Er ist wieder da – Schicklgruber?

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Warum fällt mir gleich der Schicklgruber ein?

Donald J. Trump – Die USA haben gewählt

Leonard Cohen zog es jedenfalls vor, rechtzeitig zu sterben bevor Donald J. Trump ins Weiße Haus einzieht.

Dachte ich je an Amerika, so dachte ich zuallererst immer an diesen Donald, der uns mit seinem trockenen Humor nicht nur als Kinder zum Lachen brachte. Ich war bereits erwachsen und wohnte jahrelang weitab des Einstrahlungsbereiches westlicher Fernseh- und Rundfunksender (letztere empfing man in mangelhafter Qualität auf der Kurzwelle), und immer wenn ich für ein paar Tage in der Heimat weilte, sah ich Tag und Nacht Westfernsehen, das damals noch gegen Null Uhr mit Hans Joachim Kulenkampffs Geschichten und der Nationalhymne eines Landes endete, in dem ich zu leben wünschte und das doch so endlos weit entfernt zu sein schien.
Wir waren noch nicht überfüttert mit zig Sendern, von denen nicht wenige Tag und Nacht Comics am laufenden Band senden, es war die willkommene Ausnahme, wenn Disneys Filme liefen, die man, damals noch in Schwarz-Weiß, durstig konsumierte. Oder die Heftchen, von irgendjemandem irgendwann über die Grenze geschmuggelt, die von Hand zu Hand gingen und bisweilen nur noch eine lose Blattsammlung darstellten. Donald, der täglich in den Keller ging, um einen großen Berg Gold von einer Seite auf die andere des Raumes zu schaufeln und argwöhnisch darauf achtete, dass nicht ein Goldstück verloren geht. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, dem Land, in dem jeder die Chance haben sollte, reich zu werden, vom Tellerwäscher zum Millionär…



Dachte ich je an Amerika, so dachte ich an – in einem meiner Bücher gab ich ihr den Namen Mary – also dachte ich an Mary, meine erste intime Begegnung mit dem anderen Geschlecht, die einen Teil ihrer Ferien diesseits von Minenfeld und Stacheldraht an der Ostsee bei meinen Verwandten verbrachte. Sie und ihre Mutter lehrten mich, dass es andere Sichtweisen der Welt gibt, andere als man sie uns in den sozialistischen Bildungseinrichtungen der damaligen DDR beizubringen versuchte. Es war die Sicht von Menschen, denen die Welt offen stand, die optimistisch in die Zukunft blickten, ohne diese Überheblichkeit, die man den Amerikanern immer gern andichtete. Ein ganzer Koffer voller Briefe, die man damals noch auf Papier schrieb, ist zurück geblieben.
Selbst in den schlimmsten Zeiten des Vietnamkrieges perlte die immer heftiger werdende Kritik an diesem Morden ab, weil Amerika diesen Krieg für die Freiheit führte und die heftigste Kritik von denen kam, die die Welt in einen Gleichschritt zwingen wollten, von denen, die all jene abstraften, die sich aktiv dagegen wehrten und die doch selbst Millionen von Menschen in Lager steckten, dort umbrachten oder verhungern ließen, nicht weniger grausam als Napalmbomben und Agent Orange über Urwäldern an irgend einem Zipfel dieser Welt.
donald_j_duck-trumpUnd nun?
Nun wählte etwa ein Viertel der Menschen (oder die Hälfte derer, die zur Wahl gingen) dieses einst so stolzen Landes nicht Donald Duck, nein, nicht Donald Duck, der Name dessen, den sie auserwählten ist –Donald J. Trump -. Wie weit müssen Menschen sich erniedrigt und gedemütigt fühlen, wenn sie ihre Stimme einem Mann geben, der in diesem Wahlkampf alles bisher in US-amerikanischen Wahlkämpfen gewohnte noch bis weiter als weit hinab unter die Gürtellinie unterbot? Einem Hass-Prediger, der keine Gruppe jenseits des blütenweißen Vorzeige-Amerikaners mit Beschimpfungen und Beleidigungen verschonte und der selbst die Kritiker aus dem eigenen Stall, weißer als es weiß nicht geht, nicht ausließ. Es war ein Schock als die Nachrichten sich an diesem Morgen des 9. November unserer Zeit verdichteten, dass ein Bundesstaat nach dem anderen fiel. Die Welt hielt den Atem an und die ersten, die johlten, das waren all jene, die mit denselben Rattenfänger-Tricks, den einfachen Antworten auf die immer komplizierter werdenden und zunehmend schwerer zu verstehenden Probleme dieser Welt, unterwegs sind und sich nun plötzlich, schier über Nacht, Rückenwind aus dem Land erhoffen, dass sie bislang, nicht müde werdend, als den Hort des Bösen geradezu verunglimpften. Die einen, die rechten Populisten, sprechen es offen aus, die anderen, die, deren Hass auf Amerika schon immer zum guten Ton gehörte und die den Untergang des sowjetischen Kolonialreiches bis heute nicht verschmerzen können, reiben sich verstohlen in ihren Ecken die Hände, hoffend darauf, dass ein Verrückter die größte und älteste Demokratie auf diesem Globus ins Wanken versetzt.
Doch wenn er auch nur die Hälfte von dem hält, was er seinen Anhängern in siebzehn Monaten Wahlkampf versprach, wenn die moderaten Sätze in der Nacht der Wahl diesem „Heute-So-Morgen-Anders-Image“ geschuldet waren, dann stehen uns womöglich vier schwere Jahre bevor. Das Schlimme daran ist, dass er diese Versprechungen einlösen muss, wenn er nicht, und ganz besonders von denen, die zu verführen ihm gelang, nach vier Jahren – hoffentlich früher – wie ein räudiger Hund vom Hofe gejagt werden will…

Denk ich an die Welt in dieser Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht…

Am Ende noch eine Reminiszenz an den eingangs erwähnten großen Sänger, dessen Melancholie gerade in dieser Zeit ansteckend wirkt – Leonard Cohen – Hallelujah

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