Gera-Radweg tapfer bis Unstrut-Mündung (07/ 2015)

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Auf dem Gera-Radweg – 03.07.2015

Von Erfurt bis zur Unstrut-Mündung und zurück – Radtour – Die schönsten Radwege in Thüringen

Gera-Radweg – Nicht nur das gute, alte Erfurt hat, innerhalb der Stadtgrenzen wie im näheren Umland, einiges zu bieten. Es lohnt sich, auf sehr gut ausgebauten Radwegen, die nähere Umgebung zu ergründen …

Der Gera-Radweg

Der Gera-Radweg beginnt auf den Höhen des Thüringer Waldes, an der Schmücke, an deren Nordhang die beiden Quellbäche der Gera, die Wilde und die Zahme Gera entspringen. Der Gera-Radweg hat eine Länge von 75 km und verläuft überwiegend im Uferbereich des Flusses entlang. Der besondere Reiz liegt in der Abwechslung, den die Natur bietet, vom Thüringer Wald hinein ins breite Gera-Tal, wo die Gera am Ende in Gebesee in die Unstrut mündet. Ich hatte mir zwei Abschnitte vorgenommen, diesen und später von den Quellen bis nach Erfurt. amazonvideo

Nördlicher Teil

Am 3. Juli war das der nördliche Teil des Gera-Radwegs bis an sein Ende, der Mündung der Gera in die Unstrut, an der mein Geburtsstädtchen Gebesee liegt. Die Tour beginnt bei angenehmen 30 Grad Celsius im Schatten, da war Tapferkeit wirklich gefragt, und es ging schließlich über eine lange Strecke. Den Südabschnitt des Gera-Radwegs von den Quellen bis nach Erfurt finden Sie hier>>>

Auf dem Gera-Radweg

Nach etwa 10 km vom Wohnort aus biegen wir an der Krämerbrücke (siehe auch Krämerbrückenfest) auf den Gera-Radweg ein und folgen dem Flusslauf in Richtung Norden. Wenn das Frühstück nicht erst eine knappe Stunde zurück gelegen hätte, wäre hier in einladenden Restaurants und Cafés die erste Rast fällig gewesen. Vorbei an uralten restaurierten Fachwerkhäusern passieren wir mit dem Comthurhof eines der markantesten Gebäude in diesem Teil der Erfurter Altstadt. Bereits im Jahre 1251 gehörte das Grundstück dem Deutschen Orden und diente als Verwaltungssitz und Wirtschaftshof. Der prächtige Renaissancebau, so wie wir ihn heute noch vorfinden, entstand im Jahre 1573.

Das Augustinerkloster

Nur wenige Meter weiter in der Augustinerstraße, die wir lediglich überqueren und daher nicht direkt an unserer Strecke liegend, doch in jedem Falle besuchenswert, das ab dem Jahre 1277 erbaute Augustinerkloster. Hier lebte und wirkte zwischen 1505 und 1512 Martin Luther als Mönch, der, der Legende nach, diesen Entschluss, Mönch zu werden, auf seinem Wege von Mansfeld nach Erfurt fasste, nachdem ihn nur wenige Kilometer vor Erfurt ein Gewitter überraschte und er einen in der Nähe einschlagenden Blitz überlebte. amazon_audible

Legenden um Luther

Die Legende eben, man weiß, dass dieser Entschluss über einen längeren Zeitraum hinweg reifte. Dennoch wurde zum Gedenken an der vermeintlichen Stelle der „Luther-Stein“ errichtet, den passieren wir während der Anfahrt zum Mittelabschnitt des Unstrut-Radweges. Eine Gegend, die es öfter zu besuchen lohnt, liegen doch in unmittelbarer Nähe die Stotternheimer Seen. Wer also gern während der Tour ein Bad nimmt (FKK ist für spontanes Baden an mehreren Stellen möglich), der ist hier richtig. Zurück zum Gera-Radweg.

Im Venedig

Mitten in der Stadt gibt es grüne Oasen, die nicht nur zum Pick-Nick einladen. Im glasklaren Wasser der Gera darf man ruhig ein kurzes Bad nehmen oder wenigstens die Füße kühlen. Da wir uns gerade am Start der Tour befinden, besteht dazu noch kein Bedarf. Hier im Venedig treffen Neubau und Altstadt aufeinander. Wäre die Wende nicht gekommen, stünden jetzt dort, wo alte Fachwerkhäuser liebevoll und aufwendig saniert wurden, dieselben Plattenbauten, wie sie hier am Rande des Venedigs bereits zu sehen sind.

Vom Venedig aus gelangen wir nach etwa einem km auf dem Gera-Radweg in den Nordpark mit dem vor wenigen Jahren rekonstruierten Nordbad und von da aus in die Gera-Aue.

Auf dem Gera-Radweg durch den Nordpark

Der Verlauf der Gera am Rande eines Neubaugebietes wird Flächenbestandteil der Bundesgartenschau. Alte Baumriesen, an deren Resten sich noch ganze Generationen von Insekten erfreuen werden, müssen Neupflanzungen weichen. Das Gelände wird großflächig saniert. Das Gera-Wehr bei Gispersleben wird in dieser hier aufgenommenen Form in wenigen Monaten verschwinden. Nach dem vollständigen Abriss des alten Kraftwerks wird der Fluss in mehreren kleinen Stufen über das ehemalige Kraftwerksgelände geleitet. Das alte Wehr wird komplett abgerissen. Die Bauarbeiten sollen 2016 beginnen.


Update 09.07.2019

Die Rote Wand

anfahrt_rote_wandNaturdenkmal – Im Zuge der BUGA-Vorbereitung wurde unlängst bekannt, dass ein Abschnitt der Gera im Ortsteil Gispersleben für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Ich muss, der Ehrlichkeit halber zugeben, dass ich von diesem beeindruckenden Stück Landschaft bis zum Lesen eines Artikels in der Thüringer Allgemeinen nichts wusste. Seit Tagen geplant, nahm ich heute eine Rundfahrt um das östliche und nördliche Erfurt zum Anlass, den Ort zu besuchen. Wer den Verlauf des Gera-Radwegs durch
naturdenkmal_rote_wand_erfurt_gisperslebenGispersleben kennt, wird kein Problem haben, die Zufahrt zu finden (Karte rechts klicken).

Die Zufahrt zur Roten Wand

Momentan gibt es eine Reihe Umleitungen wegen der Bauarbeiten. Diese führen jedoch genau dort auf die alte Trasse wo sich die Zufahrt zur Roten Wand befindet.
Roter Tonmergel und Tonsilit, wie auf einer Tafel zu lesen ist, der sich vor 225 Millionen Jahren im Zeitalter des Mittleren Keupers ablagerte. Über große Teile des heutigen Mitteleuropa hinweg, das Germanische Becken bezeichnet. Dort wo die Ablagerungen mächtig genug waren, entstanden Ziegeleien. Hier nicht weit entfernt am Roten Berg, unter dem dasselbe Sediment lagert. Der Schnitt in die Landschaft, vor dem man steht, entstand durch Auswaschung in einer Flussbiegung der Gera, Naturdenkmal bereits seit dem Jahre 2004. Hier brütet der Eisvogel.


Umweg ab Gispersleben – Weg vom Gera-Radweg

Zurück zum Gera-Radweg:
Ich habe mich entschieden, in Gispersleben den Gera-Radweg zu verlassen und bis zum Ziel entlang der alten B 4 zu fahren. Hier verlaufen ebenfalls gut ausgebaute Radwege parallel zur Straße. Den Gera-Radweg in diesem Bereich nutzen wir dann für die Rückfahrt.

Kirchtürmen kam früher dieselbe Bedeutung zu wie den Leuchttürmen an der Küste, Orientierungspunkte für Reisende. Man sagt, an der Größe der Kirchen erkenne man, wie reich oder wie arm ein Dorf gewesen sein muss. Dann war Elxleben sicher ein armes Dorf.

Vorbei an der Schwellenburg

Vorbei an der Schwellenburg weiter in Richtung Walschleben (Informationen zur „Schwellenburg“ bei Kühnhausen) wo gerade die Linden blühen, ein betörender Duft. Im Lindenhof gab es früher regelmäßig Jugendtanz, von den Gebeseeern gern besucht, die danach so manche Braut entführten. Im Biergarten des Gasthofs „Schäler“ war Zeit für die Mittagspause .
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In Walschleben verlassen wir den üblichen Kurs und bewegen uns entlang der Grenze zum „Gothschen“, wie es im hiesigen Dialekt genannt wird, der Grenze zum Landkreis Gotha, früher zum Kurfürstentum „Gotha-Coburg“ gehörend, aus dem die englische Königsdynastie entstammt, die bis zum Ersten Weltkrieg denselben Namen trug.

Der Unstrutradweg

Wir nutzen jetzt ein Stück des Unstrutradwegs, in den der Gera-Radweg in der Nähe der Mündung einschwenkt. Wir befinden uns auf einem Gebiet, das Jahrhunderte lang zu den Besitzungen des Klosters Fulda zählte, dessen Mönche in dieser Gegend die Heiden bekehrten. Später kam es zum Erzbistum Mainz, und seit 1815, nach dem Wiener Kongress, bis zur Übernahme der Macht durch die Nazis gehörte die Gegend zu Preußen. Zwischenzeitlich, nach der Napoleonischen Eroberung und dem Zerfall des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, im Jahre 1806, war es Teil der Staatsdomäne Erfurt und somit persönlicher Besitz des Franzosen-Kaisers.

Ein Stück Geschichte am Gera-Radweg

Erfurt und Umgebung blieben selbst während der Weimarer Republik als eigenständiger Regierungsbezirk preußische Exklave und kamen erst nach der Wende 1990 zum neuen Land Thüringen (das kurze Nachkriegs-Intermezzo bis zur Auflösung der Länder soll nicht unerwähnt bleiben). Weil Erfurt die längste Zeit zu Preußen gehörte, entbrannte 1990 ein Streit zwischen Erfurt und Weimar, als es um die Frage ging, welche der beiden Städte Landeshauptstadt werden sollte.

Um Gebesee herum

Zunächst umfahren wir Gebesee und kreuzen auf dem „Hessenberg“ den Unstrutradweg, der hier, von Herbsleben kommend über Gebesee in Richtung Sömmerda weiterführt. Am „Wassertürmchen“, das Gebesee über lange Jahre hinweg allein mit Trinkwasser versorgte, ließen wir als Kinder früher die Drachen steigen. In der Gebeseeer Siedlung siedelten sich nach dem Ersten Weltkrieg überwiegend Flüchtlinge aus Westpreußen an, die sich vor dem Terror polnischer Freischärler in Sicherheit bringen mussten. Davon wird in meinem nächsten Roman zu lesen sein. (Update 11.5.22 – inzwischen ist er im Handel) Seit der Wende werden in der Gebeseeer Flur großflächig Erdbeeren angebaut.

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Erdbeerfelder

Ein rumänischer Erdbeerpflücker, der ein wenig Deutsch sprach, versicherte mir, es ginge ihnen hier sehr gut, man verdiene „gutes Geld“ und werde sehr gut behandelt.
Schließlich erreichen wir die Unstrut, die sich im Laufe der Jahre seit der Wende teils selbst, teils mit Hilfe des örtlichen Angelvereins renaturierte. In den 80er Jahren war hier, nach 40 Jahren kommunistischer Misswirtschaft, kein Fisch mehr zu finden. Inzwischen gibt es sogar wieder Flusskrebse. Man erzählt sich, es gäbe ein Gedicht von Goethe, der hin und wieder von Weimar kommend, auf dem Wege in die Solbäder Langensalzas, über Gebesee gefahren sein soll.

Dichtung und Wahrheit

Das schönste Städtchen in Thüringen ist, dort wo die Gera zur Unstrut fließt …

Ob Goethe dies wirklich geschrieben hat? Nicht verbürgt, aber er könnte durchaus Recht haben, schaut man sich die Gegend etwas genauer an.

Unstrut-Mündung

Nach einer Rast an der Mündung  kehren wir auf den Gera-Radweg zurück und befahren ihn entgegen der Fließrichtung zurück nach Erfurt. Zuvor statten wir Gebesee einen kurzen Besuch ab, nebst Erneuerung des Getränkebestands. Das Thermometer ist inzwischen auf freundliche und sehr schwüle 34 Grad geklettert, fast eine Herausforderung. Den Südabschnitt des Gera-Radwegs von den Quellen bis nach Erfurt finden Sie hier>>>

Wenn wir vorhin von dem Rückschluss aus der Größe der Kirchen auf den Reichtum einer Gemeinde lasen, dann muss Gebesee reich gewesen sein. Hier gibt es zwei davon, die romanische (kleinere) Katharinenkirche sowie die gotische St. Laurentius. Und es gab noch eine Dritte, die aus Holz, auf einem nahe gelegenen Hügel, dem Klausberg, erbaut war und im Mittelalter niederbrannte.

Die Kirchen in Gebesee

Nicht zu vergessen die dritte noch existierende Kirche, eher ein Gebetshaus, von den Einheimischen als katholische Kirche bezeichnet. Bei den hier ansässigen Katholiken handelt es sich fast ausnahmslos um Vertriebene nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, die hier eine neue Heimat fanden. Von manchem abfällig als „die Evakuierten“ bezeichnet. Wenn wir heute händeringend nach den Wurzeln einer erneut erstarkenden Fremdenfeindlichkeit suchen, so sehen wir an diesem Beispiel, dass selbst Deutsche nicht überall und von allen willkommen geheißen wurden.


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Gebesee

Gebesee hob sich immer von den umgebenden Dörfern ab, da es eine fränkische Ansiedlung inmitten thüringischer Dörfer war. Die Siedlungen der Thüringer erkennt man an den Endungen „leben“ (siehe Übersichtskarte). Die fränkischen an den Endungen „heim“ und „hausen“. Gebesee entstand aus Gebohausen, im Besitz eines Adelsgeschlechts, derer von Gebiesen wurde schließlich Gebesee. Für die FDP müsste Gebesee sogar Wallfahrtsort werden, da hier seit der Wende die FDP mit absoluter Mehrheit den Stadtrat dominiert. Ein prominentes Mitglied wurde vor wenigen Tagen ermordet, tragisch … Mehr über Gebesee bekommen Sie im ersten Abschnitt des Unstrut-Radweges, von den Quellen bis zur Gera-Mündung, zu lesen.

Das Gebeseeer Schloss

Das Schloss, jetzt im Besitz der „Erdbeer GmbH“, war im frühen Mittelalter als Castrum Bärenstein eine fränkische Grenz-Garnison zum benachbarten Sachsen, als es das Reich der „Toringi“ bereits nicht mehr gab. Ob es 531 in der Schlacht an der Unstrut, von der man immer noch nicht sicher ist, ob es sie je gegeben hat, oder nach einem in der Sage berichteten Gemetzel der Sachsen an unbewaffneten Thüringer Stammesadligen, untergegangen ist, weiß man nicht so ganz genau. Lediglich der Untergang ist verbürgt. Das Schloss war bis zur Abschaffung der Monarchie zuletzt im Besitz der preußischen Adelsfamilie von Brinken, danach ein Schullandheim der Hermann-Lietz-Stiftung. amazonvideo

Urlaub im Schloss

Nach dem Krieg wurde es Jugendwerkhof. Nach der Wende ging das Anwesen in den Besitz der Herman-Lietz-Stiftung zurück und wurde als Sonderschule mit Berufsausbildung, später als anerkannte staatliche Berufsschule genutzt. Bis es dann, nach verschiedenen mehr oder weniger erfolgreichen Betreiberkonzepten im Jahre 2008 von den Inhabern des vorgenannten Erdbeerhofes erworben wurde. Unter der Werbung „Urlaub im Schloss“ kann man hier seit 2011 Ferienwohnungen buchen. Vielleicht finden Sie, der oder die Sie diesen Beitrag lesen, einmal Lust, den Gera-Radweg von Gebesee aus zu befahren. Hier in diesem Blog finden Sie eine Reihe Anregungen>>>

Wo die Liebe so hinfällt?

Eine Tochter der bekannten Bauernfamilie Kerst, die bereits seit Generationen in Gebesee Landwirtschaft betreibt, richtete den Hof nach 1990 neu ein und spezialisierte sich, unterstützt von ihrem aus dem Westen stammenden Ehemann, der den Namen „Leefers“ (und, wie man hören kann, auch etwas Startkapital) einbrachte, später auf den Anbau von Erdbeeren. Wie Sie weiter oben lesen konnten, werden die Erntearbeiten hauptsächlich von Gastarbeitern aus dem Osten und Süd-Osten geleistet. Nicht selten sind sehr attraktive junge Frauen dabei, und wie man im Städtchen munkelt, soll wohl der ehemalige Hausherr mit einer jungen Rumänin durchgebrannt sein. Aber Gerüchte (!), wer glaubt schon an so etwas, oder???

Die Rückfahrt

Über Ringleben treten wir den Rückweg nach Erfurt an (Hier zweigt der Unstrut-Radweg ab, den wir später befahren). Man könnte von hier aus mit dem Zug zurück fahren, aber da wir den Gera-Radweg in Gispersleben verließen, steht ein ganzes Stück für die Befahrung offen.
Nun mag die Frage aufkommen, warum die Stadt Gebesee über keinen Bahnhof verfügt, dafür das Dörfchen Ringleben. Es gibt zwei Erklärungen: die erste diente den Ringlebern gern dazu, die „Städter“ aus dem benachbarten Gebesee zu verspotten. Man behauptete, einige Gebeseeer Großbauern seien seinerzeit nicht bereit gewesen, Land an die Eisenbahngesellschaft zu verkaufen. amazon_audible

Und noch einmal ein Stück Geschichte

Daher habe man den Schienenstrang in einem Bogen um die Flur der Stadt herum gebaut. Die Wahrheit erschließt sich wohl eher, wirft man einen Blick auf die Landkarte. Verläuft die Bahnlinie, von Erfurt her kommend bis Walschleben, in Richtung Nord-Westen, schwenkt dieselbe von dort aus nahezu geradlinig nach Nord-Osten in Richtung Straußfurt ab. Um Gebesee anzuschließen, wäre ein Bogen nötig gewesen, und man hätte obendrein die Gera zweimal überqueren müssen. Hier werden wohl die Kosten eine dominierende Rolle gespielt haben. Außerdem verfügte Gebesee als reine Ackerbauernstadt über keinerlei Industrie, von einigen kleineren Handwerksbetrieben abgesehen.

Gera-Radweg auf der Dammkrone

In Walschleben und Straußfurt hingegen entstanden während der Bauzeit der Bahn Ende der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts erste Zentren für die Verarbeitung der im Thüringer Becken sehr gut gedeihenden Zuckerrüben zu Weißzucker.
Also nicht Bahn, sondern Rad das angesagte Verkehrsmittel.
Der Gera-Radweg verläuft als asphaltierter, etwa 1 Meter breiter, Pfad auf der westlichen Dammkrone des Gera-Deichs bis kurz vor Walschleben. Der „Ger-Damm“, so nannten wir ihn früher in unserem Dialekt, der alles abkürzte, was abzukürzen ging und der, wie uns ein Deutschlehrer an der Oberschule klar machte, gar kein Dialekt war, sondern Maulfaulheit.

Hochwasserschutz?

Der Freistaat Thüringen finanziert ein Überlaufbecken zur Minderung zukünftiger Hochwasser. Auf dem Deich kurz vor der Anlage sieht man eine Marke des letzten Hochwassers vom 31. Mai 2013 wenig unterhalb der Deichkrone.

Dass die Gera den Namen „Wild“ verdient, davon können Anwohner aus mehreren Hochwassern heraus ein „Liedchen singen“.
Update 01.08.2019
Gut vier Jahre später ist das Hochwasserrückhaltebecken von diversen Unkräutern, sicher auch nützlichen Kräutern, überwuchert. Es hat noch keinen Tropfen Wasser zurück gehalten. Und wenn man die Prognosen für die Entwicklung des Klimas in unseren Breiten ernst nimmt, wird dies möglicherweise für die Zukunft so bleiben.

Hochwasserschutz?

Die Unwetter, wenn sie denn auftreten, treffen andere Regionen und spielen sich zudem überwiegend regional ab. Indes, die Pegel der Flüsse sinken weiter ab. Millionen sinnlos in der Erde versenkt? Wer weiß das schon so ganz genau? Daneben ein Sonnenblumenfeld soweit das Auge reicht.
walschleben_hochwasserschutzwalschleben_sonnenblumenfeldIn Walschleben entfernt sich der Gera-Radweg von der Gera und führt bis Elxleben über eine Piste entlang der alten B4. Man kann jedoch einen gut geschotterten Weg neben dem Deich bis Elxleben ebenso gut nutzen.

Das Gewitter blieb fern

In Elxleben wechseln wir über die Brücke an das östliche Ufer bis Kühnhausen, von da aus über eine geschotterte Piste zurück in die Gera-Aue nach Gispersleben, wo wir für unsere Tour am Vormittag den Radweg verließen. Die letzten 10 km begleitete uns ein Gewitter, das jedoch noch weit genug entfernt war und in Dachwig, wie am Abend in den Nachrichten gemeldet, erhebliche Schäden verursachte. Der Tacho zeigt, nach einigen Umwegen 78 km … Den Südabschnitt  des Gera-Radwegs von den Quellen bis nach Erfurt finden Sie hier>>>

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„Ich bereite dich vor, damit du locker wirst. Im Auto habe ich eine Decke für den Rest… Wir können auch zu mir fahren, wenn du willst.“
mutterliebe_taschenbuchSeine Hand lag kalt auf ihrem nackten Schenkel. Alles in ihr wurde mit einem Mal kalt. Er küsste sie nicht einmal, er schob sie nur auf das kühle Metall wie ein Stück Fleisch. Sie spürte sein steifes Glied an ihrem Bauch, nachdem er sich über sie lehnte. Er musste wohl während der letzten Schritte, ohne dass sie es bemerkte, bereits seine Hose geöffnet haben. Bevor seine Hand ihren Schoß erreichte, stieß sie ihn zur Seite, wütend lief sie den Weg zurück.
„Du bist gar nicht mein Typ, du blöde Fotze!“ rief er ihr nach.
Sie war gekränkt. Nicht von dem, was er gerade vor hatte. Sie war gekränkt von seinen Worten. Blöde Fotze, das sagte noch niemand zu ihr.
Nach dem letzten Wort stellte er die Flasche weg, um sie anschließend auf den Bauch zu drehen. Die nächste Wanderung begann er an ihren Füßen, er umschiffte mehrmals den Hafen, in den die bis zum Rand gefüllten Schiffe gewöhnlich irgendwann einlaufen, um sich zu entladen. Am Ende war es sein Mund, den er ein zweites Mal eintauchte, seine Zunge am Molenkopf, an der engen Einfahrt.
Ein Rausch der Sinne, dem sie sich hingab. Große, kräftige, dennoch solch wunderbar zärtliche Hände, die zupackten als er ihre Po-Backen auseinander zog, um danach erneut so sanft über ihre Haut zu gleiten, wie ein Pianist, der die Tasten des Klaviers streichelt. Sie kam mehrmals, ein einziger nicht enden wollender Orgasmus ... Alle Leseproben>>>

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