Unstrut-Radweg von Heldrungen bis Saalemündung

unstrut-radweg-von-heldrungen-bis-saalemuendung

31.08.2016 – Reportage

Radtour  – Radwege in Thüringen und Sachsen Anhalt

Drei Radwege in zwei Tagen

Geplant war für 2015 und 2016, all jene Radwege zu ergründen, die Erfurt entweder direkt kreuzen oder in der näheren Umgebung tangieren. Ersteres trifft für den Gera-Radweg sowie den Fernradweg Thüringer Städtekette zu, letzteres für den Unstrut-Radweg und den Ilmtalradweg. Wer also Erfurt mit dem Rad besuchen möchte, dem bieten sich von der Stadt aus eine Reihe von Möglichkeiten, die Umgebung zu ergründen.

Drei Radwege in zwei Tagen – Tag 1 – zu Tag 2>>>

Heute wenden wir uns dem letzten Abschnitt des Unstrut-Radweges zu, und noch dazu einem der bedeutendsten, der Strecke von Heldrungen bis zur Mündung in die Saale. Wenn Sie die anderen  Etappen nachlesen möchten, so finden Sie dieselben hier: von den Quellen bis Gebesee / von Gebesee nach Schallenburg / von Schallenburg nach Heldrungen / Übersicht aller Reportagen in diesem Blog.
Heldrungen erreicht man von Erfurt aus mit dem Zug im Ein-Stunden-Takt. Direkt gegenüber des Bahnhofes befindet sich ein Wegweiser. Die Ausschilderung verweist auf einen Radweg, der etwa einen Kilometer parallel zur Bundesstraße führt. Man kann jedoch, ohne die B 86 überqueren zu müssen, fünfzig Meter links des Bahnhofs in die Straße am Bahnhof einbiegen und erreicht den Radweg nach etwa zweihundert Metern, ohne an einer stark befahrenen Bundesstraße entlang fahren zu müssen. Orientierungspunkt ist eine Schule, die den Namen „Armin Mueller Stahl“ trägt. Eine gute Idee, wie ich finde, diesem großen Schauspieler, der sich dem kommunistischen Kulturbetrieb widersetzte und 1980, in der Folge seines Zuspruchs für den ausgebürgerten Wolff Biermann, der DDR, wie viele andere den Rücken kehrte, auf diese Art ein Denkmal zu setzen.
Vorbei an der „Fischweide“ und am Schwimmbad erreichen wir nach knapp zwei Kilometern den Ort Heldrungen. Der Radweg biegt bereits am Ortseingang, kurz vor der Kirche, nach Links ab in Richtung Artern. Dem Ort und seiner bekannten Wasserburg, die sich im Übrigen im Eigentum der Stadt Erfurt befindet, statteten wir bereits im vergangenen Jahr einen Besuch ab. Außerdem ist der Weg lang bis nach Naumburg.
Sucht man im Internet nach Berichten über die Thüringer Radwege, so findet man Beiträge, die bereits einige Jahre alt sind und viel Kritik enthalten. Offenbar hat sich einiges getan. Auch dieser Teil des Radweges ist überwiegend asphaltiert und separat, die Beschilderung ist übersichtlich. Wobei ich den Eindruck hatte, dass der durch Sachsen-Anhalt verlaufende Teil des Radweges in einem besseren Zustand ist.

Erstes Ziel ist der Ort Bretleben. Der Weg führt uns über einen Hügel, einen Ausläufer der Hohen Schrecke, der einige Mühe bereitet. Ansonsten verläuft die Strecke weitestgehend eben und ist somit Familientauglich, sowohl für die älteren wie auch für die jüngeren Mitglieder. Zwei weitere Anstiege gibt es nur noch hinter Nebra und in Wendelstein. Der Tag verspricht heiß zu werden, kurz nach zehn Uhr zeigt das Thermometer bei wolkenlosem Himmel bereits 26 ° C an, es sollte noch bis auf die 34 ° steigen. Die Sonnenblumen am Wege nach Bretleben, die wohl niemand mehr ernten zu wollen scheint, wirken ausgetrocknet.
Bei Reinsdorf queren wir die A 71, der Autobahnneubau, der diese vorher wenig erschlossenen Gegend an den Fernverkehr anbinden und für Arbeitsplätze sorgen soll. Allerdings gehört der Kyffhäuser-Kreis, in dem wir uns befinden, noch immer zu den strukturschwachen Regionen Thüringens.
Kurz vor Artern gibt es eine Holzbrücke über die Unstrut, die Schönfeld-Brücke, über die man den gleichnamigen Ort erreichen könnte, hätte man die nötige Zeit. Witzig ist ein Schild, das das Springen von der Brücke verbietet, es bestünde Lebensgefahr, wer weiß? Vielleicht will man ja nur das zum Teil bereits etwas morsch wirkende Geländer schützen. Immerhin kreuzen sich hier aber drei Radwege, der Unstrut-Radweg, der Kyffhäuser-Radweg sowie der Radweg Werra-Unstrut, ein echter Verkehrsknotenpunkt.
Nachtrag: Wie am Ende des Beitrages im Kommentar des Herrn Häge zu lesen ist, wurde die Brücke im Jahre 2005 neu errichtet, nachdem die alte Holzbrücke 1974 im Zuge der Flussbegradigung abgerissen worden war. Wegen des fehlenden Daches besteht Verwitterungsgefahr, die bereits sichtbar ist. In der Tat wirkte das Geländer auf mich bereits etwas morsch, wie weiter oben beschrieben. Vielen Dank, Herr Häge, für den Hinweis.
Nur noch knapp zwei Kilometer trennen uns von Artern, früher als Kreisstadt, wie die gesamte Gegend um den Kyffhäuser, zum Bezirk Halle und somit zu Sachsen-Anhalt gehörig, trat man nach der Wende aus Gründen historischer Bezüge dem Freistaat Thüringen bei. Bei der Ankunft in Artern zeigt der Tacho bereits 18 km an.
Unweit von hier liegt das Örtchen Ichstedt, Wohnort des ehemaligen Mr. Model of the World, Nico Schwanz, der, will man der „yellow press“ Glauben schenken, mit der Playboy Miss Juli 2016, Saskia Atzerodt, liiert sein soll, nun gut, das war vor einigen Wochen, wer weiß ob sie heute noch zusammen wandeln?
frank_c_mey_garten_der_lust

Ein Abstecher nach Artern hätte sich sicher gelohnt, aber wir fahren weiter auf einem kurzen Stück Schotter-Piste, das nach ca. zwei Kilometern an der Brücke der still gelegten Kleinbahn endet (um die es eine Reihe Geschichten gibt – später!). Von hier an verläuft der Radweg bis nach Roßleben überwiegend auf der süd-westlichen Deichkrone, asphaltiert, aber ohne jeglichen Schatten, und das Ganze bei über 30 ° C. Mit Ritteburg/ Kalbsrieth erreichen wir den ersten, vielleicht historisch bedeutungsvollen Ort in dieser geschichtsträchtigen Gegend. In den beiden anderen Abschnitten des Radweges gab es bereits eine Reihe von Informationen zu diesem und weiteren Orten, wir werden darauf zurück kommen, wenn wir die Kaiserpfalz erreichen.
Wir passieren Bottendorf in Richtung Roßleben, wo wir den Lauf der Unstrut verlassen und auf einem geschotterten Weg (etwa 500 m, danach erneut Asphalt) entlang der L 1217 in Richtung Wiehe fahren. Wer die Zeit dazu hat, kann dem Radweg nach Wiehe folgen und dem sehenswerten Modellbahn-Museum einen Besuch abstatten oder den Weg in Richtung Wendelstein fortsetzen, dessen Burg, auf einem Felsen liegend, weithin sichtbar ist. Auf dem Wege dahin verlassen wir den Kyffhäuser-Kreis und mit diesem auch den Freistaat Thüringen und halten mit dem Burgenlandkreis Einzug in Sachsen-Anhalt.

In Sachsen-Anhalt

Am Fuße der Burg Wendelstein überqueren wir die Unstrut. Man kann ein wenig abkürzen und hinter der Brücke rechts zur Mühle Wendelstein, die es ohnehin zu besichtigen lohnt, abbiegen, um danach das Rad über einen links der Gebäude beginnenden Pfad auf den Berg hinauf zu schieben. Hinauf zu fahren wäre wahrscheinlich sogar für Mountain-Biker eine Herausforderung. Der Weg zur Mühle führt vorbei an einer Schautafel, die über den geologischen Aufschluss Wendelstein informiert. Hier beginnt bereits das Trias-Land, dessen Zechstein-Formationen uns später noch begleiten werden.

Von Wendelstein aus führt der Radweg über eine Ortsverbindungsstraße, gesäumt von uralten Pappeln, hinab ins Tal der Unstrut, hinein in die Kaiserpfalz und nach einem weiten Bogen erreichen wir den Fluss in Memleben nahe den Überresten des Klosters.
Wie bereits im Beitrag zum Mittelabschnitt des Unstrut-Radweges von Gebesee bis Heldrungen erwähnt, befinden wir uns in einem der ältesten Siedlungsgebiete Mitteldeutschlands. Wenige Kilometer weiter künden die Arche Nebra und die in der Nähe gefundene Himmelsscheibe von uralten Kulturen und ihren Verbindungen bis hinein in die Hochkulturen des Nahen Ostens. Vielleicht gehörten die Menschen, die sich hier nach dem Ende der letzten Eiszeit ansiedelten zu der ersten Hochkultur, deren Angehörige nach der Sintflut im Becken des Schwarzen Meeres nach neuen Lebensräumen suchten. Dass diese Sintflut, von der Bibel und Gilgamesch-Epos berichten, in der Region um das Schwarze Meer stattgefunden haben muss, darüber ist man sich inzwischen weitgehend einig, ebenso darüber, dass in dieser wohl klimatisch günstig gelegenen Gegend die erste Hochkultur im West-Eurasischen-Raum entstand.
Nachdem der vom Schmelzwasser steigende Spiegel des Atlantik die Meerenge von Gibraltar durchbrach und das Mittelmeer flutete, erreichten die Wassermassen später die griechisch-türkischen Küsten, ergossen sich über die Dardanellen ins Marmarameer, um sich schließlich an Felsen des Bosporus so lange aufzustauen, bis deren Widerstand brach. Es muss eine gigantische Flutwelle gewesen sein, die sich in das Tal hinein wälzte und die auf ihrem Weg von der Bruchstelle bis hin zu dem vormaligen „Schwarzen Binnenmeer“ alles Leben vernichtete.
Nachdem sich der Zufluss einpegelte, blieb den Überlebenden Zeit, ihr Hab und Gut zusammen zu packen und sich auf den Weg zu begeben. Nach Süden in die Flusstäler des Nahen Osten und wohl sicher auch gen Westen. Nun wird zwar das Tal von Saale und Unstrut nicht zu den großen Urstromtälern Europas gezählt, aber wenn man deren Verlauf mit den Rändern der Gletscher aus der letzten Eiszeit vergleicht, so wird deutlich, dass es Ablaufrinnen der Schmelzwässer waren, die später einen ähnlichen Effekt, in kleineren Dimensionen, wie z. B. die Flusstäler von Euphrat und Tigris oder des Nils erzeugten: alljährliche Überschwemmungen, die zum einen fruchtbare Ablagerungen mit sich brachten und zum anderen dafür sorgten, dass die nach der Eiszeit einsetzende Bewaldung zurück gehalten wurde und somit größere Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung bereit standen. Ein geeignetes Siedlungsgebiet, in dem sich frühzeitig Stammeskulturen mit mächtigen Herrschern etablierten. Dass die Entwicklung im Weiteren langsamer verlief als im Nahen Osten und im Gebiet des Mittelmeeres, mag wohl daran gelegen haben, dass die Entfernungen zu anderen Zentren in der damaligen Zeit vor vier bis fünftausend Jahren zu groß waren und weniger Austausch stattfand.

Meine_Bücher_im_Verkauf
Kauf über meine Autorenseite bei Amazon>>>                    Leseproben finden Sie hier>>

Sie sind nicht Kunde|in bei Amazon? Dann nutzen Sie doch die Schnupperangebote in meiner Edition Triangel der Lüste – Band 1 bis 6 mit allen meinen Büchern als eBook für je 1,99 EURO bei Thalia eBook.de  iTunes  u. a…… Einfach den Titel in die Suchabfrage eingeben!


Zurück zur Kaiserpfalz, der Gegend, in der tatsächlich die Anfänge deutscher Geschichte zu finden sind. Wenn auch, besonders von der deutsch-nationalen Geschichtsschreibung, lange Zeit die Varus-Schlacht im Jahre Neun nach Christi Geburt als die Geburtsstunde Deutschlands verklärt wurde – nur geschah danach historisch nicht viel, wenigstens nicht für die Germanen – so beginnt hier der Bogen, der über das Heilige Römische Reich deutscher Nation, dessen Untergang nach der napoleonischen Eroberung ganz Europas bis hin zum Aufstieg Preußens zur deutschen Führungsmacht und zur Reichseinigung 1871 führt.
Nach den mehrere Jahrzehnte anhaltenden Wirren, die auf die Teilung des Frankenreiches folgten, bestieg im Jahre 919 der Sachse Heinrich, Herzog von Sachsen, als Heinrich I. den Königsthron des Ostfränkischen Reiches. Seine Residenz: Memleben. Nach mehreren Siegen über die Ungarn – einer davon, womit wir wieder ein paar Kilometer zurück kehren nach Kalbsrieth/ Ritteburg, die Schlacht bei Riade im Jahre 933, soll hier stattgefunden haben – festigte sich seine Macht und legte die Basis dafür, dass sein Sohn Otto als Otto I. ihm auf den Königsthron folgen konnte und schließlich im Jahre 962 zum ersten Römisch-Deutschen-Kaiser gewählt wurde. Auch er residierte in Memleben. Die Wiege Deutschlands steht also im Osten des Landes, was seinen vorläufigen Abschluss in einer ostdeutschen Kanzlerin findet, die mit ihrem Satz: „Wir schaffen das“ vor fast genau einem Jahr dafür sorgte, dass einige hunderttausend Verfolgte vorläufigen Schutz bekamen. Eines ist sicher, sie wird mit ihrer Entscheidung in die Geschichtsbücher eingehen. Wie sich diese Entscheidung jedoch kurzfristig auf die weitere Geschichte des Landes und Europas auswirken wird, das bleibt abzuwarten.

Naturpark Saale-Unstrut-Triasland

Es geht weiter auf Asphalt, nun direkt hinein in den Naturpark Saale-Unstrut-Triasland, in ein enges Tal, das die Unstrut in die Felsen schnitt, stets am Flusslauf entlang. An manchen Stellen rückt der Fels so nah, dass man Angst bekommen könnte, durch einen Abbruch erschlagen zu werden. Allein die reizvolle Landschaft und der Blick auf den Wasserlauf vertreiben solche Gedanken, zumal man, dem Tourismuskonzept des Landes Sachsen-Anhalt zufolge, das als eine wichtige Säule den Wassertourismus führt, hin und wieder verschiedensten Booten begegnet, nicht selten mit spärlich bekleideten Damen besetzt.
In Nebra, Ortsteil Wangen, öffnet sich das Tal, wir werden begrüßt von einem Triebwagen der Unstrut-Bahn, dessen Fahrer gerade inmitten einer Schatten spendenden Baumgruppe seiner wohl verdienten Rast nachgeht. Es ist die Endstation, erklärt er mir. Obwohl das Gleis bis Artern ginge und befahrbar sei, ist hier Ende der Fahnenstange. Der Freistaat Thüringen weigere sich, die Strecke wieder in Betrieb zu nehmen. Mir fiel ein, dass ich vor zwei oder drei Jahren zu diesem Thema einen Zeitungsartikel las, da mehrere Eisenbahnvereine gegen diese Entscheidung protestierten.
Von der Unstrut-Brücke in Wangen sehen wir die bereits erwähnte Arche Nebra. Von Wangen nach Nebra benutzen wir die Ortsstraße bis kurz hinter Nebra, wo wir links in den asphaltierten Radweg einbiegen. Hier erwartet uns nach etwa zwei Kilometern der dritte steile Anstieg. Auf dem Wege nach Reinsdorf durchqueren wir noch einmal ein Felsmassiv. Man muss sich ducken, wie auf dem Foto zu sehen ist, wenn man die Rinne durchqueren will. Entlang des Flusslaufes, jetzt zum Glück mit etwas Schatten geht es weiter Richtung Karsdorf mit Passage der neu erbauten ICE-Strecke von München nach Berlin.

Die Strecke, vor Karsdorf beginnend bis hinter Burgscheidungen ist, verglichen mit dem, was wir bis dahin erlebten, ein wenig langweilig. Der Weg führt über eine Ortsverbindungsstraße, vorbei an den Zementwerken durch eine schmucklose Landschaft. Zum Glück sind es nur wenige Kilometer bis wir hinter Kirchscheidungen an den Flusslauf zurück kehren und den Weg auf einem breiten und asphaltierten Radweg fortsetzen. Boys Gutsausschank lädt ein und es erscheinen die ersten Weinberge auf dem Wege nach Laucha. Wir nähern uns dem Saale-Unstrut-Weinanbaugebiet, dem nördlichsten Weinanbaugebiet der Welt auf dem 51. Breitengrad. Der 52. gilt als der Polarkreis des Weinanbaus. Von hier aus verlassen wir den Lauf der Unstrut bis zur Mündung in die Saale nicht mehr und erreichen, gesäumt von Weinbergen, über WeischützBalgstädt mit Blick auf die Schweigenberge nach wenigen Kilometern die Weinstadt Freyburg.

Chrissys_Tagebuch
Kauf über meine Autorenseite bei Amazon>>>                     Leseproben finden Sie hier>>>


Es sind sehr schöne Erinnerungen. Von 1972 bis 1984 lebte ich an der Küste und immer dann, wenn ich mit dem Auto nach Erfurt fuhr und genügend Zeit hatte, verließ ich in Weißenfels die Autobahn, um über die damalige F, heute B 176 das Unstruttal zu durchfahren. Die Weinberge rechts und links der Straße waren das „kleine Rheinland“ diesseits des eisernen Vorhangs. Dass wir das richtige Rheinland jemals im Leben noch zu sehen bekämen, davon träumte man vielleicht, daran zu glauben fiel hingegen schwer. Und trotzdem nun Rhein, Alpen, Paris, London in unmittelbare Nähe rückten, ist es auch heute noch beeindruckend, diese wunderschöne Landschaft zu besuchen.

Die Wein-Stadt Freyburg

Wie eine Reihe anderer Orte an der Strecke, wäre besonders Freyburg einen Besuch wert gewesen, aber der Abend neigt sich bereits. So begnüge ich mich mit ein paar Blicken hinauf zum Schloss Neuenburg, auf die Domspitzen und auf ein paar Sonnenanbeterinnen am Ufer der Unstrut. Wir überqueren die Unstrut-Brücke und setzen auf dem gegenüberliegenden, dem linken Flussufer, durch die Mühlstraße die Fahrt zügig in Richtung Mündung fort. Es sind noch gut 6 km bis zum Naumburger Blütengrund, dort wo die Unstrut die Saale erreicht.

Man muss aufpassen und wissen, wohin man will. Die letzte Brücke an das andere Ufer, die Naumburger Seite der Unstrut, passieren wir in Klein-Jena. Nahe der Mündung im Blütengrund gibt es nur eine Fähre, die, als ich dieselbe erreichte, bereits außer Betrieb war. Also zurück nach Klein-Jena? In einer lauschigen Kneipe (Biergarten) direkt an der Fähre nahm ich ein Radler und jemand erklärte mir, dass man auf dem Saaleradweg bis nach Naumburg-Henne weiterfahren und die dortige Brücke benutzen könne. Eine Strecke zurück zu fahren, ist immer langweilig, also entschloss ich mich, den Vorschlag anzunehmen, wenn es auch einen Umweg von nochmals etwa 8 km einbrachte um das Ziel, „Hotel Kaiserhof“ in Naumburg zu erreichen.
Das Hotel, 3 Sterne, 58,50 EURO mit Frühstück und einer Gebühr für die Nutzung des Fahrradraums. Für 58,50 EURO mit Frühstück wohnte ich bereits in 4 Sternen ohne zusätzliche Gebühr. Na gut, es war das am nächsten an der Strecke liegende. Ich war hungrig und nach Dusche und Umkleiden war es bereits kurz vor 20 Uhr. Im Restaurant stand ein Abend-Buffet, besser gesagt wenige Reste, an dem man sich für 10,- EURO bedienen durfte. Die Kellnerin war so freundlich und brachte mir aus der Küche einen Teller mit einer Bratwurst (die nicht schmeckte, der verwöhnte Thüringer eben), einem Klecks Kartoffelbrei und Sauerkraut. Es kostetet trotzdem 10,- EURO, toll!

Ende des Unstrut-Radweges in vier Abschnitten, welcher der schönste ist? Ich weiß es wirklich nicht, alle haben ihre Reize:

Abschnitt 1 – Quellen bis Gebesee – gefahren am 30.06.2016 – hier>>>

Abschnitt 2 – Gebesee bis Schallenburg – gefahren am 17.08.2017 – Hier>>>

Abschnitt 3 – Schallenburg bis Heldrungen – gefahren am 27.08.2015 – hier>>>

Die Unstrut, ein großer (was die Geschichte betrifft), kleiner Fluss in der Mitte Deutschlands, als Kind badete ich darin, die „Unscht“, wie wir sie in unserer Mundart nannten, die alles abkürzte, was nur abzukürzen war. Damals in den 60`ern war sie noch sauber, später erstarb der letzte Fisch. Jetzt gibt es wieder Flusskrebse im klaren Wasser. Es ist bewahrenswert, tun wir etwas dafür….

Buch und Filmtipp für den Abend oder das Buch für die Rast unterwegs? 

Mehr zum Roman erfahren Sie hier>>>      Mehr zum Film erfahren Sie hier>>>

1und1

unstrut-radweg-von-heldrungen-bis-saalemuendung

4 Kommentare zu "Unstrut-Radweg von Heldrungen bis Saalemündung"

  1. Kurz zur Unstrutbrücke Schönfeld Das ist keine historische Brücke, sondern die wurde 2005 neu gebaut und eingeweiht. Die historische Brücke wurde 1974 im Zuge der sozialistischen Unstrutbegradigung abgerissen. Das Schild „Springen verboten“ wurde wirklich notwendig, da kurz nach der Eröffnung Kinder und Jugendliche die Brücke als Sprungturm entdeckten und intensiv nutzten. Weiterhin – Auf der Collage bei Facebook ist sehr schön die Unstrutbrücke in Schönfeld zu sehen. Kaum jemand weiß sicher, daß für diese Brücke ursprünglich ein Dach vorgesehen war. Die kleinen Brettchen auf den senkrechten Eichenbalken wurden als Notschutz angebaut. Zur Eröffnung hatte niemand die 15 Tausend Euro, die für das Dach noch fehlten. Bis heute tut sich nichts wegen dem Dach. Fachleute sagen, die Brücke aus den extra aus Polen beschafften Eichenstämmen hält ohne Dach höchsten 25 Jahre. 12 Jahre sind set der Eröffnung schon weg, so das die Brücke , wenn nichts geschieht, die Hälfte ihrer Lebenszeit schon geschafft hat !!! Mal sehen, ob sich noch einmal ein zuständiger Politiker (zuständigen „Organe“ gibts ja heute nicht mehr) oder einer der sich zuständig fühlt, sich darum kümmert !?!?

    Viele Grüße aus Schönfeld/Unstrut von

    Ulrich Häge
    Kachstedter Weg 72
    06556 Artern/Unstrut OT Schönfeld

    Phone :+49-3466-31151
    Mobil : 0160 94417069
    Mail : ulrich@haege-artern.de
    Web : http://www.artern-stadt.info
    http://www.haege-artern.de

    • Lieber Herr Haege, herzlichsten Dank für den Kommentar. Soeben habe ich Ihnen eine Mail dazu gesendet. Ich werde den Text, Ihren Hinweisen folgend, anpassen. Mit freundlichen Grüßen, F. C.

  2. Ihren Satz über Angela Merkel im Zusammenhang mit der Wiege Deutschlands halte ich für bemerkenswert, den Beitrag an sich übrigens ebenfalls. Danke für die Info,
    Uwe M.

Kommentar verfassen