Kartell der Bequemlichkeit – 2022 – Jahr der Wahrheit

kartell_der_bequemlichkeit_2022_jahr_der_wahrheit

Jahr des Untergangs eines Politik-Irrtums

Oder sollte man es lieber das Ende des Kartells der Ignoranz nennen?

40 Tage Krieg in der Ukraine  und das Zerrbild eines Totalversagens deutscher Außen-, Sicherheits- und Energiepolitik …

Butscha

kartell_massengrab_in_butscha

Butscha

An einem Sonntagmorgen stellt man sich gern etwas Anderes vor, ausschlafen, in Ruhe Kaffee genießen, dazu zwei Spiegeleier in Bacon-Speck gebraten, Ciabatta-Brot, nebenher die Wochenendbeilage der Tageszeitung lesen. So war das über lange Zeit. Lebt man allein, wird man nicht einmal gestört dabei. Seit 40 Tagen und bereits die letzten Tage davor ist nichts mehr so wie es einst war, der erste Gedanke, noch im Halbschlaf: was mag wohl in der letzten Nacht wieder vorgefallen sein, die paar Kilometer entfernt? Und während der Kaffee-Automat sich aufheizt, der Druck auf den roten Knopf der Fernbedienung des Fernsehapparates – am 03.04.2020 – Butscha!

Die Bilder

… verdichteten sich, je älter der Tag und es dauerte nicht lange, da zwitscherten die ersten Statements durch das Web: Entsetzen, Verachtung, Empörung, gesendet von Menschen, die politische Ämter begleiten und die so tun, als sei man von all diesen Verbrechen an einem für sie noch friedlichen Sonntagmorgen kalt überrascht worden. Als habe man das Schlachten in Tschetschenien, die Giftgastoten in Syrien, die Morde an Oppositionellen überhaupt nicht zur Kenntnis genommen.
Was hat man denn erwartet von einem Präsidenten, der schon vor einer Reihe an Jahren politische Gegner als „Viehzeugs“ bezeichnete?
reportagen_aus_erfurt_und_thüringen_2016

Das Kartell

… der Bequemlichkeit.
Es war doch so bequem die vielen vergangenen Jahre, Gas und Öl flossen durch Rohrleitungen nach Deutschland (und Europa, das sei betont! – auf den Unterschied komme ich noch), zu Preisen, die unterhalb der Weltmarktpreise lagen und noch immer liegen (noch fließt es ja – panta rhei), und dennoch zahlen deutsche Verbraucher weltweit die höchsten Preise für die Endprodukte aus diesem russischen Segen, das wichtigste Endprodukt = Energieträger in den verschiedensten Formen, Heizgas, Strom, Diesel und Benzin. Warum wohl? Wir haben ja schließlich einen hohen Lebensstandard, da darf man den Energiekonzernen doch durchaus diesen kleinen Extraprofit zubilligen. Das lief doch wie ein Länderspiel … amazonvideo

Kartell

… der Heuchler.
Schließlich sind es die Energieriesen, die die größten Spenden zahlen, und diese fließen vordergründig in die Kassen der Parteien, deren Vertreter die Regierungssessel drückten, seit ein offenbar korrupter Kanzler (nicht bewiesen, doch liegt der Verdacht nah auf der Hand) diesen schier unerschöpflichen Geldquell nicht allein für die eigene Tasche entdeckte, gedeckt von einem Kartell der Heuchler. Was soll man ihnen denn noch glauben, nach 5.000 Stahlhelmen (das war mir einen Satire-Beitrag wert), zögerlichen Waffenlieferungen, zudem oft solche, die keiner braucht, das Ganze gemanagt von einer Verteidigungsministerin mit dem Credo einer Kindergärtnerin, offensichtlich völlig überfordert.
Vorbei mit der Bequemlichkeit, jetzt haben wir Krieg, doch die Energieriesen mit ihren Großspenden sind nur die Spitze des Eisbergs.

Stadtwerke

Da sind wir bei der zweiten und dritten politischen Ebene, unbesehen der Kreuz- und Querbeteiligungen mit oder von Konzernen der noch größere Posten. Oder sollte man diese Unternehmen lieber als Entsorgungsbetriebe für (noch)aktive und abgehalfterte Politiker wie deren Sipp- und Vetternschaften bezeichnen?
Als ich im Dezember 1989 mit einer Delegation der „Neuen Parteien“ in Mainz weilte, trat während einer Abendveranstaltung im Rheinland-Pfälzischen Landtag ein bärtiger Herr an mich heran, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion stand auf seiner Karte geschrieben. Nach ein paar Worten über Tagespolitik, raunte er mir zu: „Gründet Stadtwerke, das schafft Arbeitsplätze.“ Kartell der Bequemlichkeit - 2022 - Jahr der Wahrheit 1

Arbeitsplätze

Klang plausibel, den Hintergrund der Worte erkannte ich einige Zeit später, nachdem dieselben gegründet waren (einschließlich KOWO und anderen), nachdem die ersten Namen auftauchten, nachdem die ersten Skandale bekannt wurden. Da wurde mir klar, wie das mit den „Arbeitsplätzen“ gemeint war. Das Kartell der Raffkes, die nicht einmal in jedem Falle die Qualifikation für das besaßen, wofür sie bezahlt wurden und noch immer bezahlt werden. Der Bürger schaut hilflos zu oder liest mit einem lachenden und einem weinenden Auge die letzte Begründung der Stadtwerke für die X-te Erhöhung der Strompreise. Mit einem lachenden, weil die letzte hier in dieser Stadt tatsächlich reif für einen Satirebeitrag gewesen wäre. Das soll aber anderswo nicht anders sein. Die Gewinne aus Öl und Gas waren also zuerst einmal ein Segen für die politische Klasse aller Ebenen in diesem Lande und deren Anhang.

Mutige Schritte

kartell_heizkostenmodell… sind gefragt am Ende der Bequemlichkeit,
und keine Treppenwitze, geradezu sprichwörtlich bei dem Treppchen-Modell, das uns gerade die andere Schauspielerin dieser Bunderegierung, Bundesbauministerin Klara Geywitz, zur Gestaltung der CO²-Bepreisung der Heizkosten vorstellte, das Ganze „Fairness bei den CO²-Kosten“ genannt. Eine Lachnummer, schon allein aus der Frage heraus, wer das kontrollieren und am Ende durchsetzen soll. Das Ganze in einer Zeit der Krise, in der die Mehrheit der Menschen wahrlich andere Sorgen hat. Wir stehen im Moment vor wirklich anderen Problemen, das wohl wichtigste: was können wir tun, um diesen Verrückten im Kreml wirksam (!) an jedem weiteren Kriegsabenteuer zu hindern?

Wohlstandsverlust

Wie Herr Lindner richtig sagte, werden wir mit Wohlstandsverlust zu rechnen haben, und um den zu begrenzen, sollte zunächst einmal alles vom Tisch, was die Menschen zusätzlich belastet, soziale Unruhen sind das Letzte, was wir jetzt brauchen, darauf wartet der Herr im Kreml doch nur. Wenn er das erreicht, dann kommen wir vielleicht an einen Punkt, an dem man über Klimaschutz nicht mehr reden muss, weil es schlicht niemanden mehr gibt, der darüber reden kann. Und wer noch immer ein solch unerträgliches Maß an Ignoranz aufbringt, wie in den letzten 10 – 15 Jahren, diesem Herrn Putin nicht alles zu zutrauen, der gehört schlicht und ergreifend nicht auf einen Regierungsstuhl, wir brauchen ein Kartell der Vernunft und des Mutes.

Unterstützung

kartell_mariupol_in_truemmern

Mariupol

… der Ukraine mit ALLEN Mitteln, und da bin ich bei dem oben erwähnten Unterschied. Gewiss profitierte fast ganz Europa von den günstigen Preisen bei Gas und Öl, manche gaben die sogar an ihre Bürger weiter! Manche, wie die Balten, begannen auch schon vor fast 10 Jahren damit, sich unabhängig zu machen, manche, wie die kleinen Niederlande, lieferten schon Waffen, als Deutschland sich noch vehement weigerte. Und manch einer, falls er nicht sogar auf Putins Gehaltsliste steht, mag vielleicht noch der trügerischen Hoffnung erlegen sein, der Kelch gehe an uns vorbei. Dabei sind wir schon mitten drin und manch einer wird das vielleicht noch zu spüren bekommen, wenn die Bequemlichkeit endgültig aufhört, doch vielleicht ist es dann schon zu spät für das Kartell?


Blog Highlights

BuchtippsReportagenErotikklassikerErotikfilme
Buch- und Filmtipps mit LeseprobenBerichte/ Reportagen aus Erfurt & ThüringenErotische Literatur – Klassik & ModerneFilme nach erotischen Romanvorlagen u. a.

Verlorene Generationen

Roman einer Familie Teil I
Teil I des Dreiteilers führt Sie in die Zeit etwa ein Jahre vor Ende des Ersten Weltkrieges bis zu Beginn der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Zu Beginn des Jahres 1918 halten viele den Krieg bereits für verloren, erste polnische Gebietsforderungen werden bekannt. Deutsche, die seit Jahrhunderten in Westpreußen leben, bangen um ihre Existenz.
frank_c_mey_verlorene_generationenDoch nicht allein dort, selbst in Ostpreußen, in Königsberg, teilt man die Sorgen. Nicht allein wegen polnischer Ansprüche, nach Ende des Krieges rücken Truppen der neu formierten Roten Armee bis dicht an Preußens Grenzen vor. Ein mutiger General, Patriot, seit Kriegsbeginn pensioniert, organisiert die Aufstellung erster Freikorps und Landwehrverbände. Dessen Schützling, die Baroness Lina von Leutenberg, die hin und her schwankt, ein Zurück in die Heimat gibt es nicht, wird sie das Schicksal Millionen anderer, die ihre Heimat verloren, teilen müssen?
Westpreußen
Gut des Barons Albrecht von Leutenberg. Die Familie lädt traditionell am Neujahrstag benachbarte Grundbesitzer, Bauern sowie die leitenden Angestellten der Güter und Freunde zu einem Festessen ein
Die Stimmung getrübt, nicht allein weil seit Tagen eine dichte Wolkendecke, die tief über der verschneiten Landschaft hängt, das Gefühl vermittelt, der Pulverdampf der Herbst-Kämpfe an der Ostfront habe sich wie ein durchnässtes Handtuch, schwer und wabernd, über die Köpfe der Menschen hinweg gespannt, was selbst das Atmen zur Last werden lässt. Doch nicht allein das Wetter bedrückt, der seit 1914 tobende Krieg, der größte, den die Welt bis dahin kennenlernte, riss tiefe Wunden in zahlreiche Familien. Die wehrfähigen Männer stehen überwiegend an den Fronten, liegen verwundet in einem der zahlreichen Lazarette oder fielen bereits dem Krieg zum Opfer ... Alle Leseproben>>>

Sie sind nicht Kunde|in bei Amazon?

Sie können die Bücher auch als gebundenes Buch oder Taschenbuch unter Angebe der ISBN in jeder Buchhandlung erwerben. Die ISBN finden Sie auf der jeweiligen Seite mit den Leseproben.

Oder Kauf direkt beim Autor mit Wunschsignatur - Information hier>>>

Besuchen Sie auch meine Autorenseite bei Amazon>>>

Zufällige Werbeeinblendungen - Wenn Sie Werbung auf diesem Blog schalten wollen, dann senden Sie bitte eine Anfrage über das Kontaktformular>>>>

amazon_audible kartell_der_bequemlichkeit_2022_jahr_der_wahrheit
85 / 100

Kommentar hinterlassen zu "Kartell der Bequemlichkeit – 2022 – Jahr der Wahrheit"

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.