Sandro Witt und der 1. Mai

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oder wie man versucht

Ereignisse bedeutender zu reden als sie wirklich sind….

Erfurter Impressionen am 1. Mai 2016

Im vergangenen Jahr gab es in diesem Blog bereits einen Bericht über den 1. Mai 2015 in Erfurt (wie er sich wohl auch in anderen Städten abspielt). Auf ein in Instagram veröffentlichtes Foto reagierte kein Geringerer als Sandro Witt, seines Zeichens DGB-Vize Hessen-Thüringen und Ex stellvertretender Landesvorsitzender der Partei DIE LINKE (er bellt gern), mit Empörung, die Fotos seien am Vormittag vor dem Eintreffen der Demo auf dem Erfurter Anger entstanden (zum Vergrößern Bild klicken).

Dabei war der Beitrag nicht einmal besonders kritisch, nur nachdenklich und vielleicht sogar ein wenig nostalgisch, aber….. Herr Witt, der gern auch einmal anderen den Mund verbietet, meinte bekanntgeben zu müssen, der Anger sei sehr gut gefüllt gewesen. Nun gut, die Eindrücke diesen Jahres sind nicht wesentlich besser, warum wohl? Aber immer der Reihe nach…..

Wenigstens die Traditionen werden in einigen Orten und Ortsteilen gewahrt, wie am Vorabend in Windischholzhausen, wo es (man höre und staune!) den halben Liter Bier für zwei und die Bratwurst für 1,70 EURO gab. Auf dem Weg zum Anger gegen Mittag die ewig Gestrigen, die sich, in überschaubarer Zahl, hinter dem Bahnhof versammelten. Der Tag, der zum Tag der Minimalien herab gekommen zu sein scheint, in diesem Falle Gott lob…. Zumindest war rund um das Stadtzentrum mehr Polizei als Demonstranten versammelt…, darin der Tag der Maximalien….???

Was tut man, wenn Biertischgarnituren nur wenig besetzt sind? Ganz einfach, man stellt weniger auf! Ja, Herr Witt, neben einzelnen Passanten, die wohl eher zufällig den Anger überqueren, wenig zu sehen außer Standpersonal und denen, die immer da sind. Während sich im letzten Jahr noch die Landespolitik in den ersten Erfolgen von Rot-Rot-Grün – r2g – sonnte (jedenfalls sprach man von solchen), war an diesem 1. Mai die Lokalpolitik vor Ort. Karola Stange (links, wie es sich gehört, MdL DIE LINKE) war die Einzige, die ich kannte, der zweite Herr von Rechts, Kreisvorsitzender der SPD (sein Name fällt mir gerade nicht ein, aber das ist eher unerheblich, da er ohnehin nichts zu sagen hat und in seinen Ausführungen ein wenig holprig klang). UN NU? In diesen Lettern im besten „Erfurtsch“ stellt sich das neue Erfurter Satire-Magazin vor, erscheint einmal im Quartal für 7 EURO…. UN NU, Herr Witt? Für wen spielte eigentlich die Band?



Es ist noch nicht all zu lange her, als Ausreden dafür her halten mussten, warum die Besucherzahlen am 1. Mai stetig abnahmen. Hier die wichtigsten aus meiner persönlichen Sammlung:

1. Allgemeine Ausreden
War das Wetter zu gut, blieben die Menschen, je nach Status und Möglichkeiten, lieber zum Sonnen auf ihren Balkonen, in ihren Kleingärten oder nutzten den freien Tag für Ausflüge in die Umgebung der Landeshauptstadt.
War das Wetter zu schlecht blieb man lieber zu Hause, wer wollte schon im Regen stehen?

2. Spezielle Ausreden
Fiel der erste Mai auf einen Freitag oder Montag, nutzten viele das verlängerte Wochenende für Kurzurlaube (die Frage, ob die vielen Arbeitslosen sich das überhaupt leisten können, blieb dabei in der Regel unbeantwortet, ach ja und im Übrigen ist der 1. Mai  schließlich nicht der Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen sondern der der Werktätigen und für die Langzeitarbeitslosen interessierte man sich ohnehin kaum, die sind in der Regel keine Mitglieder und zahlen in Folge dessen keine Beiträge).
Fiel der 1. Mai auf einen Donnerstag oder Dienstag, traf das eben genannte erst recht zu, da man den Brückentag für eine etwas längeren Kurzurlaub nutzte (die Klammerfrage des ersten Absatzes gilt hier ebenfalls).
Bleibt als Wochentag noch der Mittwoch. Ein freier Tag mitten in der Woche, den nutzt man doch lieber zum Ausschlafen oder, wer genügend Urlaubstage hat, zu einem Wochenurlaub auf Mallorca. Die, die noch ein schlechtes oder überhaupt ein Gewissen haben, wie z. B: „Gäbe es den 1. Mai nicht, müssten wir heute arbeiten. Wir sind dankbar, dass es diesen Feiertag gibt, also schauen wir einmal am Anger vorbei….“ gehen noch hin. Ob die Besucherzahlen an solchen „Mittwochs-Feiertagen“ über dem Durchschnitt lagen, darüber gibt es leider keine Statistiken.
Fiel der erste Mai auf einen Samstag oder Sonntag, wurden in der Regel die allgemeinen Ausreden gemäß Tz. 1 bemüht. Hinzu kommt, dass die mit dem schlechten Gewissen, die sich Mittwochs mit selbigem quälten, nun völlig frei von Selbstvorwürfen zu Hause blieben, da es sich ohnehin um arbeitsfreie Tage handelt.

Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen etwas einfallen lassen, man könnte den Tag mit einem beliebten Event kombinieren? Jedenfalls waren beim 23. Erfurter Enten-Rennen, trotz spät-winterlicher Kälte, wesentlich mehr Menschen auf den Beinen…..

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Während sich auf dem Anger einige Funktionäre den Kopf darüber zerbrachen, wie man den faulenden Kapitalismus nun endlich zu Boden werfen könnte, zeigte letzterer auf dem Domplatz, der ein wenig besser besucht war, anlässlich des alljährlich dort veranstalteten Familientages, seine Innovationskraft, die bislang von keinem anderen System erreicht wurde. Die Fa. Stil stellte ihre Stapler vor:

Wer Lust auf Gaumenkitzel verspürte, der konnte am Hirschgarten vorbeischauen, wo der „Dubliner“ in gediegenem Ambiente seine Whisky-Tage feierte. Zu dieser Zeit, gegen 14:00 Uhr noch wenig besucht, die Whisky-Trinker frönen wahrscheinlich lieber erst am Abend ihrem Laster….

Ein Geheimtipp an solchen Tagen (und anderen) ist immer die Engelsburg (im Moment in Betreibernöten, aber das wird schon wieder). Der Weg dahin führt durch Venedig, vorbei am neuen „Augustiner“, wo man sich lieber sonnt, als sich auf dem Anger zu langweilen.

Und eines sei noch hinzugefügt: Die Band in der E-Burg war einsame Spitze.

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