Elvis Presley zum 40. Todestag – Erinnerungen

elvis-presley-zum-40-todestag-der-king-of-rock-n-roll

Der King of Rock `n` Roll ist vierzig Jahre tot

16. August 1977 – Memphis – Tennessee – USA

Ich erinnere mich an einen seiner letzten Auftritte, an einen aufgedunsenen Elvis Presley, der sich anscheinend nur noch schwer auf den Beinen halten konnte. Mir liefen die Tränen. Am 16. August vor vierzig Jahren lag er tot im Badezimmer seiner Villa. Der Medienkrieg um die wahre oder angebliche Todesursache, der daraufhin folgte, war nur noch verabscheuungswürdig…

elvis-zum-todestagWir besaßen noch keinen Fernsehapparat

Was? Vierzig Jahre ist das schon her? Mehr als ein halbes Leben, wenn man von der momentanen Lebenserwartung eines Durchschnitts-Deutschen ausgeht, dachte ich gestern, als der bevorstehende 40. Todestag des King Elvis in den Nachrichten angekündigt wurde.
Dabei gehöre ich, 1953 geboren, gar nicht mehr zu der Generation, deren Nachkriegs-Jugendzeit, was die Unterhaltung betrifft, vom Rock n Roll beherrscht wurde. Auch – wenn auch stark eingeschränkt – auf der Ostseite des eisernen Vorhangs. Dennoch reicht die verschwommene Erinnerung zurück an die jungen Männer mit der „Elvis-Tolle“ und den Röhren-Hosen. War doch mein Bruder, knapp neun Jahre älter als ich, einer davon. Ich sehe ihn noch mit dem Kamm vor dem Spiegel stehen, wie er die Haare immer wieder und unentwegt nach hinten kämmte. Zwischendurch wurden die Haare mit dem Handballen in die gewünschte Lage gedrückt. Es gab noch nicht die Haar-Gels, mittels derer man heutzutage die Mähne in so ziemlich jede Lage hinein bekommt. Jedenfalls nicht in der DDR. Dort gab es Pomade, fettig, die das Haar in ein Brett verwandelte. Völlig ungeeignet.
Ich hörte sehr frühzeitig bereits sehr gern und oft Radio. Es lief den ganzen Tag. Da wir nahe der West-Grenze wohnten, empfing man auf UKW in sehr guter Qualität den Hessischen und den Norddeutschen Rundfunk. DDR-Sender waren verpönt und in dieser Zeit, wie später, was Musiksendungen betraf, zum Zuhören völlig ungeeignet. Auf Kurzwelle hörte man Radio-Luxemburg oder AFN (American Forces Network in Europe). Schon als Vorschulkind konnte ich Texte auswendig, und Elvis` Fassung von: „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus…“ klingt mir heute noch im Ohr.

Wir besaßen noch keinen Fernsehapparat, damals, Ende der 50 er Jahre. Der „Rembrandt“, das erste für den Verkauf in der DDR entwickelte Fernsehgerät, kostete 3.500,- Ostmark. Bei Nettolöhnen um die 300 bis 400 Ostmark für einen normalen Haushalt unerschwinglich. Daran muss es wohl auch gelegen haben, dass bis Ende der 50 er Jahre nur wenig über 40.000 Stück verkauft wurden. Zur Erinnerung: die DDR hatte um die 17 Millionen Einwohner.
In unserer Kleinstadt gab es überschaubare vier oder fünf Familien, die einen solchen Kasten besaßen. Einer davon stand bei Tante Ida, ein weiterer, an so viel erinnere ich mich noch, bei „Fabrik Hofmann“. Das war noch ein Privatunternehmer, der eine Zigarren-Fabrik betrieb, und der dort eine international nachgefragte Zigarre produzierte,

ddr-fernseher-rembrandt

Der „Rembrandt“

die „KaJüNa“, benannt nach dem Firmengründer Karl Jünemann. Nach der Verstaatlichung der Firma, wurde die Produktion bald eingestellt. Keiner im (westlichen) Ausland wollte eine VEB-Zigarre. So ähnlich erging es anderen Marken, wie z. B. „Christensen“, international anerkannter Erfurter Saatzucht-Betrieb, dessen Absatz nach seiner Umbenennung in „VEB Erfurter Blumensamen“ im westlichen Ausland nahezu auf Null ging. So schnitt man sich die „Devisen-Äste“ einen nach dem anderen selbst ab und letztendlich ins eigene Fleisch.
Tante Ida hatte einen solchen „Rembrandt“, und am Freitag- oder Samstagabend, manchmal auch Montags, ging man zum fern sehen. Montags lief sogar DDR-Fernsehen, weil an jedem Montagabend die alten UfA-Schinken gesendet wurden.
Es gab noch nicht so zahlreiche Musiksendungen wie heutzutage. Gab es doch auch nur einen einzigen Sender (zwei für Gesamtdeutschland – der eine, der Osten, wurde selten eingeschaltet). Insofern war, was das Hören von Musik betraf, der fehlende Fernsehapparat noch kein wirklicher Mangel. Und von Elvis war im Fernseher ohnehin kaum etwas zu sehen. Außer Bilder in den Nachrichtensendungen von seiner Ankunft und einigen wenigen öffentlichen Auftritten als normaler Soldat, als GI in der Garnison Friedberg in Hessen.

Elvis Presley als GI in Deutschland

Vom 1. Oktober 1958 bis zum 2. März 1960 gehörte er der 3. US-Panzerdivision in Friedberg an. Menschen, die ihm in Bad Nauheim begegneten, beschrieben ihn als einen höflichen, freundlichen und sehr zuvorkommenden jungen Mann. In Bad Nauheim wohnte er zuerst in einem Hotel, später in einem mit Vater und Großmutter gemeinsam angemieteten Haus. Dasselbe sagten seine Kameraden in der Army über ihn aus, bodenständig und bescheiden.
Viele der Bilder sah man erst Jahre später, als das Fernsehen allmählich bunt(er) wurde und die Anzahl der Kanäle zugenommen hatte.
Er war nicht der Erste Große des Rock n Roll. Bill Haley mit seinem Rock Around the Clock aus dem Jahre 1954 löste die Welle aus, Chuck Berry, Little Richard, Jerry Lee Lewis und andere folgten. Doch erst Elvis prägte die Richtung, nicht zuletzt durch seine zum Teil exorbitant sexualisierte Bühnenshows, während derer er, gelegentlich mit einer Hand im Schritt, ganze Scharen weiblicher Zuschauer|innen regelrecht in Verzückung versetzte. Mit seiner über drei Oktaven reichenden Stimme vereinte er Elemente des Soul, Blues und der Gospel-Musik in seinen Titeln.
Es war die Zeit des Ausbruchs aus der lähmenden McCarthy-Ära in den USA. Das rebellische Verhalten großer Teile der US-amerikanischen Jugend schwappte über auf den europäischen Kontinent. Zuerst auf den Westen, fast gleichzeitig über Radio auf den Osten, wo die kommunistischen Führungen nichts unversucht ließen, um der „Pest“ Einhalt zu gebieten.

Der zweite Elvis

Sternchen_radio

Das „Sternchen“

Für mich, der ich im Jahre 1960 zur Schule kam, wurde erst der zweite Elvis richtig präsent. Es war die Zeit, als der „Beat“ seinen Lauf begann und die Beatles die nordamerikanische Musikszene zu erobern begannen.
Über die (West)fernsehschirme flimmerten Jugendliche an Straßenecken mit Kofferradios in den Armen oder an den Händen, tanzend oder nur zu hörend. Man beneidete seine Art- und Altersgenossen für das freiere Leben im Westen aus dem Staatsgefängnis DDR heraus.
Mit dem „Sternchen“ kam zwar bereits im Jahre 1959 das erste DDR-Kofferradio auf den Markt, dessen Leistung jedoch unterhalb jeglicher Erwartung lag. Ich bekam mein erstes „Sternchen“ im Jahre 1966 geschenkt. Das war bereits ein verbessertes Modell. Neben der Mittelwelle empfing man die Kurzwelle und auf dieser bereits erwähnte Sender, wie AFN oder Radio Luxemburg… und den Deutschen Soldatensender(!). Letzterer sendete vom Staatsgebiet der DDR ausschließlich West-Musik und hatte die Aufgabe, die Wehrkraft der Bundeswehr zu zersetzen. Ob Angehörige der Bundeswehr den Sender jemals hörten, ist nicht überliefert.
Erst zum Ende der 60 er Jahre hin folgten leistungsstärkere Modelle, für die allerdings lange Zeit dasselbe galt wie für die ersten Fernsehgeräte: sie waren für Jugendliche unerschwinglich oder man musste etwas wohlhabendere Eltern haben, um in den Besitz eines solchen Gerätes zu gelangen. Einige gab es und so hielt die „Koffer-Heule“ nach und nach Einzug in die Jugend-Kultur, die, wenigstens für diesen Teil, eher eine Sub-Kultur war.
Ich war immer ein Fan von Elvis, der von seinen „Feinden“ bisweilen als „Elvis Pressluft“ beschimpft wurde. Mir gefielen die Gospel-Songs seines Albums „How Great Thou Art“ und später wurde „In the Ghetto“ zu einem meiner ewigen Lieblingshits.

Das war bereits in einer Zeit, als man ihm die Krankheit ansah. Ich erinnere mich an einen seiner letzten Auftritte, an einen aufgedunsenen Elvis, der sich anscheinend nur noch schwer auf den Beinen halten konnte. Mir liefen die Tränen. Am 16. August vor vierzig Jahren lag er tot im Badezimmer seiner Villa. Der Medienkrieg um die wahre oder angebliche Todesursache, der daraufhin folgte, war nur noch verabscheuungswürdig.

Elvis – Die Legende

Autorisiert vom Graceland Archiv gibt es nun seit einigen Tagen eine Bild-Biografie der bekannten Musik-Autorin Gillian G. Gaar, erschienen im Hannibal Verlag. Meine Bestellung ist bereits heute Morgen heraus gegangen.
Im Waschzettel heißt es: Elvis Presley, der King of Rock’n’Roll, starb am 16. August 1977. Doch seine Legende lebt weiter: Im Laufe der Jahrzehnte entdeckten immer wieder neue Fan-Generationen seine Musik und seine Filme. Die alten haben niemals aufgehört, seine Songklassiker zu hören, zu Hound Dog oder Jailhouse Rock zu tanzen oder zu Always On My Mind zu träumen. Elvis Presley war nicht nur irgendein Rocksänger. Er war der Inbegriff eines Lebensgefühls. Wenn er das konservative Amerika mit seiner sexy Ausstrahlung, den körperbetonten Auftritten und der Haartolle zunächst auch noch so sehr schockierte, so verkörperte er doch ganz und gar den amerikanischen Traum: Aus ärmsten Verhältnissen stammend, schaffte es ein einfacher Lastwagenfahrer zum international gefeierten Star und Plattenmillionär. Diesen faszinierenden Lebensweg skizziert die Journalistin Gillian G. Gaar meisterhaft: von Elvis‘ bescheidenen Anfängen im provinziellen Tupelo über die legendären Aufnahmen im Sam Phillips‘ Sun Studios bis zu seinem Aufstieg zum Teen-Idol und schließlich zum Entertainer, der mit seinen ausgefeilten Shows das Publikum in Las Vegas begeisterte. Un dem der Erfolg nicht nur Ruhm und Reichtum brachte, sondern auch den Weg zu Exzessen und Drogensucht öffnete. Elvis – Die Legende entstand in enger Kooperation mit Elvis‘ Nachlassverwaltern und mit vollem Zugriff auf die umfangreichen Archive von Graceland. Mehr als 150 Fotos, ergänzt um eine Fülle von Erinnerungsstücken wie persönlichen Briefen, Rezepten, Telegrammen, Konzerttickets oder Tourprogrammen illustrierten Gaars sorgfältig recherchierte Fakten. Elvis‘ Werk wird dabei genauso berücksichtigt wie sein Privatleben. In seiner Detailfülle und der exklusiven Aufmachung ist Elvis – Die Legende ein Muss für alle Menschen, die den King nicht vergessen haben. Elvis lebt – in seinen Songs, in YouTube-Clips, in Konzertmitschnitten und generell im kulturellen Bewusstsein der ganzen westlichen Welt…
elvis_die_legendeEine erste Kundenrezension dazu: Elvis ist immer noch der Größte – auch vierzig Jahre nach seinem Tod am 16. August 1977 in Memphis. Er war nicht nur der größte aller Rock’n’Roller, sondern auch der erfolgreichste Sänger aller Zeiten.
Zum 40. Todestag vom „King of Rock’n’Roll“ hat der Hannibal eine bemerkenswerte Bild-Biografie herausgebracht. Die bekannte Musik-Autorin Gillian G. Gaar geht zwar chronologisch die einzelnen Lebensstationen durch, beleuchtet dann aber immer wieder besondere Aspekte seines Privatleben, seiner Musik und schließlich auch seines Wirkens. So widmen sich einige Kapitel z.B. den Themen „Weihnachten mit Elvis“, „Der Soldat Elvis“, „Elvis – Das Comeback“, „Elvis als Country-Boy“ oder „Elvis und Hawaii“.
In mehreren Kapiteln wird auch die Filmkarriere von Elvis beschrieben – immerhin wirkte er zwischen 1956 und 1969 in 31 Spielfilmen mit. Breiten Raum nehmen auch seine Jahre in Graceland ein, wohin heute noch 600.000 Fans pro Jahr pilgern. In dem Kapitel „Elvis lebt weiter“, skizziert die Autorin kurz, welche Spuren Elvis hinterlassen hat.
Neben de lesenswerten und informationsreichen Texten punktet die Biografie vor allem durch ihre üppige Illustration. Zahlreiche historische Fotos und Dokumente (Handschriften, Label, Plakate, Eintrittskarten, Autozulassungen usw.) geben einen visuellen Eindruck von „Elvis – Die Legende“. Auch Abbildungen von seltenen Fan-Artikeln bereichern die knapp 200 Seiten. Dabei sind die Fotos häufig großformatig (ganzseitig). Die Neuerscheinung besticht außerdem durch ein recht modernes Design, sodass jede Seite eine Überraschung bietet. Nicht nur für Elvis-Fans ein Muss. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Ausgabe vom Graceland Archiv autorisiert wurde.


Lesen Sie auch:
meine_bücher_im_verkauf
Kauf über meine Autorenseite bei Amazon>>>             Leseproben finden Sie hier>> >

Sie sind nicht Kunde|in bei Amazon? Dann nutzen Sie doch die Schnupperangebote in meiner Edition Triangel der Lüste – Band 1 bis 6 mit allen meinen Büchern als eBook für je 1,99 EURO bei Thalia eBook.de iTunes u. a…… Einfach den Titel in die Suchabfrage eingeben!

Oder Kauf direkt beim Autor mit Wunschsignatur – Information hier>>>

Besuchen Sie auch meine Autorenseite bei Amazon>>>


Zufällige Werbeeinblendungen – Wenn Sie Werbung auf diesem Blog schalten wollen, dann senden Sie bitte eine Anfrage über das Kontaktformular>>>>

1und1

elvis-presley-zum-40-todestag-der-king-of-rock-n-roll

Kommentar hinterlassen zu "Elvis Presley zum 40. Todestag – Erinnerungen"

Kommentar verfassen