Émile Zola – Die Erde

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Unvergessene Werke der Weltliteratur

Émile Zola über die Leiden französischer Bauern

Sicher ist Émile Zolas Buch keine erbauliche Abendlektüre für wohlbehütete höhere Töchter, es ist auch kein Buch zum Träumen und Ausruhen … (unbekannter Rezensent)

Émile Zola – Der Autor

émile_zola_buchvorstellung Man möge glauben, nicht viel über diesen großen Schriftsteller Émile Zola, über den, der zu den Großen der Weltliteratur gehört, sagen (resp. schreiben) zu müssen, doch weit gefehlt. Fragen Sie auf der Straße zufällig ausgewählte Personen aus der Generation der „Nach-Wende-Geborenen“ nach Zola. Wenn es sich nicht zufällig um Literaturfreunde handelt, die sich nicht allein der modernen Literatur verschrieben haben, sondern auch die Klassiker in ihren Hinterköpfen tragen, jene, die mit ihren Werken den Urstoff für so manch moderne Abhandlung lieferten, so werden Sie zu erstaunlichen Erkenntnissen gelangen, warum? „Es liest sich etwas befremdlich“, sagte ein Student der Politikwissenschaften vor einigen Jahren in einem Gespräch zu mir. Die Sprache mute etwas umständlich an, zu viele Worte um einen klaren Sachverhalt präzise zu beschreiben. Nun gut, ich muss zugeben, dass ich das Buch zum ersten Mal in die Hand nahm, da war ich um die Dreißig. Ich kam etwa bis Seite 50 oder ein Stück weiter, warum ich es unlängst erneut las, dieses Mal bis zum Ende, erfahren Sie im nächsten Abschnitt. Aber vielleicht liegt es ja auch am Alter.
Émile Édouard Charles Antoine Zola, geboren am 2. April 1840 in Paris, gilt als einer der großen französischen Romanciers des 19. Jahrhunderts und als Leitfigur und Begründer der gesamteuropäischen literarischen Strömung des Naturalismus, so erzählt es uns Wikipedia. Außerdem aktiver Journalist, der eine gemäßigte linke Position vertrat.
Zola verstarb am 29. September 1902 im Alter von nur 62 Jahren in Paris.

Michel Houllebecq und Émile Zola

Im Winter 2019 stieß ich auf Michel Houllebecqs „Serotonin“ (eine Buchvorstellung finden Sie hier>>>). Nicht allein weil die von mir so heiß geliebte Sarah Wagenknecht (warum ich die Dame mag, erfahren Sie hier>>>) das Buch während eine Interviews erwähnte (da hatte ich es bereits erworben), nein, ich bekam Lust auf das Buch nach dem Lesen einer Rezension von Sabine Glaubitz in der Thüringer Allgemeinen.
michel_houellebecq_serotoninEs dauerte nicht lange, keine fünfzig Seiten in „Serotonin“, bis mein Blick auf mein Bücherregal fiel, auf ein bereits verblichenes, in Leinen gebundenes Werk mit eingangs erwähntem Titel. Ein Erbstück aus väterlichem Fundus. Zola beschreibt die Lage französischer Bauern im Vorfeld des Deutsch-Französischen Krieges 1870/ 71. Hunger und Not auf der einen, Reichtum und Überfluss auf der anderen Seite. Billige Getreideimporte aus den USA drücken die Preise und zwingen gerade kleinere Höfe in den Ruin. Die Großen schlucken die Kleinen, sie setzen Maschinen ein, der Beginn der Industrialisierung der Landwirtschaft. Etwa in derselben Zeit nimmt Karl Marx diese Zustände aufs Korn, indem er in seiner Kapitalismus-Kritik erwähnt, wenn der Bauer seine Lage nicht bald erkenne, werde die Entwicklung über ihn hinweg fegen „… wie ein Eisenbahnzug über eine Schubkarre.“
Bei Michel Houllebecq geht es um Ähnliches, industrialisierte Tierhaltung, um den drohenden Untergang eines klassischen Wirtschaftszweiges in der Zeit der Weltmärkte und der gesichtslosen EU-Bürokratie, Gesellschaftskritik (warum sonst sollte Sarah Wagenknecht das Buch empfehlen?), Untergangs-Philosophie …
Das Fatale nur, die Tod gesagten leben immer noch (und einige davon gar nicht so schlecht) und wenn sie nicht sterben, werden sie selbst in hundert Jahren noch leben.

Netzfund eines unbekannten Rezensenten

Der Name des Verfassers war leider nicht auszumachen, doch trifft die Rezension den Inhalt des Romans in seinen Kern:
Sicher ist Émile Zolas Buch keine erbauliche Abendlektüre für wohlbehütete höhere Töchter, es ist auch kein Buch zum Träumen und Ausruhen. Die Erde spricht eine harte, oft erbarmungslose Sprache, vielleicht schockiert sie auch mit dem einen oder anderen Abschnitt, schlüpfrig und gewollt aufreizend jedoch sind ihre Bilder nie. Kritiker zum Buch als „unmoralisches Werk“ gab es wie Sand am Meer. Der Vorwurf der Unmoral fiel letztlich auf jene zurück, die Autor und Werk so übel verleumdet hatten. Nicht nur wohlgesinnte Freunde verurteilten die Beleidigungen der »Fünf« und die Gehässigkeit der Presse, auch eine kleine Gruppe zeitgenössischer Kritiker, vornehmlich der Linkspresse, allen voran die Mitarbeiter des Cri du peuple – und diese Tatsache zeigt deutlicher als alle vordergründigen Argumente, wo eigentlich die Fronten dieser Literaturschlacht um „Die Erde“ verliefen – ließen dem Werk Gerechtigkeit widerfahren. Vor allem aber waren es die Leser selbst, die mit ihrem Urteil den Streit der Meinungen entschieden. 1902, im Todesjahr Zolas, hatte „Die Erde“ eine Auflagenhöhe von 135000 Exemplaren erreicht, und 1928 konnte Maurice Le Blond, der Herausgeber von Zolas Gesamtwerk, feststellen, dass sie die beliebtesten Werke Zolas, wie Germinal und Nana, bereits übertraf …
Naturalistische Literatur – die detaillierte Beschreibung der Wirklichkeit, zu der auch, wie vieles andere, die Sexualität gehört, die Unmoral wie man noch heute aus verlogenem Munde gern zu hören bekommt. Auch für deren Thematisierung war Zola nicht unbekannt, „Nana“ las ich in der weiter oben erwähnten Zeit, im Alter um die Dreißig, bis zum Ende.
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Die Erde – Leseproben

Begehrt wie die Frau eines anderen …

„Ja, das stimmt“, sagte Vater Fouan. „Es hat trotzdem gute Zeiten gehabt in meiner Jugend … Ich, der ich zu euch rede, ich habe Napoleon einmal in Chartres gesehen. Ich war zwanzig Jahre alt … Man war frei, man hatte die Erde, und das schien so gut zu sein! Ich entsinne mich, dass mein Vater eines Tages sagte, er säe Sous und er ernte Taler … Dann haben wir Ludwig XVIII., Karl X, Louis-Philippe gehabt. Das ging immerhin, man hatte zu essen, man konnte sich nicht beklagen. Und heute ist nun Napoleon III. da, und bis zum letzten Jahr ging das noch nicht zu schlecht … Bloß …“ Er wollte den Rest für sich behalten, doch die Worte entschlüpften ihm.
„Bloß hat uns das was genützt, denen ihre Freiheit und denen ihre Gleichheit, Rose und mir? – Sind wir deshalb fetter, nachdem wir uns fünfzig Jahre lang geschunden haben?“ Alsdann fasste er in in paar langsamen und mühseligen Worten unbewusst diese ganze Geschichte zusammen: die Erde, die so lange für den Grundherrn bebaut worden war, unter dem Prügel des Herrn und in der Nacktheit des Sklaven, dem nichts gehört, nicht einmal seine Haut; die Erde, die mit seiner Mühe befruchtet, die während dieses heißen und innigen Zusammenlebens zu jeder Stunde leidenschaftlich geliebt und begehrt worden war wie die Frau eines anderen, die man hegt, die man umarmt und die man nicht besitzen kann; die Erde, die nach Jahrhunderten dieser Lüsternheitsmarter endlich erlangt, erworben, zu seinem Eigentum geworden war, sein Genuss, der einzige Quell seine Lebens.
[…] In der Beauce ist die Erde noch weich, sie verlangt nur eine beständige gute Bearbeitung … Bloß das nimmt ein Wendung zum Schlimmen. Sicher wird es weniger mit ihrer Fruchtbarkeit; Felder, auf denen man früher zwanzig Doppelzentner geerntet hat, bringen heute nur fünfzehn … Und der Preis für den Doppelzentner sinkt seit einem Jahr …

Ich bin seine Schwester, ich könnte gut seine Frau sein …

„Das sind alles Schwindeleien, was man erzählt, dass ihr mit eurem Bruder schlaft?“
So blass Palmyres Gesicht auch war, es wurde purpurrot von einer Woge Blut, die ihr ihre Jugend zurück gab. Überrascht, verärgert, weil ihr nicht die Widerlegung einfiel, di sie gewünscht hätte, stammelte sie:
èmile_zola_die_erde_leseproben„Oh, die Bösewichter … als ob man glauben kann …“
Und Francoise und Jean, die wieder von lärmender Fröhlichkeit erfasst wurden, redeten gleichzeitig, trieben sie in die Enge, brachten sie außer Fassung. Freilich, in dem verfallenen Stall, in dem beide wohnten, sie und ihr Bruder, gab es kaum eine Möglichkeit, sich zu rühren, ohne dass einer auf den anderen fiel. Ihre Strohsäcke berührten sich auf dem Erdboden; klar dass sie sich da nachts irrten.
„Na los, es stimmt, sag dass es stimmt … Außerdem weiß man es.“
Aufrecht stand Palmyre da, war bestürzt, ließ sich hinreißen in ihrem Schmerz:
„Und wenn das stimmen würde, was schert euch das … Der arme Kleine hat sowieso nicht viel Vergnügen. Ich bin seine Schwester, ich könnte gut seine Frau sein, wo ihn alle Mädchen verstoßen.“ Zwei Tränen rannen bei diesem Geständnis über ihre Wangen, bei ihrem herzzerreißenden Muttergefühl für den Blödling, das bis zur Blutschande ging. Nachdem sie ihm das Brot verdient hatte, konnte sie ihm abends auch noch das geben, was die anderen ihm verweigerten, ein Schmaus, der sie beide nichts kostete; und in der Tiefe ihres dunklen Verstandes erdnaher Wesen, Parias, deren Liebe keinen Willen kannte, hätten sie nicht zu sagen gewusst, wie es dazu gekommen war: ein triebhaftes Sich nähern ohne überlegtes Einwilligen, bei dem er geplagt und viehisch, sie passiv und zu allem bereit war und sie dann beide dem Vergnügen nachgaben, es wärmer zu haben in diesem Gemäuer, in dem sie vor Kälte bibberten … Alles lesen>>>


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Sie wusste nicht genau, was sie wirklich mit Jo an dessen Auto wollte. Es ging ihr lediglich viel zu schnell, als er, kaum angekommen versuchte, sie auf die Motorhaube zu schieben.
„Ich weiß, du bist Jungfrau“, keuchte er, als er versuchte ihren Rock nach oben zu schieben, als er nach ihrem Höschen griff.
„Ich bereite dich vor, damit du locker wirst. Im Auto habe ich eine Decke für den Rest… Wir können auch zu mir fahren, wenn du willst.“
mutterliebe_taschenbuchSeine Hand lag kalt auf ihrem nackten Schenkel. Alles in ihr wurde mit einem Mal kalt. Er küsste sie nicht einmal, er schob sie nur auf das kühle Metall wie ein Stück Fleisch. Sie spürte sein steifes Glied an ihrem Bauch, nachdem er sich über sie lehnte. Er musste wohl während der letzten Schritte, ohne dass sie es bemerkte, bereits seine Hose geöffnet haben. Bevor seine Hand ihren Schoß erreichte, stieß sie ihn zur Seite, wütend lief sie den Weg zurück.
„Du bist gar nicht mein Typ, du blöde Fotze!“ rief er ihr nach.
Sie war gekränkt. Nicht von dem, was er gerade vor hatte. Sie war gekränkt von seinen Worten. Blöde Fotze, das sagte noch niemand zu ihr.
Nach dem letzten Wort stellte er die Flasche weg, um sie anschließend auf den Bauch zu drehen. Die nächste Wanderung begann er an ihren Füßen, er umschiffte mehrmals den Hafen, in den die bis zum Rand gefüllten Schiffe gewöhnlich irgendwann einlaufen, um sich zu entladen. Am Ende war es sein Mund, den er ein zweites Mal eintauchte, seine Zunge am Molenkopf, an der engen Einfahrt.
Ein Rausch der Sinne, dem sie sich hingab. Große, kräftige, dennoch solch wunderbar zärtliche Hände, die zupackten als er ihre Po-Backen auseinander zog, um danach erneut so sanft über ihre Haut zu gleiten, wie ein Pianist, der die Tasten des Klaviers streichelt. Sie kam mehrmals, ein einziger nicht enden wollender Orgasmus ... Alle Leseproben>>>

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