Anno 2016 – Umwerfend ein Tag in Erfurt

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Bundeswehr und Thüringer Landtag

Anno 2016 – Die Themen eines Tages in Erfurt

Einen der linken Demonstranten, dessen Schild die Aufschrift trug: „Und uns schicken sie wieder in alle Welt …“, stellte ich die Frage, wer ihn denn schicke? Er sah mich nur an, eine Antwort erhielt ich nicht – ein Tag anno 2016

Tag der Bundeswehr

… auf dem Erfurter Domplatz – Wir schreiben den elften Juni anno 2016, ein Samstag, der mit einer großen Runde auf den sehr gut ausgebauten Erfurter Radwegen beginnt. Der Kurs wurde bereits im vergangenen Jahr einmal gefahren>>>

IT-Spezialisten

Da es, wie bereits an anderer Stelle in diesem Blog beschrieben, in den Sommermonaten kaum ein Wochenende gibt, an dem in Erfurt nichts los ist, steuere ich nach der Rundfahrt heute als erstes Ziel den Domplatz an. Die Bundeswehr veranstaltet einen landesweiten Werbe-Tag und gerade als ich ankomme, wird die Ansprache der zuständigen Bundesministerin auf einer großen Leinwand am Fuße des Doms gezeigt. IT-Spezialisten würden gesucht, so hört man, für eine neue Waffengattung, die den Anforderungen des Cyberkrieges gewachsen sein soll. Hört sich brutal an, ist aber leider bittere Realität …

Großes Interesse

Nun, eines kann ohne Übertreibung voran gestellt werden, das Interesse war groß und die Atmosphäre erinnerte an ein Volksfest. Es waren mehr Menschen zugegen als am 1. Mai auf Anger und Domplatz insgesamt. Wer sitzt schon nicht gern einmal auf einem Panzer oder steigt in einen SPW hinein? Moderne Technik fasziniert, selbst dann noch, wenn sie zum Zwecke des Tötens hergestellt wurde.
Daher lagen „Gut und Böse“, wie immer an solchen Tagen, dicht beieinander….„man wird doch wohl seine Meinung sagen dürfen …?“ amazonvideo

Wenn die Welt so friedlich wäre?

Aber ja, darf man, es ist nur immer wieder erstaunlich, dass gerade solche Vertreter, deren geistige Heimat bereits an ihrem Habitus erkennbar ist, vergessen zu haben scheinen, dass dies in den Systemen, denen sie nachtrauern, nicht derart selbstverständlich war, für manche sogar tödlich …

Wenn der Aufruf „Die Waffen nieder“ an die ganze Welt gerichtet ist und letztere dem folgte, dann ginge mehr als ein Traum in Erfüllung, doch leider ist dem nicht so. Wer sich widerstandslos und Psalme singend, wie einst die Christen im antiken Rom, in den Arenen vor die Löwen und Tiger werfen möchte, an den gerichtet sei die Frage erlaubt, ob wir mit derselben Demut unsere Häupter unter die Schwerte diverser Terroristen legen sollten …

Immer dieselben Parolen

Ach ja, die Ursachen dieser Kriege, Kapitalismus, Waffenexporte, Profit (lesen Sie dazu die Eingangsbemerkungen zu meinem in Arbeit befindlichen Buch>>>    / Update – inzwischen im Handel, zu den Leseproben>>> ), wenn doch die Antworten nur so einfach wären. Einen der linken Demonstranten, dessen Schild die Aufschrift trug: „Und uns schicken sie wieder in alle Welt …“, stellte ich die Frage, wer ihn denn schicke? Er sah mich nur an, eine Antwort erhielt ich nicht – ein Tag anno 2016.
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Update 09/ 2022

Wie Realitäten Meinungen grundlegend beeinflussen können. An diesem Tag, anno 2016, traf ich am Rande des Domplatz einen guten Bekannten, Mitglied der Grünen, bekennender Pazifist, aus Glaubensgründen, das darf man tolerieren. Er kam von der Gruppe junger Männer mit den FDJ-Hemden und wir stritten ein paar Minuten. Den Satz weiter oben in einer Überschrift sprach ich zu ihm: „Wenn die Welt so friedlich wäre …“ Er war sich sicher, dass wir keinen Krieg mehr erleben würden, jedenfalls nicht in Europa, wer sollte schon ein solches Risiko eingehen? Es bestünde daher gar keine Notwendigkeit, so viel Geld für Rüstung auszugeben.

Kein Pazifist mehr

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, hat er sich um 180 Grad gedreht und spricht sich sogar für die Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine aus, dabei ist es noch gar nicht so lange her, seit anno 2016. Manchmal ist es so wie mit den Kindern, die ein einziges Mal im Leben die Berührung des heißen Ofens benötigen.
Während auf dem Domplatz die „Waffen klirrten“, warteten wenige Kilometer weiter Parteien auf die, die ihnen zunehmend den Rücken kehren, anlässlich des amazon_audible

Tag der offenen Tür

… im Thüringer Landtag – „Früher war hier mehr los“, rief mir ein bekanntes Mitglied der Partei DIE LINKE zu, „aber die sparen uns ja nun alle mehr und mehr kaputt, und der Ramelow …“ Den Satz sprach er nicht zu Ende, aber die Meinung vieler Mitglieder, besonders der „alten Garde“, zu ihrem Ministerpräsidenten ist eindeutig. Dabei spräche doch die Merkel stets davon, wie reich dieses Land sei, fügte er kurz darauf hinzu. Den Unterschied zwischen Reichtum und verteilbarem Reichtum wollte ich ihm nicht erklären, versprach ihm jedoch, per Mail den nachfolgenden Link zu senden –Gerechtigkeit

Früher wurde mehr geboten

Früher war hier mehr los, da wurde auch noch etwas mehr geboten als nur die Möglichkeit, sich einmal im Plenarsaal in den Sessel eines MdL zu „fläzen“. Aber alle sind irgendetwas – die SPD – unterwegs in Thüringen, inzwischen so etwas von unterwegs, dass man sie kaum noch erkennen kann. Frau Taubert, Finanzministerin (Bild), mit verschränkten Armen, fast wie Mutti, war die Prominenteste vor Ort, ansonsten wenig Erfolgsaussicht auf einen Sonnenstrahl vom Haupte des großen Erwählten. Irgendwas ist oder will auch die CDU – Thüringen, weiter Denken -, aha, wie weit denn?
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Die Grünen sind einfach nur grün

DIE LINKE indes bastelt an gleichnamigen Ständen an ihrem verwässernden Image – Der Schutzschirm (der Entrechteten) – sein zu wollen. Nur die Grünen sind nicht irgendetwas, jedenfalls steht da nichts, sie sind eben einfach nur grün (man schaue an den linken unteren Bildrand, wo schon einmal die CDU herein schwenkt). Und dann gibt es ja noch ein wenig Blau, eben nur blauer noch als blau (sonst war die CDU doch immer blau – dieses Mal erstaunlich bunt mit gelben Sonnenschirmen), und was sind die nochmal, unterwegs? Weiter denkend? Bastelnd? Alternativ? Gut, Deckel drauf, vielleicht sollte man diesen Tag ja abschaffen, hingehen lohnte jedenfalls nicht … Ein Tag anno 2016
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