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Autorenblog Frank C. Mey - Meine Bücher im Verkauf - Buch- und Filmtipps - Reportagen

Seminar zur Frage „Gerechtigkeit - gerechte Verteilung"

Schüler einer Wirtschaftsschule mit Fachabitur, 2. Ausbildungsjahr, Alter 18/ 19, 27 Schüler, davon 19 männlich, 8 weiblich

These, die zur Diskussion steht: 

„10 % der Menschen dieser Erde besitzen 90 % des vorhandenen Reichtums. Würde man diese 90 % auf alle verteilen, dann hätten alle genug“

Seminarleiter: Ein Ausspruch, den man in verschiedenen Variationen regelmäßig in den sozialen Medien lesen kann, der aber auch häufig von Politikern, vornehmlich aus dem linken Lager, benutzt wird. Im Umkehrschluss bedeutet das, 90 % der Weltbevölkerung teilen sich nur 10 % des Reichtums, davon gehört einigen sehr wenig und sehr vielen gehört nichts. Es könnte durchaus möglich sein, dass unter den hier Anwesenden Vertreter beider Lager zu finden sind.

Lautes Murren im Seminarraum, einige sprechen Verdächtigungen aus, gefühlt zählt sich die Mehrheit zu den 90 %, denen wenig oder nichts gehört.

Seminarleiter: Der erste Teil der These ist statistisch belegt, das nehmen wir als Richtig an, wir wollen über den zweiten Teil diskutieren. Wer der Anwesenden würde also die Schlussfolgerung oder Forderung im zweiten Satz der These unterschreiben?

Antwort: Mit Handzeichen bzw. Nicken 24 Schüler, 3 sind unschlüssig

Seminarleiter an die Befürworter: Warum?

Diverse Antworten: Weil es ungerecht ist, dass so wenige so viel haben und sehr viele nichts besitzen. Eine gerechte Verteilung des Reichtums an alle würde für mehr Frieden sorgen. Es ist gerecht, wenn alle Menschen annähernd das gleiche besitzen. Man kann nicht zuschauen, dass auf der einen Seite Menschen verhungern und auf der anderen einige Wenige mehr besitzen als sie jemals benötigen.

Seminarleiter an die Unschlüssigen: Warum haben Sie Bedenken?

Antworten: Schulterzucken. Ein Schüler: Die Reichen werden ihren Besitz nicht freiwillig hergeben.

Zwischenruf: Dann muss man es ihnen eben wegnehmen.

Gegenfrage des Schülers: Wie soll das denn gehen?

Antwort des Zwischenrufers: Enteignung, das gab es doch schon (zustimmendes Gemurmel bis Ablehnung).

Seminarleiter unterbricht: Gegenstand dieser Diskussion ist nicht die Frage, ob es gerecht ist, Menschen zu enteignen, ebenso wenig die Wege dahin. Wir wollen lediglich den Inhalt der Forderung analysieren.

Seminarleiter: Was meinen Sie, wie manifestiert sich dieser Reichtum oder anders gefragt, in welcher Form ist derselbe vorhanden? Sind das Unmengen Geldes, das auf Bankkonten schmort oder gar, wie bei Donald Duck, Berge von Golddollars im Keller (Gelächter)?

Diverse Antworten: Klar ist das viel Geld und einige werden sicher auch einen Teil ihres Vermögens in Gold angelegt haben. Aktien, Grundstücke, Häuser, Villen, teure Autos, Segelyachten, Schlösser.

Seminarleiter: Und was meinen Sie, was brauchen diese 90 %, denen nur 10 % des Reichtums gehört, am dringendsten? Lassen wir den unteren Bereich der Mittelschichten in den Industrieländern, denen es noch verhältnismäßig gut geht, die aber ebenfalls zu einem gewissen Teil zu den 90 % gehören, wenn sie nur den Durchschnittsverdienst erhalten, einmal außer Acht. Beschränken wir uns auf die vielen Armen, wie z. B. die, die gerade in dieser Zeit nach Europa drängen, und die von vielen als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnet werden.

Diverse Antworten: Genügend Nahrung, damit jeder satt wird und niemand mehr verhungern muss, sauberes Trinkwasser, ordentliche Unterkunft, gute Wohnverhältnisse, Arbeitsplätze mit genügend Lohn, der zum Leben reicht, Schulen für die Kinder, Bildung/ Ausbildung, gesunde Umwelt, Arbeitsschutz.

Zwischenfrage an eine Schülerin, deren Antwort „genügend Lohn“ war: Wo kaufen Sie Ihre Garderobe ein?

Irritierte Antwort: Sie nennt den Namen einer großen und bekannten Textilhandelskette, von der man weiß, dass sie die Kleidung in Süd-Ost-Asien unter teils unmenschlichen Verhältnissen fertigen  lässt.

Es entsteht eine Diskussion mit den Schwerpunkten: Was bliebe einem weiter übrig, fast alle ließen dort produzieren, schließlich gehöre man doch ebenfalls zu diesen 90 %, die zu wenig besäßen; Schuld trügen nicht wir, die diese Kleidung kauften, sondern diejenigen, die dieselbe dort unter den schlechten Bedingungen produzieren ließen; es gäbe viele Menschen in Deutschland mit wenig Geld, die sich keine teuere Kleidung leisten könnten.

Seminarleiter unterbricht: Gut, lassen wir das so im Raum stehen und stellen zunächst einmal fest, dass die Lebensbedingungen und Bedürfnisse dieser 90 % doch erheblich voneinander abweichen, was eine gerechte Verteilung des Reichtums zumindest erschweren würde. Letzteres sehen wir bereits an einem derart einfachen Beispiel und kommen nun zu der Frage zurück, worin sich dieser Reichtum manifestiert. Dazu fasst er die gegebenen Antworten noch einmal zusammen.

Seminarleiter: Worin oder woraus besteht also nun dieser Reichtum vorwiegend? Lassen Sie mich bitte dazu zwei Beispiele nennen:

Beispiel 1:

Eines der weltweit größten Unternehmen im privaten Familienbesitz ist der Handelskonzern Aldi mit einem Wert von knapp 10 Milliarden US-Dollar. Was gehört dazu? Weil es ein Handelskonzern ist sind das Warenbestände in den Regalen und Lagern, die Gesamtheit aller Ausrüstungen in den Läden (Regale, Kühltheken, Büroausstattungen, Bargeldreserven auf Bankkonten oder in den Ladenkassen, eventuelle Beteiligungen an anderen Unternehmen, etc.) und die Grundstücke und Immobilien, in denen die Läden betrieben werden, sofern dieselben nicht angemietet sind. All daraus besteht das Vermögen oder nennen wir es Kapital, woraus sich der Begriff „Kapitalismus“ ableitet, dieser Familie und, falls sie einen Teil davon aus Krediten finanziert, gehört dieser Teil einer Bank, die entweder ebenso im Privatbesitz oder eine Aktiengesellschaft ist. Letzteres ist unser zweites Beispiel.

Beispiel 2: 

Der größte Teil der weltweit operierenden Großkonzerne sind Aktiengesellschaften. Das Vermögen, sprich Kapital, dieser Gesellschaften ist dasselbe wie unter Beispiel 1, Eigentümer dieser Unternehmen sind Aktionäre (Privatpersonen wie z. B. vielleicht auch ein Herr Aldi, oder so genannte institutionelle Anleger, wie Banken, Versicherungen oder sogar Staaten, etc.).

Seminarleiter schaut einen Schüler an, Frage: Ist Ihnen bekannt, bei welcher Bank Ihre Eltern ihr Privatkonto führen?

Antwort: So viel ich weiß, bei der.. (er nennt den Namen einer großen Privatbank).

Seminarleiter: Sehen Sie? Sollte diese Bank z. B. Hausbank des Aldi-Konzerns sein, gehörten die Spareinlagen Ihrer Eltern zum Kapital dieser Bank, und somit gehörte Ihren Eltern indirekt ein winzig kleines Stück des Aldi-Konzerns.

Seminarleiter an die Seminargruppe: Wer von Ihnen wohnt bereits in eigenen vier Wänden?

Antwort einer Schülerin: Ich wohne bei meinem Freund in dessen Wohnung.

Seminarleiter an die Schülerin: Zahlt Ihr Freund oder Sie in Versicherungen ein?

Antwort: Sie nennt eine Reihe von Versicherungen (Hausrat, Haftpflicht, Auto des Freundes etc.)

Seminarleiter:  Da alle Versicherungen ihre Beiträge vorwiegend in Aktienvermögen oder Immobilienfonds anlegen, sind Sie beide indirekt Miteigentümer an großen Aktiengesellschaften, wenn auch nur zu einem geringen Teil.

Seminarleiter: Fassen wir also zusammen: Der überwiegende Teil dieses Reichtums besteht aus Betriebsvermögen, das entweder den Unternehmenseignern gehört, sofern diese Unternehmen (Beispiel 1) noch in Familienbesitz stehen oder Aktionären (Beispiel 2). Und nun fangen wir an, dieses Vermögen, ich nenne es an dieser Stelle noch „dieses Substanz“ - warum, das werden wir später feststellen - an die Armen oder weniger Reichen dieser Welt zu verteilen. Ich bitte die Gruppe um Vorschläge, wie das zu bewerkstelligen sein könnte. 

Nach einer kurzen Diskussionspause der Teinehmer untereinander meldet sich ein Schüler, stellvertretend für alle, mit der Aussage zu Wort, dies sei so nicht möglich. Schließlich, um bei den Beispielen zu bleiben, könne man ja nicht den Inhalt eines Aldi-Marktes nach Afrika bringen oder wahllos Aktien verteilen. Wenn überhaupt, müsse man dieses gesamte Vermögen zuerst einmal zu Geld machen, um dies anschließend unter die Leute zu bringen. Aber wie sollte das gehen?

Seminarleiter: Richtig, das ist unmöglich. Um einen Gegenstand zu Geld zu machen, müsste man ihn verkaufen. Wenn dieser Gegenstand z. B. eine Fabrik mit all ihrem Inhalt ist, benötigte man eine ganze Menge Geld und wer sollte diese aufbringen, wenn nicht irgend ein anderer Reicher? Bei den Aktien wäre das allerdings etwas einfacher, die könnte man verteilen, aber was passierte dann? Last mich ein Beispiel dafür nennen, dass beides nicht so einfach möglich ist, weder die Verteilung von gegenständlichem Betriebsvermögen und ebenso wenig die Verteilung von Aktien, weil die Folgen in beiden Fällen dieselben wären. Danach wendet er sich an den Schüler, der die Meinung der Gruppe zusammenfasste:

Man müsste ja nicht, um bei dem Beispiel zu bleiben, den Aldi-Markt nach Afrika bringen, sondern man könnte, nachdem man die Aldi-Familie enteignete, alle Aldi-Märkte je einem afrikanischen Dorf übereignen. Also den Aldi-Markt im Erfurter TEC bekommt das Dorf „A“ in Mali. Jetzt sagen die Dorfbewohner: „Ja, was haben wir denn nun davon, dass wir Eigentümer dieses Marktes sind? Davon wird unser Leben nicht besser, wir brauchen Geld! Wir wollen doch, dass es uns wenigstens genauso gut geht, wie den etwas weniger reichen Europäern.“ Sie wählen ihren Klügsten aus, schicken ihn per Flugzeug (den Flug bezahlt der Aldi-Markt) nach Erfurt, wo er in einem Hotel Quartier nimmt (das Hotel bezahlt der Aldi-Markt) und täglich, sagen wir, einen Betrag von 5.000 € aus dem Markt abholt, um diesen anschließend per Western-Union an sein Dorf zu überweisen. Diese Summe, so errechnete man sich, würde täglich benötigt, um in einem absehbaren Zeitraum Häuser und Infrastruktur herzustellen und sich angemessen einzurichten. Außerdem sollten alle satt und gut entlohnt werden. Der Markt macht zwar täglich 50.000 € Umsatz aber nur 4.000 € Gewinn. Irgendwann sagt der Marktleiter zu dem Vertreter der Eigentümer: „Mir gehen täglich 1.000 € meiner Substanz verloren, wenn das so weiter geht, kann ich bald die nötigen Warenanlieferungen nicht mehr bezahlen. Und wo soll ich das Geld hernehmen, wenn wir irgendwann eine neue Kühltruhe brauchen (einfache Reproduktion), an eine modernere, die weniger Strom verbraucht (erweiterte Reproduktion) wage ich gar nicht zu denken, da diese noch teurer ist.“ Da der Afrikaner schlau ist, empfielt er dem Marktleiter, die Preise zu erhöhen, worauf letzterer antwortet, dass die Kunden in diesem Falle in anderen Märkten einkaufen würden. Nun sprach es sich in der Umgebung des afrikanischen Dorfes herum, dass dem Nachbardorf der Real-Markt im Erfurter TEC gehört, einem weiteren Dorf der Netto-Markt ein paar Straßen weiter, einem weiteren die Rossmann-Kette in Erfurt, usw. Die Häuptlinge der Dörfer tun sich zusammen und beschließen, in allen Märkten die Preise zu erhöhen und gleichzeitig die Löhne der Verkäuferinnen und des Marktleiters zu senken, um die Gewinne zu erhöhen. Dies geschieht gleichermaßen in allen anderen Unternehmen, die in das Eigentum der Armen dieser Welt überführt wurden, steigende Preise, fallende Löhne, am Ende sinken die Umsätze und es folgt die Pleite….. soll ich jetzt noch weiter reden?

Gelächter im Seminarraum.

Seminarleiter: Wir sehen also, dass, wenn überhaupt etwas verteilt werden kann, dies lediglich die Erträge eines Unternehmens sein können und selbst diese nur zum Teil, da nur aus den Erträgen, sprich Gewinnen, und Abschreibungen heraus, sowohl die einfache Reproduktion (Erneuerung einer Kühltruhe), wie auch die erweiterte Reproduktion (Anschaffung einer moderneren Kühltruhe) möglich ist. Fehlt nun sogar, wie im Beispiel erwähnt, noch ein Teil des Umsatzes, reduziert sich die Substanz und der Markt kann nicht einmal mehr die nötigen Warenbestände erneuern, was letztendlich zu der Konsequenz führt, dass irgendwann die Regale leer sind und die Angestellten ihren Job verlieren. Jetzt haben wir plötzlich ein paar Afrikaner, die für ein paar Monate oder ein Jahr lang toll leben konnten, aber auf der anderen Seite arbeitslose Verkäuferinnen und am Ende, wenn der Markt pleite ist, hat keiner mehr etwas. Die Verkäuferinnen nicht und die Afrikaner ebenso wenig. Dasselbe wie in diesen Märkten vollzöge sich in jedem anderen, und noch viel gravierender in produzierenden Unternehmen.

Fazit: Wenn Substanz, deren Zweck darin besteht, Waren zu produzieren, konsumiert wird, ist die Substanz in absehbarer Zeit verbraucht und mit ihr jedwede Möglichkeit, zu produzieren. Wir fielen letztendlich alle zurück in den Status der Jäger und Sammler, aber dieser Status könnte vielleicht zehn oder zwanzig Millionen Menschen weltweit ernähren, der Rest würde sterben. Die eingans zitierte Forderung bedeutet nichts anderes, als Substanz zu verteilen und diese letztendlich zu konsumieren.

Wir stellen fest, dass schlichtweg noch nicht genügend Substanz vorhanden ist, um die Lebensverhältnisse aller Menschen weltweit nachhaltig zu verbessern.  Man kann nur das verteilen, was letztendlich für die Konsumtion zur Verfügung steht und selbst wenn die Superreichen dieser Welt, die im Übrigen weniger als 1 % der Weltbevölkerung ausmachen, aber selbst wenn die 10 % denen 90 % des Reichtums gehört, auf ein wenig Konsumtion verzichteten, genügte das bei Weitem nicht, die Armut nachhaltig zu beseitigen. Wir können helfen, die Not zu lindern, wenn wir ein Stück abzugeben bereit sind, vorausgesetzt, diese Stücke kommen alle dort an, wo sie hingehören, aber wir können diese Not, die noch in weiten Teilen dieser Welt herrscht, nicht in einer überschaubaren Zeit beseitigen.

martfone, wenn Sie bei.auer der Finanzkrise 2008 WeltbevölkeruKonsumtion ist das, was Sie in ihren Mund schieben und was später in der Toilette landet oder das, was Sie am Körper tragen und irgendwann in der Mülltonne oder im Recycling landet, etc., also alles, was Sie verbrauchen. Wenn Sie sich hingegen eine Haus bauen, ist das bereits Investition, weil Sie (A) Vermögen aufbauen und (B) einem kleinen Handwerker Arbeit geben. Ähnliches gilt zum Teil für den Kauf eines Autos und anderes, sogar für einen Computer oder Smartphone, wenn Sie beide nicht nur dazu nutzen, Spiele zu spielen, sondern um sich weiterzubilden. Man neigt gern dazu, neidisch zu den Reichen zu schauen und darauf, was die sich alles leisten können, aber vieles davon wirkt in der Wirtschaft investiv, nicht konsumtiv!

Eine Schülerin meldet sich: Aber warum werden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer?

Seminarleiter: Lassen Sie uns bitte zuerst etwas klar stellen. Es ist richtig, dass die Reichen immer reicher werden, falsch ist, dass die Armen immer ärmer werden. Wir sprechen überwiegend, wenn es um die Armut geht, von relativer Verarmung, was nichts anderes bedeutet, als dass der Anteil am Zugewinn des Reichtums verschieden verteilt ist. Die Einen, die Reichen, haben einen vielfach höheren, die anderen, die Armen, einen vielfach geringeren. Dies hat etwas mit dem zu tun, worüber wir gerade diskutierten und das in der eingangs gesetzten These steckt. Die Zauberformel für Ihre Frage  lautet „Akkumulation des Kapitals“. Lassen Sie mich dazu ein einfaches Beispiel nennen:

Sie schließen Ihre Ausbildung erfolgreich ab, bekommen einen halbwegs gut bezahlten Job und haben irgendwann 10.000 € auf dem Sparkonto. Vielleicht gibt es bis dahin wieder Zinsen und Sie erhalten 2,5 %, das sind 250,- € im Jahr. Die Gutschrift kommt im Februar, es ist gerade Karneval. Sie zeigen Ihrem Mann den Kontoauszug und sagen: „Komm Schatz, heute machen wir eine richtige Sause….“, und die 250,- € sind am anderen Tag weg. Der Reiche hat 100 Millionen (er könnte sich einen guten Anlagenberater leisten und sogar mehr als 2,5 % Zinsen oder Rendite realisieren, aber belassen wir es vergleichbar), der bekommt im Jahr 2,5 Millionen €. Was macht er? Er legt den größeren Teil davon an, weil er diese 2,5 Millionen €  gar nicht verfressen kann und sein Vermögen wächst zusehends. Selbst wenn Sie sparsam wären und die 250,- € auf Ihrem Bankkonto stehen ließen, würde das nur wenig für einen vermögenswirksamen Zugewinn bringen.

 Seminarleiter: Ich möchte am Ende dieses Seminars keine Bewertung der Ausgangsthese vornehmen, entscheiden Sie selbst, jeder für sich, was dieser Spruch wert ist und ob Sie sich noch immer damit identifizieren können, dass, verteile man die 90 % die den Reichen gehören auf die Armen, dann hätten alle genug. 

Und bedenken Sie bitte noch einen wichtigen Fakt: Zu diesen 10%, denen 90% des Reichtums gehört, gehören wahrscheinlich auch einige von Ihnen bzw. deren Eltern. Liegt ihr Familieneinkommen über dem Durchschnitt, gehören sie zum so genannten Mittelstand. Auf der Erde leben ca. 6,5 Milliarden Menschen, 10% davon sind 650 Millionen. Schauen sie sich die Bevölkerungszahlen Westeuropas und Nordamerikas an, wo die meisten der gut Verdienenden leben, dann kommen sie zu diesem Ergebnis.

Und noch etwas: Da die Zeit ihrem Ende entgegen geht, möchte ich allen von Ihnen, die es interessiert, eine Hausaufgabe mitgeben. Googeln Sie bitte das Rio-Protokoll von 1992.  Ich gebe dazu eine Hilfestellungen:t, eine Hausaufgabe mitgeben. Googeln Sie bitte 

Es geht hier um die so genannte Agenda 21, die im Wesentlichen aus zwei Komponenten besteht. Zum Einen den Kampf gegen die Armut in den Entwicklungs- und Schwellenländern und zum Anderen den sparsamen Umgang mit den Ressourcen im Sinne der nachhaltigen Bewahrung unserer Umwelt als Forderung besonders an die Industrieländer. Sie werden feststellen, dass zwischen beiden Zielen ein sehr enger Zusammenhang besteht, womit wir wieder bei einer der letzten Feststellungen angelangt sind: Es ist noch nicht genug für alle da.

 

April 2016 - Frank C. Mey