noch nie in ihrem Leben an diesem Ort waren. Ich muss zugeben, dass ich dazu gehöre. Der Besuch von 15. Jahre Zughafen war zwar geplant, doch kam eine Erkältung dazwischen. Schauen wir, was die Veranstalter im kommenden Jahr anzubieten haben. Wenn Sie etwas von Street Food Festival hören oder lesen: unbedingt hingehen!

Wer sich an diesem etwas längeren Wochenende, das im (kalten) Monat April begann und im nicht viel wärmeren Monat Mai endet, etwas stilvoller betrinken will, als auf dem rustikalen Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes, der besucht die

Erfurter Whisky Tage

vor dem „Dubliner“ Irish Pub.
Gastfreundlich hergerichtet um den „Neuen Hirschgarten“ herum. Der Kneipeninhaber sollte verpflichtet werden, eine Sondersteuer an die Stadt Erfurt abzuführen. Schenkte ihm doch die Stadt eine einmalige Location, die ansonsten einen der größten städtebaulichen Flops darstellt, den sich eine Stadt nur leisten kann. Aber für Provinzpossen ist unsere ansonsten umwerfend schöne Stadt hinlänglich bekannt. Auf Aufzählungen wird verzichtet.

Wer nach dem Genuss eines Whisky oder eines guten alten, in Eichenfässern gelagerten Rum noch Lust auf ein wenig Musik hatte, dem war es freigestellt, nur wenige hundert Meter weiter auf dem Domplatz das

Erfurter Familienfest

zu besuchen.
Zugegeben, im vergangenen Jahr tanzte hier wirklich der Bär. Die Firma STIL stellte ihre neuste Stapler- und sonstige Technik vor. Das interessierte offenbar wesentlich mehr Leute, als ein unbekanntes Gesangs-Duo, das man auf dem großen Platz kaum erkannte, oder als ein einsames Karussell, dessen Betreiber diesen Tag sicher unter Ulk verbuchen werden. Bilder aus dem vergangenen Jahr gibt er hier>>>
Woran mag das wohl liegen, dass hier so wenig Besucher sind, fragte ich mich… Da war doch noch was, ja, da war doch noch was? Ach ja!!!

Der Erste Mai 2017 in Erfurt

Fast hätte ich es vergessen. Das alljährliche Ritual, das bisweilen an einen Akt der Selbstbefriedigung erinnert. Man sollte ihn umtaufen in „Maturbations Day“. An Selbstdarstellungen mangelt es das Jahr über nun wirklich nicht, warum also noch an diesem Tag?  Inwieweit dieses Ereignis noch vermag, Menschen auf die Beine zu bringen, das mögen die Veranstalter für sich beurteilen. Geboten wird so gut wie nichts. In diesem Jahr kam erschwerend hinzu, dass die Band, die keiner kennt, nicht zum vereinbarten Zeitpunkt erschien. Als ich gegen 14 Uhr das Feld verließ, war sie bereits mehr als eine Stunde überfällig. Es wird davon auszugehen sein, dass ihr Erscheinen somit überflüssig wurde, da sich der Anger gegen 14 Uhr bereits merklich leerte. ABER! Die Demo am Vormittag hatte gefühlt mehr Teilnehmer als man es in Vorjahren erlebte. Meine Zählung ergab 600 bis 800 Demonstranten, angeführt von den traditionellen Trommlern, die wenigstens für Stimmung sorgten und die Innenstadt für knapp eine Stunde in südamerikanische Rhythmen hüllte.

Man könnte nun diesen 1. Mai genauso abhaken wie einige davor, wenn da… Ja wenn sich da nicht auch noch die AfD gezeigt hätte. Nun können die da, die, die da grölen: „Wir waren mehr als die da, die da in der Innenstadt!“, ihre Sprechtüten gleich wieder einstecken. Die geschätzten 600 bis 800 auf der DGB-Demo kamen, das kann ich bezeugen, weil ich sehr viele kennen, aus Erfurt und naher Umgebung. Der Moderator der AfD sprach auf seiner Party hingegen von 2.000 Teilnehmern. Nach meiner Zählung waren es nicht mehr als 1.500. Und die kamen aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, wie unschwer an mitgeführten Schildern zu erkennen war. Thüringen allein hätte wahrscheinlich keine 500 auf die Beine gebracht. Wenig Grund zu übertriebener Aufregung. Die AfD ist im Abwärtstrend. Daran wird die auch Gründung einer eigenen Arbeitnehmervertretung, wie verkündet, nichts ändern. Bernd Höbbels, der als Hauptredner auftrat, beschimpfte zwar die „Anderen“, besonders die SPD, nur zu reden und nichts zu tun. Mir fiel das Programm der AfD ein und ich stellte mir die Frage, an welcher Stelle dort von Arbeitnehmerfreundlichkeit die Rede sein soll. Sei es wie es sei. Wenn die Partei in den Deutschen Bundestag einziehen sollte, wird sie anhand ihrer Arbeit zeigen können, wie arbeitnehmerfreundlich sie ist.
Dennoch, ich sah keine Bomberjacken, wenig Glatzen, keine Springerstiefel. Ich sah in Gesichter des „Kleinen Mannes“. Die AfD ist keine rechtsradikale Partei, doch der Marsch von der Thüringenhalle zum Thüringer Landtag trug etwas Bedrohliches in sich. „Wir werden es euch zeigen“, „Linksfaschisten“ und andere Parolen klangen den wenigen entgegen, die sich am Straßenrand mit kritischen Schildern aufgestellt hatten. Die Afd ist keine rechtsradikale Partei, das sei noch ein weiteres Mal betont. Aber sie schürt die Ängste unter den Menschen, die hie und da möglicherweise objektive Ursachen haben. Und gerade das macht sie so gefährlich. Und gerade das macht es lohnenswert, sich ihr in den Weg zu stellen. Ob es hingegen Sinn macht, wenn linksextreme Gegendemonstranten skandieren: „Eure Kinder lesen den Koran…“, das mögen dieselben ebenso bei sich selbst hinterfragen…. Sehen Sie mehr auf dem kurzen Video anschließend.

Ein langes Wochenende vom 29. April hinein in den Mai, den Ersten. Die Erfurter hatten zu entscheiden, wohin sie ihre Füße lenken. Der Renner war uneinholbar das Street-Food-Festival. Nun kann man gut unken: „Das ist ja etwas völlig anderes… So ein Fressfest…“ Nein! Vielleicht sollten sich unsere verantwortlichen Politiker einmal überlegen, was die Menschen in diesem Lande wirklich wollen. Eine solide und verlässliche Politik vielleicht? Keine Versprechungen, für die es dann nach den Wahlen tausend Ausreden gibt, warum man sie nicht einhalten kann? Schuld sind ja immer die anderen. Keine Schönredner, egal welcher Farbe und keine Selbstdarsteller. Wer Schauspieler sehen will, der besucht Kino oder Theater. Die Mehrheit der Menschen will arbeiten für auskömmliche Löhne und in der Freizeit das tun, wonach  ihnen der Schnabel steht. Sie wollen nichts als ein wenig mehr Vertrauen haben können… und ansonsten… ihre Ruhe…. Gebt sie ihnen!


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