Islamismus – der Faschismus des 21. Jahrhunderts

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Leon de Winter – Buchvorstellung

Michael Krons im Dialog mit Leon de Winter, Buchautor Geronimo

Leon de Winter: Der Islamismus ist der Faschismus des 21. Jahrhunderts

Ein starker Spruch, nicht ungefährlich, denkt man daran, zu welcher Art von Racheaktionen islamistische Terroristen fähig sind. Das Aufzählen von Beispielen aus der jüngsten Vergangenheit erübrigt sich. Aber ist dieser Islamismus wirklich erst ein Phänomen des 21. Jahrhunderts, oder nahmen wir es in der Vergangenheit nur nicht so wahr, weil es andere, gefährlichere Konflikte gab, die die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zogen und die die Kräfte derer, die seit dem 11. September 2001 die Welt mit Terror überziehen, andernorts einbanden? Zugegeben, „nine eleven“ war eine völlig neue Qualität was die Anzahl der Toten betrifft, aber Terroranschläge vom Ausmaß derer, die darauf folgten, gab es bereits lange davor; denken wir in Deutschland an die RAF, denken wir an die Aktionen palästinensischer Gruppen in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts und andere. Und immer waren es Ideologien, die den Nährstoff für die Rechtfertigung derselben boten, Ideologien oder Religionen, was am Ende dasselbe ist: Religionen sind nichts anderes als Ideologien und umgekehrt.
In meiner Jugendzeit und später – aus dem Munde Älterer und leider auch einiger Nachgewachsener hört man sie noch heute – gab es die verschiedensten Sprüche zur Verharmlosung des Hitler-Faschismus: „Bei Hitler war nicht alles schlecht“, „während der Nazizeit gab es weniger Kriminalität…“, und andere. Zu letzterem war und ist meine Standartantwort: „… weil viele der Kriminellen eine Uniform trugen und somit in der Lage waren, ihre kriminelle Energie unter dem Deckmantel staatlicher Gewalt frei zusetzen…“
Ähnliches, mit derselben Brutalität und ähnlichem Ausmaß, spielte sich in den Diktaturen des Nahen und Mittleren Ostens ab, Diktaturen, die während der Zeit des Kalten Krieges überwiegend vom Ost-Block am Leben gehalten wurden: bezeichnend dafür Syrien und der Irak, Libyen in Nordafrika und Ägypten bis in die 70`er Jahre hinein. Staatlich angeordneter Terror gegen Menschen, die einer anderen Ethnie angehörten, einen anderen Gott anbeteten oder sich dem Zwang, ihre Kultur, ihre Traditionen, ihre Sprache, letztendlich ihre Identität aufzugeben, nicht beugen wollten.
Macht-, Sicherheits- und Militärapparat waren besetzt von Anhängern des Diktators, in Spitzenämtern saßen nicht selten Familienangehörige wie in einer feudalen Despotie. Im Irak waren es Sunniten, in Syrien Schiiten, die eine Mehrheit „Andersgläubiger“ unterdrückten. Besonders deutlich wurde der Wandel im Irak nach dem Zusammenbruch des Hussein-Regimes, aus dessen Armee sich große Teile des Islamischen Staats rekrutieren. Dafür allerdings die Schuld allein der Busch-Administration zu zuschieben, wie es gern aus der linken Ecke unserer Gesellschaft dröhnt, wäre viel zu kurz gegriffen, weil dieser Terror, der sich in der Gegenwart nur andere Ziele sucht, bereits vorher vorhanden war. Dies lediglich in einem anderen Rahmen und unter anderen Fahnen. Niemand wird ernsthaft bestreiten wollen, dass es in der jüngeren Vergangenheit seitens der westlichen Industriestaaten eine Reihe von Fehlern gab, betrachtet man jedoch die gesamte Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg, so waren einige der Regimes im Nahen und Mittleren Osten Produkte des Kalten Krieges, gestützt vom kommunistischen Osten, dem ein erheblicher Anteil der Verantwortung an den Gegebenheiten zukommt und dessen „Nachwelt“ Russland nun krampfhaft bemüht ist, die letzten Militärstützpunkte im Mittelmeer für sich zu sichern. Die Frage ist nur, für oder gegen wen?
Aber selbst das greift zu kurz, weil eine ganze Reihe der Ursachen für die Konflikte in dieser Region sehr viel weiter zurück liegen.
Schauen Sie sich aber zuerst den Beitrag an

Der Islam ist, im Gegensatz zum Christentum und anderen Glaubensrichtungen, geht man bis an die Wurzeln zurück, eine militante Religion. Letzteres muss allerdings nicht bedeuten, dass schlussfolgernd daraus jeder Muslim zwangsläufig militant sein muss. Wie Menschen mit Religion umgehen, wird in erster Linie von ihrem eigenen Charakter und den Verhältnissen, unter denen sie leben bestimmt. Die Frage ist allerdings, welchen Zündstoff eine Religion oder eine Ideologie liefert, wenn man sie denn als Grundlage für die Gewaltausübung nutzen will.
Während die Verkünder des Christentums in den ersten Jahrhunderten seiner Existenz Friedfertigkeit, Vergebung und Demut predigten, zog Mohammed nach seiner Flucht aus Mekka Jahre später dort mit seinen Anhängern als Eroberer wieder ein. Dass ihm vorher Gewalt zuteil oder angedroht wurde, ist keine hinreichende Rechtfertigung. Auch Jesus wurde Gewalt angetan, und, um den oben getroffenen Vergleich abzuschließen: das Christentum wurde erst militant und reaktionär, nachdem es im ausgehenden vierten Jahrhundert in Rom zur Staatsreligion erhoben wurde und blieb es so lange, bis Reformation und Aufklärung in Europa ein neues Denken hervor brachten.
Die Verbreitung des Islam erfolgte überwiegend unter Einsatz militärischer Gewalt. Selbst die Tatsache, dass einige Völker, die in dieser Zeit noch unter der Herrschaft des christlichen Byzantinischen Reiches standen, die Muslime als Befreier sahen und freiwillig dem neuen Glauben beitraten, ändert nichts an dieser Feststellung, da bereits nach Mohammeds Tod im Nachfolgestreit die Konflikte zwischen den Völkern erneut zu Tage traten. Und es ist kein Zufall, dass besonders im Raum des früheren Perserreiches und seiner Nachfolger die schiitische Glaubensrichtung Mehrheiten fand, während im arabischen Raum die Sunniten in der Überzahl blieben. Dieser uralte Konflikt, der sich heute im Kampf um die Vorherrschaft am Golf zwischen Saudi Arabien (Sunniten) und dem Iran (Schiiten) äußert, wurde zu keiner Zeit beigelegt sondern lediglich über längere Zeiträume unterdrückt, von Aufständen und Kriegen unterbrochen. Die längste Zeit während der Existenz des Osmanischen Reiches, zwischen den Weltkriegen durch die Mandatsmächte Großbritannien und Frankreich im Bündnis mit lokalen Herrschern und während des Kalten Krieges von Machthabern, die von beiden Blöcken eingesetzt und unterstützt wurden. So war es nur folgerichtig, dass nach Wegfall eines der beiden Systeme ein Vakuum entstand, innerhalb dessen eine Explosion der Gewalt stattfand und der Westen in den 90`er Jahren, wie wir es im Dialog zwischen Michael Krons und Leon de Winter richtig hören können, zu der fatalen Einschätzung gelangte, man könne die Probleme mit militärischen Mitteln lösen. Das war ein Irrtum, der allerdings nicht Ursache sondern lediglich eine Begleiterscheinung dessen ist, was sich seit etwa zwanzig Jahren im Nahen Osten abspielt.
Im Gespräch fallen Worte wie „Mittelalter“, de Winter spricht mit Recht davon, dass der Islam es nicht vermag, für Balance innerhalb der Gesellschaften zu sorgen weil er an überkommenen, eben geradezu noch mittelalterlichen Denkweisen festhält. Man kann diesen Gesellschaften keine europäische Demokratie überstülpen, die Menschen verstehen es nicht. Was den Westalliierten nach dem 2. Weltkrieg in (West-)Deutschland gelang, ist kein Beispiel, weil die Barbarei der Nazis nicht vermochte, den Geist des Humanismus völlig aus den Köpfen der Menschen zu verdrängen. Genauso wenig, wie es den Kommunisten im anderen Teil gelang, den Drang nach Demokratie völlig zu beseitigen. Aber weder das eine noch das andere gehört zu den Lebenserfahrungen der Menschen im arabischen Raum.



Wir werden es auch nicht schaffen, in einer überschaubaren Zeit, die Lebensverhältnisse in diesen Ländern derart zu verändern, dass wenigstens ein Minimum an Wohlstand eintritt, und weil das so ist, kann man die Frage am Ende des Filmbeitrages nur mit einem klaren „JA“ beantworten. Wir müssen genauer hinschauen, wem wir die Tür öffnen.
Dass Leon de Winter nicht zu denen gehört, die Ausländer, auch wenn sie aus dem arabischen Raum kommen, unter Generalverdacht stellt, sondern dass er zu denen gehört, die eben etwas genauer und aufmerksamer hinschauen, stellt er mit seinem neuen Roman – Jeronimo – eindrucksvoll unter Beweis.

Leon de Winter – Geronimo –

»Geronimo« lautete das Codewort, das die Männer vom Seals Team 6 durchgeben sollten, wenn sie Osama bin Laden gefunden hatten. Doch ist die spektakuläre Jagd nach dem meistgesuchten Mann der Welt wirklich so verlaufen, wie man uns glauben macht? Ein atemberaubender Roman über geniale Heldentaten und tragisches Scheitern, über die Vollkommenheit der Musik und die Unvollkommenheit der Welt, über Liebe und Verlust.

Leseprobe: Unterdessen stellte MU selbst, wie Vito mir erzählt hatte, Nachforschungen an, was die Tadschiken in Faizabad mit dem Geld von Vito und seinem Team angestellt hatten. Die Geschichte vom falschen Usama war spektakulär, aber natürlich unmöglich – wenn sie stimmte, handelte es sich um einen der größten Gags ever und würde einem Filmproduzenten einen Haufen Geld wert sein. Vorläufig glaubte M-U nichts und ich genauso wenig. Die Geschichte war zu verrückt. Auf einer seiner Reisen nach Afghanistan wollte M-U einen Ausflug nach Faizabad machen, hatte er angekündigt und Vito angedroht, dass er ihm die Hölle heiß machen würde, wenn er völlig für die Katz nach Faizabad gepilgert sein sollte.
„Du musst fahren“, hatte Vito gesagt, „so schnell wie möglich…“

Was sagt Leon de Winter über sein neues Buch?

Über den Autor
Leon de Winter, geboren 1954 in ’s-Hertogenbosch als Sohn niederländischer Juden, begann als Teenager, nach dem Tod seines Vaters, zu schreiben. Er arbeitet seit 1976 als freier Schriftsteller und Filmemacher in Holland und den USA. Seine Romane erzielen nicht nur in den Niederlanden überwältigende Erfolge; einige wurden für Kino und Fernsehen verfilmt, so ›Der Himmel von Hollywood‹ unter der Regie von Sönke Wortmann. Der Roman ›SuperTex‹ wurde verfilmt von Jan Schütte. 2002 erhielt de Winter den Welt-Literaturpreis für sein Gesamtwerk, und 2006 wurde er mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet.
Leon de Winter – Geronimo –
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Rezension von Winfried Stanzick am 26. September 2016: Der niederländische Schriftsteller Leon de Winter, der für seine klare Haltung gegenüber den radikalen Islam nicht nur in seiner Heimat oft angefeindet wurde, gehört zu den Autoren, die mit jedem weiteren Roman nicht nur literarisch besser werden, sondern sich mit ihren Themen mutig immer weiter vorwagen.
So hat er in seinem neuen Roman in einer wahnsinnigen Mischung aus Realität und Fiktion jene Aktion des amerikanischen CIA hinterfragt, bei der am 2.Mai 2011, fast zehn Jahre nach dem Anschlag auf das World Trade Center, eine Eliteeinheit Usama Bin Laden (im Buch nur UBL genannt) in seinem Unterschlupf im pakistanischen Abbottabad getötet hat.
Weltweit gab es klammheimlichen Beifall für diese Aktion, doch es kamen auch immer wieder Fragen auf, warum man den gesuchten Chef von Al Kaida nicht lebend gefangen nahm bzw. warum man seinen Leichnam so schnell über dem Arabischen Meer in der Tiefe verschwinden ließ?
Ohne jegliche Verschwörungsmethaphern hat Leon de Winter sich diesen Fragen mit einer genial erzählten Geschichte genähert. Hauptpersonen sind der amerikanische ehemalige Agent Tom Johnson, der nach einer schlimmen Verletzung in Afghanistan nicht mehr im Kampf eingesetzt werden kann. Dort hatte er auch das afghanische Flüchtlingsmädchen Apana kennengelernt und sie gleichsam adoptiert. Die Musik Bachs, insbesondere die Goldberg-Variationen, die das Mädchen durch Tom kennenlernt, verändert das Leben des Kindes radikal. Ihr schreckliches Schicksal und die Verantwortung, die Tom für das Kind übernimmt bis an die Grenzen seiner Kraft, ist ein wesentlicher, sehr bewegender und theologisch interessanter Strang der Handlung.

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leon_de_winter_geronimo_buchvorstellungZu meinen persönlichen Erfahrungen mit dem Thema – Ausländer – hier eine Leseprobe aus meinen Erotiknovellen Dunkle PerlenMein Geburtsort, in dem meine Mutter noch in unserem Haus lebte, ist eine Kleinstadt mit knapp dreitausend Einwohnern, wo jeder jeden kennt. Es gab solche und andere, wie überall, liberale, konservative, dumme, kluge und Extremisten aller Schattierungen, wie überall. Über eine junge Frau, die man in der Bezirksstadt mit Schwarzafrikanern sah, redete man negativ, „die macht mit Negern rum…“, hieß es. Das lag zwar bereits einige Jahre zurück, aber ich hörte diesen Spruch selbst aus dem Munde meiner Mutter.
  Es war die Generation, die im Hass gegen alles Fremde erzogen wurde, Juden, Neger, Zigeuner, Asiaten, alles in einen Sack und alle waren schlecht. Das ging nicht spurlos vorbei und grub sich ein in die Hirne der Menschen. Das Wort „Bimbo“ fiel regelmäßig, wenn man von dunkelhäutigen Personen sprach.
  Nun könnte man meinen, die ehemalige DDR, ein Staat, der die Worte „Internationalismus“, „Völkerfreundschaft“ und anderes mehr auf seinen Fahnen schrieb, wäre in vierzig Jahren seiner Existenz in der Lage gewesen, diese Vorbehalte zu beseitigen. Weit gefehlt, Worte und Taten deckten sich selten, wie in vielen anderen Bereichen des Lebens ebenso. Gastarbeiter oder Auszubildende aus Afrika, Lateinamerika oder Asien waren vielfach isoliert und wenn man anlässlich diverser Veranstaltungen zusammen kam, verlief das nach streng erstellten Drehbüchern und unter strenger Kontrolle.
  Aber diese Fremdenfeindlichkeit oder diese Ressentiments waren nicht immer vordergründig Feindschaft, sondern oft Unbeholfenheit, vielleicht sogar ein wenig Angst vor dem Unbekannten, vor dem Fremden.
  Ich lehne es noch heute ab, jeden pauschal zu verurteilen, der Vorbehalte Fremden gegenüber hegt und dafür gleich zum Ausländerfeind abgestempelt wird, wenn er solche äußert. Dort wo unterschiedliche Kulturen aufeinander stoßen, bleiben Reibungen oft nicht aus und dem, der schon immer an diesem, seinem Geburtsort lebte, steht zumindest das Recht zu, die Frage stellen zu dürfen, warum er sich derartigen Reibungen, die nicht immer schmerzlos verlaufen, freiwillig aussetzen sollte.
  Bei Helene spielte die Frage der fremden Kultur überhaupt keine Rolle, sie war in Frankreich aufgewachsen, arbeitete in ganz Westeuropa einschließlich West-Berlin und war stärker in diese Gesellschaft integriert als mancher, den man an seiner hellen Hautfarbe sofort als Europäer erkannte. Aber der Makel in den Augen anderer war eben diese Hautfarbe. Und es fiel eben auf, dass, seit sie mich hin und wieder besuchte und wir gemeinsam aus gingen, sich in meinem Wohnort, einer kleinen Großstadt, einige Menschen umdrehten oder gafften, während in Westeuropa, selbst in Westdeutschland kaum jemand Notiz von uns nahm… alle Leseproben>>>

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