Boris Pasternak (1956) – Doktor Schiwago – Der Erfolg

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Boris Pasternak – Buch- und Filmtipp

Zur Erinnerung an einen der Großen im internationalen Filmgeschäft – Omar Sharif

Anlässlich des Todes eines der größten Schauspieler unserer Zeit, Omar Sharif (+10. Juli 2015), sei an seine unvergessene Hauptrolle in dem Film Dr. Schiwago nach dem Roman von Boris Pasternak erinnert …

Der Roman

„… Alles wahrhaft Große ist ohne Anfang wie das Weltall. Es ist plötzlich da, ohne Entstehung, als wäre es schon immer dagewesen oder vom Himmel gefallen. amazonvideo

Rezension

Boris Pasternak (1956) - Doktor Schiwago - Der Erfolg 1„Ich denke auch, dass Russland dazu verurteilt ist, das erste Reich des Sozialismus seit Bestehen der Welt zu werden. Wenn das geschieht, wird es uns für lange Zeit betäuben, und wenn wir wieder zu uns kommen, werden wir unsere verloren gegangene Erinnerung nicht wiederfinden. Wir werden einen Teil der Vergangenheit vergessen und nicht nach einer außergewöhnlichen Erklärung suchen. Die neu angebrochene Ordnung wird uns umstehen, so gewohnt wie ein Wald am Horizont oder eine Wolke über uns. Sie wird uns von allen Seiten umgeben. Etwas anderes wird nicht sein.“ (Juri Shiwago in Dr. Shiwago, Seite 248) – Rezension Tanja Heckendorn.

Boris Pasternak

Boris Pasternak wurde 1890 in Moskau geboren. In den zwanziger Jahren galt er neben Alexander Blok, Majakowski und Jessenin als der bedeutendste moderne Lyriker Rußlands.
Sein 1956 vollendeter Roman »Doktor Shiwago« durfte in der Sowjetunion nicht erscheinen, sondern wurde zuerst in Italien veröffentlicht. Für »Doktor Schiwago« erhielt Boris Pasternak 1958 den Nobelpreis, den er jedoch nicht annahm, weil er mit einer Ausbürgerung rechnen musste. Boris Pasternak starb 1960 in Peredelkino bei Moskau.
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Leseprobe

Sie gingen und gingen und sangen „Das ewig Gedenken“, und jedes Mal wenn sie inne hielten, scheinen die Füße, die Pferdehufe, die Windstöße den Gesang harmonisch fortzusetzen.
Die Passanten ließen den Trauerzug vorüber, zählten die Kränze, bekreuzigten sich. Neugierige folgten der Prozession, fragten: Wer wird beerdigt?“ Sie bekamen zur Antwort: „Shiwago.“ Aha, verstehe. „Doch nicht er. Seine Frau.“ Dennoch, Gott schenke ihr das Himmelreich. Ein reiches Begräbnis.
Die letzten Minuten verflogen, gezählt, unwiederbringlich. „Die Erde ist des Herrn, und was darinnen ist; der Erdboden und was darauf wohnt.“ Boris Pasternak – Alles lesen>>>

Ein zügelloses Säuferleben

Der Geistliche warf mit kreuzschlagender Geste eine Hand voll Erde auf Maria Nikolajewna Shiwago. „Im Geiste der Gerechten“ wurde angestimmt. Dann hatten es alle schrecklich eilig. Der Sarg wurde geschlossen, zugenagelt, hinab gesenkt. Ein Regen von Erdklumpen prasselte auf ihn herab, vier Spaten schaufelten hastig das Grab zu. Darauf wuchs ein Hügelchen. Auf dieses stieg ein zehnjähriger Junge …
[…] Als Juras Mutter noch lebte, hatte er nicht gewusst, dass der Vater längst von ihnen weggegangen war, die Städte Sibiriens du das Ausland bereiste, ein zügelloses Säuferleben führte und ihr Millionenvermögen längst durchgebracht und verschleudert hatte.

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Jura vermisste den Vater nicht
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Boris Pasternak

Man hatte Jura immer gesagt, der Vater wäre bald in Petersburg, bald auf einer Handelsmesse, zumeist in Irbit.
Dann brach bei der Mutter, die schon immer kränklich gewesen war, die Schwindsucht aus. Sie unternahm nun Reisen nach Südfrankreich und Oberitalien, um wieder gesund zu werden, und Jura durfte sie zweimal begleiten. In solcher Unordnung und voller Rätsel verlief seine Kindheit, oft bei fremden Menschen, die ständig wechselten. Er gewöhnte sich an diese Veränderungen, und in dem ewigen Hin und Her vermisste er den Vater nicht … Boris Pasternak – Alles lesen>>>

Der Film

mit Omar Sharif und Geraldine Chaplin Regie: David Lean

„Dr. Schiwago“, der größte Kassenerfolg der 60er Jahre, avancierte zum Klassiker der Filmgeschichte. Es ist die dramatische Geschichte eines Dichters und Arztes vor dem Hintergrund der russischen Revolution und der unbändigen Liebe zu seiner Frau. Regisseur David Lean inszenierte in faszinierenden, monumentalen Stimmungsbildern ein Kinodrama voller dramatischer Momente, das Millionen Menschen zu Tränen rührte und zu dem Robert Bolt das Drehbuch verfasste. Omar Sharif, Julie Christie, Geraldine Chaplin und Alec Guinness sind in den Hauptrollen ebenso unvergessen wie die sensationelle Musik von Maurice Jarre.

Die Personen

Sharif, der durch Leans vorherigen Film Lawrence von Arabien zum Star wurde, kommt meist edel daher, aber die Nebenfiguren sind ganz schön widerliche Zeitgenossen: Rod Steiger als politisch einflussreicher Geldsack, Tom Courtenay als selbstgerechter Revolutionär, sowie Klaus Kinski und Alec Guinness in kleineren Rollen. Geraldine Chaplin, in ihrem Debüt als erwachsene Schauspielerin, spielt die willfährige Frau des Doktors. Robert Bolts Drehbuch brachte dem Film einen seiner fünf Oscars ein, und ein weiterer ging an das wahrscheinlich am meisten wiedererkennbare Element von Doktor Schiwago: amazon_audible

Der Soundtrack

Boris Pasternak (1956) - Doktor Schiwago - Der Erfolg 4Maurice Jarres romantischer Soundtrack mit der immens populären Erkennungsmelodie „Lara’s Theme“, die sich immer wieder durch die Handlung schlängelt. -Robert Horton
Die Filmmusik von Maurice Jarre (+30. März 2009) wurde nach Erscheinen dieses unvergesslichen Meisterwerkes ein Renner in den Musikcharts der westlichen Welt ,.. Verneigen wir uns vor einem großen Schauspieler, der das Romanleben des Dr. Schiwago mit sehr viel Feingefühl auf die Leinwände dieser Welt brachte …

Omar Sharif
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Omar Sharif

Eine seiner größten Rollen, Dr. Schiwago, in der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Boris Parsternak. Omar Sharif, auch Omar El-Sharif, geboren als Michel Dimitri Chalhoub am 10. April 1932 in Alexandria, war einer der bekanntesten internationalen Schauspieler. Am erfolgreichsten, neben „Dr. Schiwago“ als Sherif Ali Ibn El Kharisch in „Lawrence von Arabien“. Für Lawrence von Arabien wurde Sharif mit dem Golden Globe Award als Bester Nachwuchsdarsteller und einer Oscar-Nominierung bedacht. Ein weiterer großer Erfolg wurde das Musical Funny Girl aus dem Jahre 1968, in dem Sharif die zweite Hauptrolle neben Barbra Streisand spielte. Omar Sharif verstarb am 10. Juli 2015 in Kairo.

Erinnerung

Erinnerung einer völlig anderen Art, immer dann, wenn in meinem Bücherregal der Blick auf den Roman von Boris Pasternak fällt und ich gleichzeitig an Omar Sharif denken muss, im selben Moment die Filmmusik, den Ohrwurm im Ohr. Er sah Omar Sharif wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich, selbst die grauen Schläfen, der stechende, aber doch so gutmütige Blick, Rudi. Ob er wirklich ein Freund war, darüber war ich mir spätestens nach der Wende nicht mehr ganz so sicher. Ärztlicher Direktor einer Frauenklinik in einer kleinen Kreisstadt im Norden, wir trafen uns regelmäßig, um über Gott und die Welt zu plauschen, er war sehr musisch veranlagt.


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Ein – nein Der Frauenschwarm

Beliebt bei den Frauen der Stadt, wenigstens bei denen, den jüngeren, die in sein Beuteschema passten, gehasst von denen, auf die dasselbe nicht zutraf. Ein paar davon vielleicht sogar aus ehrlicher Entrüstung. Er musste seine Stellung als Frauenarzt nicht nutzen, um sich Frauen zu nähern. Selbst wenn er Straßenfeger gewesen wäre, die Frauen hätten ihm, allein seines Charmes wegen, zu Füßen gelegen. Nach der Wende oder während derselben, erlitt er einen Nervenschock. Als ich ihm 1992 zum ersten Mal wiederbegegnete, erkannte er mich nicht, zwei Jahre später verstarb er, einsam, wie man mir erzählte. Es hieß, er habe für die Stasi gelauscht …

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Regenwürmer vertragen kein Coffein

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mir das in dieser Geschichte niedergeschriebene erspart geblieben wäre, hätte ich nicht am 25. August des Jahres 1997 virtuell einen Chatroom betreten, der den vielversprechenden Namen „Manager-Treff“ trug. Ebenso wenig sicher bin ich mir, ob es nicht besser gewesen wäre, der Bekanntschaft, die sich an besagtem Tage anbahnte, lieber aus dem Wege zu gehen.
Überhaupt nicht sicher hingegen bin ich mir, ob ich das Ganze nicht vielleicht doch hätte erleben wollen und vielleicht tief traurig darüber gewesen wäre, hätte es überhaupt nicht stattgefunden. Was selbstverständlich hinterher niemand hätte wissen können, am wenigsten ich selbst ...Lisa, gerade vierzehn geworden, benahm sie sich völlig ungeniert, als wir uns zum ersten Mal begegneten. Man könnte so weit gehen, sie als völlig schamlos zu bezeichnen. Frech, kess, einen Hauch frivol. Sogar eine Prise Obszönität schien tief in ihrem Wesen versteckt zu sein. Das lag wohl eher daran, dass sie nicht vollumfänglich imstande war, die Wirkung ihres frühreifen Körpers auf spätreife Männer in seiner gnadenlosen Wucht auch nur ansatzweise zu erkennen.
frank_c_mey_regenwuermer_vertragen_kein_coffein_leseprobenLuise, blond und zweigeteilt in die lähmende Kälte des Nordens oben herum. Weiter südlich, vom Nabel abwärts, das ewig lodernde Feuer der Südländerin. Das war nicht immer so. Als wir uns das erste Mal körperlich trafen, wirkte sie welk. In ihrem Schoß schien sie trocken und völlig erkaltet. Später entwickelte sich die Region zwischen ihren Oberschenkeln zu einem pulsierenden Moloch, der mich, flog sie ihrem Höhepunkt entgegen, jedes Mal in sich hinein sog. Wenn er mich wieder ausspuckte, dann einzig zu dem Zwecke, mich einen Augenblick später erneut zu verschlingen. Wie eine wiederkäuende Kuh. Wir lernten uns in dem eingangs erwähnten Chat-Room kennen, in der Zeit kurz nachdem das internationale Spinnennetz seine Ausläufer über den großen Teich hinweg bis nach Deutschland wie in den Rest der Welt hinein schob.
Luise bewegt sich weiter, schneller … Nichts geht mehr, rien ne va plus. Enttäuscht wirft sie sich auf den Rücken. Ein Zischen dringt aus ihrem Hals. Wie wenn man beim Ausatmen die Zunge an den Gaumen drückt, wie bei einer Schlange, begleitet von zornigem Stirnrunzeln. Das höre und sehe ich zum ersten Mal. Bislang gab es nie einen Grund dafür.
„Wir haben den ganzen Tag Zeit … Dazu die halbe Nacht …“, will ich sie vertrösten. Doch sie springt bereits aus dem Bett. Grollend zieht sie sich den Morgenmantel über, anschließend geht sie ins Bad. Als ich ihr wenig später folge, kommt Lisa in Bernys Begleitung aus ihrem Zimmer heraus. Zähnefletschend wedelt er mit dem Schwanz. Lisa lacht mich aus ihren strahlenden Augen heraus an, so blau wie tief. Einen Augenblick lang berühren sich im Vorübergehen unsere Hände, ein Hauch Zärtlichkeit. Sekundenbruchteile wandeln sich zu einem endlosen Flug in die Ewigkeit, am Ende ein Licht, das ein leises Sirren sendet. So muss Odysseus den Gesang der Sirenen empfunden haben …Alle Leseproben>>>

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2 Kommentare zu "Boris Pasternak (1956) – Doktor Schiwago – Der Erfolg"

  1. Er war wirklich einer der ganz Großen, schön dass jemand davon schreibt

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