Stanislaw Lem 1921 – 2006 – Wahrheit und Visionen

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Von Robotern und anderen Märchen

Stanislaw Lem und die Gegenwart – Der Blick in mein Bücherregal

Stanislaw Lem: „Halten sie doch ihren Mund, sie sind doch auch nur eine Waschmaschine …“ (aus Sterntagebücher)

Stanislaw Lem

stanislaw_lem_1966Als ich am gestrigen Abend die Nachrichten anschaute – ein Beitrag widmete sich dem Thema „Telegram“ – da fiel mir ein Artikel über den polnischen utopischen Schriftsteller Stanislaw Lem ein. Es kann im Jahre 2006, anlässlich seines Todes gewesen sein, als ich den las. Lem hatte etwas Ähnliches wie das Internet und die Informationsgesellschaft vorhergesagt. Die Nutzer würden zu Informationsnomaden, „zusammenhangslos von Stimulus zu Stimulus hüpfen“.

Telegram & Co.

Die allgemeine Steigerung der technischen Leistung ginge „paradoxerweise mit einem Verfall der Fantasie und Intelligenz der Menschen einher“. Glücklicherweise inzwischen auch nachzulesen im Wikipedia-Artikel über Stanislaw Lem.
Die Politik denkt darüber nach, Telegram wie andere Messengerdienste zu reglementieren, was die Verbreitung von Fake-News oder von Gewaltaufrufen betrifft – RICHTIG!

Gilt auch für Facebook

Es darf keinen rechtsfreien Raum geben, auch nicht im Internet. Anderen geht es ebenfalls an den Kragen. Seit im Herbst 2021 eine Insiderin vor dem US-Kongress über Facebook berichtete, zieht man in Erwägung, den Konzern zu zerschlagen. Facebook entwickle sich zu einer Gefahr für die Demokratie, ebenfalls RICHTIG! Was ich von der Vorgehensweise dieses Kraken halte, schrieb ich bereits hier>>> | und hier>>> Seitdem hat Facebook alle Beiträge, die aus diesem Blog stammen, gelöscht oder blockiert. amazonvideo

Informationsnomaderie

… wie Stanislaw Lem es bezeichnet. So kann man es wohl nennen, weil jeder, wenn er lange genug sucht, inzwischen im Internet alles findet, was er zu lesen wünscht. Bisweilen muss man gar nicht lange suchen, weil Desinformanten jeglicher Couleur inzwischen klick-stark genug sind, um vordere Plätze im Google-Ranking zu belegen, so dass man selbst auf seriösen Seiten Werbeeinblendungen von ihnen bekommt. Insofern ist es nur zu begrüßen, dass die Politik auch von Google und Apple verlangt, die Quellen aus ihren Angeboten zu verbannen.

Lügenmedien

stanislaw_lem_sterntagebuecher… oder Lügenpresse. Als in der ersten Corona-Welle, – die Proteste gegen die Schutzmaßnahmen der Regierungen hatten gerade begonnen -, ein Team der ARD oder des ZDF (so genau weiß ich es nicht mehr) durch eine Demo ging und Teilnehmer befragte, wo sie sich denn informierten, ertönte mehrmals die Antwort: „Im Internet, wo sonst?“ Den Lügenmedien könne man doch nichts mehr glauben. Der „Stimulus“, wie ihn Stanislaw Lem bereits bezeichnete, ist das Gift erst injiziert, sucht es wie von selbst nach neuen Quellen.

Tendenziöse Berichterstattung

Es hüpft von einem Stimulus zum nächsten. Dass man den Medien, und hier besonders dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen, Lügen unterstellt, ist dabei nicht völlig an den Haaren herbeigezogen. Die Berichterstattung ist bisweilen tendenziös. Das kann man schon seit geraumer Zeit beobachten, gleichgeschaltet zudem.

Wozu AED und ZDF?

Wurde das ZDF einst als konservativer Gegenpol zur „links versifften“ (Zit. Franz Josef Strauß) ARD gegründet, so findet man heutzutage keinen Unterschied mehr in der Kommentierung und Bewertung tagespolitischer Ereignisse. Wen wundert es, studierte doch die heute aktive Mehrheit der Journalisten bei Professoren der 68er Generation. Insofern sei die Frage berechtigt, warum wir uns noch zwei große Fernsehsender leisten, aber das steht auf einem anderen Papier. Zurück zu Stanislaw Lem.
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Der Visionär

Stanislaw Lem – Am 12. September vergangenen Jahres wäre er 100 Jahre alt geworden, wäre er nicht im Jahre 2006 verstorben. Seine Bücher gehörten zum Schulhofgespräch der Pennäler meiner Generation (und nicht nur der Pennäler). Allen voran die „Sterntagebücher“ und „Der Futurologische Kongress“, wegen ihrer witzigen Figuren Ijon Tichy, dem Raumpiloten Pirx oder den beiden Roboterwesen Trurl und Klapaucius. Witzige Figuren mit witzigen Sprüchen, die bei allen möglichen Gesprächen Anwendung fanden.

Stanislaw Lem bei Amazon

Sprach einer dummes Zeug, bekam er gesagt: „Halten sie doch ihren Mund, sie sind doch auch nur eine Waschmaschine …“ War es windig, dann wehte der „Ströhm“ oder man ging auf „Gulupen-Jagd“(aus Sterntagebücher). Sie stehen in meinem Bücherregal neben „Solaris“ und „Der Unbesiegbare“.
Als ich mit diesem Artikel begann, stellte ich mit Genugtuung fest, dass einige seiner Bücher in Nachauflagen, zum Beispiel bei Amazon, erhältlich sind. Bücher für Jung und Alt.

Stanislaw Lem – brandaktuell

Ein Visionär, vielleicht nicht ganz vergleichbar mit Jules Verne, der den Flug des Menschen zum Mond bereits im Jahre 1865 voraussagte, der dann, fast genau 100 Jahre später Wahrheit wurde. Lems utopische Romane, oder, wie man heute sagt, Science Fiction, entstanden in den 50er bis Anfang der 80er Jahre, was aber seinen Vorhersagen keinen Abbruch tut. Und wie brandaktuell er gerade in diesen Tagen ist, das ergibt sich aus dem eingangs geschriebenen zum Stichwort „Informationsnomaden“.
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Leseprobe

Vielleicht finden ja Sie, der oder die sich bislang nicht mit Stanislaw Lem befasste, Geschmack nach einer Leseprobe? Ich habe einen Auszug ausgewählt aus den Sterntagebüchern:
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Wie Trurl und Klapaucius einen Dämonen zweiter Ordnung schufen, um Mäuler den Mörder zu besiegen<

Von den Völkern der größeren Sonnen führen zwei Karawanenstraßen nach Süden. Die erste, die alte, vom Vierstern zum Gaurosauron, einem sehr hinterlistigen Gestirn mit veränderlichem Schein, das durch Verlöschen dem Abassitenzwerg ähnlich wird, wodurch Verirrte häufig in die Kirowwüste geraten und nur eine Karawane von zehn heil herauskommt. Die neue, die zweite Trasse, hat das Reich der Miraputen eingerichtet, nachdem seine Raketensalven einen sechs Milliarden Urmeilen langen Tunnel durch den weißen Gaurosauron gebohrt hatte.

Der Tunnel

Nicht umsonst wird berichtet, dass derjenige, der den Tunnel betreten habe, ihn bald wieder verlassen werde; was man von der Kirowwüste nicht gerade behaupten könne. Wenn aber einmal, in einem Jahrhundert, der Tunnel von einem Beben demoliert wird, gibt es keinen anderen Weg, außer diesem. Die Wüste ist schwärzer als die Nacht, denn das Licht der Sterne aus der näheren Umgebung wagt nicht, in sie zu dringen. Dort rasseln wie in einem Mörser die Wracks jener Schiffe, die durch den hinterhältigen Gausosauron vom Kurs abgekommen sind …

Der Unbekannte

stanislaw_lem_der_unbesiegbareWie gesagt, die Wüste ist ebenso voller Schwarz wie die Sonnenpassage des Gaurosauron voller Weiß. Nicht alle Not rührt dort von den Strudeln her, vom Sand, von den Strömungen, die aus der Höhe herabziehen oder von rasenden Meteoren; von manchen wird nämlich behauptet, dass ein Ding oder auch ein Unding, genannt der Unbekannte, an einem unbekannten Ort sitze, in trüber Finsternis, seit alters her in unfassbarer Tiefe; wer seinen wahren Namen kennenlernen will, indem er ihm begegnet, wird der Welt nichts mehr offenbaren können …

Trurl

Dies alles las Trurl einmal in einem vom Alter verblichenen Buch, das er von einem Verkäufer zufällig erworben hatte, und gleich brachte er es zu Klapaucius, um ihm diese Absonderlichkeiten von Anfang bis Ende laut vorzulesen, da sie ihm sehr gefielen. Klapaucius, der weise Konstrukteur, in Dingen des Kosmos erfahren und in Sonnen und Nebelflecken jeglicher Art beschlagen, lächelte nur, nickte und sagte:
„Ich hoffe, du glaubst davon kein Wort.“

Trurl ist empört

the_congress_dvd„Warum sollte ich nicht glauben?“, rief Trurl empört. „Sieh nur, hier ist sogar eine kunstvoll gemachte Gravüre, die den Unbekannten darstellt, wie er gerade zwei Sonnensegler verspeist und in den Kasematten die Beute birgt. Du bist doch wohl in der Kosmografie nicht so unbewandert, dass du das bezweifeln würdest?“ Stanislaw Lem „Aterntagebücher“ – Alles lesen>>>

Verfilmungen

Der erste von Stanislaw Lem veröffentlichte Roman „Planet des Todes“ wurde im Jahre 1960 in der DDR von der DEFA verfilmt und kam als „Der schweigende Stern“ in die Kinos. In einer synchronisierten Fassung kam drei Jahre später die tschechische Verfilmung „Ikarie XB 1“, der später auch in der ARD lief.


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Stanislaw Lem auch im Fernsehen

Das ZDF produzierte 2007 und 2011 Episoden der TV-Serie „Ijon Tichy: Raumpilot“. Die größte Bekanntheit erlangte der 2013 auf dem Filmfestival in Cannes uraufgeführte Film „The Congress“ von Ari Folman, der auf Lems Buch „Der futurologische Kongress“ basiert. Der Film lief auch in deutschen Kinos. Hier der Trailer zum Film:

Zu einem weiteren Großen der polnischen Literatur geht es hier>>>


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Hank Hennings tänzelt ungeduldig vor dem Kaffeeautomaten hin und her, während sich die erste Tasse füllt. Lisa Sänger indes genießt ihre sichtliche Überlegenheit, ohne auch nur die Spur Hohn oder Überheblichkeit zu empfinden. Genau genommen tut er ihr leid, sie zählt ihn nicht zu dieser Art Machos, die meinen, jede Frau gehöre ihnen. Er hat etwas an sich, das ihn völlig unaufdringlich anziehend erscheinen lässt. Allein darin lag ihr Grund dafür, dass sie ihn gewähren ließ an diesem Abend, dass sie die Einladung überhaupt erst annahm. Doch schon einen winzigen Augenblick bevor sie das Attribut seiner Männlichkeit spürte, ließ ihre Lust bereits nach, und sie stellte mit Entsetzen fest, dass es allein die Neugier war, die sie in seine Arme trieb, nicht der Wunsch, mit einem Manne zu schlafen. Sie gab sich Mühe, ihn das nicht spüren zu lassen und sie wies ihn nicht einmal zurück, als er sie zu späterer Stunde ein zweites Mal begehrte.
2021_roman „Wo ist der Türdrücker, verdammte Scheiße?“ Der glatte Fliesenfußboden bietet keinen Halt, schon gar nicht, wenn man Hausschuhe mit Filzsohlen trägt. Nie wieder, zum Teufel, Hausschuhe mit Filzsohlen! Frank Mälzer flucht, was war gerade passiert? Wände haben keine Griffe, man kann sich an nichts festhalten, noch aufrichten, dasselbe mit der Wohnungstür, scheiß Wohnungstür!
Hätte ich jemals geahnt, dass mir so etwas passieren könnte, nie hätte ich Hausschuhe mit Filzsohlen gekauft, noch wäre ich in eine Wohnung eingezogen, mit einer Eingangstür glatt wie eine Rutschbahn und an deren Wände keine Griffe montiert sind, denkt er in seiner Not. Doch wer montiert schon Griffe an Zimmerwände?
Er kann noch denken!
Beim ersten Mal an diesem warmen Frühlingstag, als sie sich beide auszuruhen gedachten für die Rückfahrt nach München, folgte sie ihm von der Couch, wo sie vorher lange miteinander sprachen, in sein Bett. Sie könne allein nicht einschlafen, sagte sie schmollend, während sie vor seinem Bett stand, wo sie ungeduldig und voller wonniger Erwartung, die jugendliche Hitze wie ein verzehrendes Feuer in ihrem Leib, von einem Bein auf das andere trat.
Seine wunderschöne junge Frau, die er so sehr begehrte wie er nie in seinem Leben eine Frau begehrt hatte, und die ihm gleichzeitig panische Angst einjagte, er könne sie verletzen; wie er, Curd, ihr Curd, ihre erste Liebe, wie er ihr, nachdem sich ihr Wunsch erfüllte, mit liebevollen Worten erklärte ... Alle Leseproben

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