Chrissys Tagebuch Teil I – Leseproben

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Frank C. Mey – Chronik einer lesbischen Liebe

Leseproben aus der ersten überarbeiteten Auflage – Teil I

„Wie kommt es, dass du noch Jungfrau bist?“ fragte sie mich urplötzlich und unterbrach kurz unseren fantasievollen Ausflug, als ich gerade dabei war, ihre Lippen zu suchen. Ich bekam einen gehörigen Schreck.
„Warum hältst du jetzt an?“ fragte ich enttäuscht über diese Unterbrechung und richtete mich ein wenig auf.
„Ich halte nicht an“, sagte sie lächelnd und gab mir nun den Kuss, nach dem ich gerade suchte, „ich habe nur kurz unterbrochen, weil ich bemerkte, dass du kurz davor warst, dich gehen zu lassen.“

Mit Liebe und Dank an Julia S., Lieferantin und Co-Autorin dieser atemberaubenden erotischen Liebesgeschichte

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Die Story hinter der Story

„Es war einmal…“, so fangen die meisten Märchen an, dies ist kein Märchen, obwohl es sich bisweilen als solches lesen mag, eine Story?

Geschehen in den 80`er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, irgendwo in der verstorbenen DDR, bis hinein in die Neunziger im wiedervereinigten Deutschland. Die Zeitebenen im Roman wurden verändert, ebenso die Handlungsorte, es sollte keine Biografie werden und schon gar keine Reportage.

Eine junge Frau, fast könnte man sie noch als Mädchen bezeichnen, fünfzehn Jahre jung, unternimmt an sich selbst denselben Versuch, den alle anderen ihrer Altersgenossinnen bereits unternahmen oder noch vor sich hatten, die erste intime Begegnung mit einem Mann. Sie holte sich vorher Rat bei älteren Freundinnen, „suche dir einen älteren aus, die können das besser, über die Zwanzig, vielleicht sogar über die Dreißig…“

Sie befolgte den Rat, aber sie konnte dem nichts abgewinnen, sie versuchte es immer und immer wieder, mit jüngeren, mit noch älteren, bald hing ihr der Ruf an, es ständig mit anderen Männern zu treiben, „die fi..t mit allen, die nicht bei Drei auf den Bäumen sind…“

Irgendwann gab sie es auf, so lange, bis ihr eine Frau begegnete und sie danach durch tiefe Täler der Tränen wandern sollte, obwohl sich endlich ihr Glück und die Erfüllung fast aller ihrer Wünsche und Träume eingestellt hatten.

Der § 175 war in der DDR, wie auch in Westdeutschland, seit langem Geschichte, aber die Gesellschaft, Freunde, Nachbarn, Kollegen, Eltern, Verwandte, selbst völlig fremde Leute, wenn sie davon Kenntnis erhielten, wandten sich ab, eine Lesbe, schwul, homo, das ist doch nicht normal….

Der Roman lässt all diese Erlebnisse außen vor, blendet viele der Befindlichkeiten aus, die sich selbst bis in diese Tage hinein nicht grundlegend änderten, stellt die Beziehung und die Reaktionen der Umwelt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, überwiegend in ein positives Licht und soll Menschen, vor allem den jüngeren, Mut geben, sich ihrer Gefühle zu bekennen, sobald sie feststellen, dass diese vom so genannten „Normal“ abweichen.

Während ich schrieb, fiel mir oft ein Ereignis ein, das sich im Sommer 1989 irgendwo an der Küste ereignete, und das mir selbst heute noch gelegentlich Schwermut bereitet.
Thomas, gerade siebzehn Jahre alt, Sohn enger Freunde, Edelgard und Jürgen (Namen geändert, der Verfasser), geht in den Wald und stranguliert sich zu Tode, ohne Abschiedsbrief!
Er fand nicht den Mut, nicht einmal mit seinen engsten Vertrauten, seinen Eltern, über seine Neigung zu sprechen, obwohl ich immer den Eindruck hatte, in der Familie ginge man offen mit jeglicher Art von Problemen um. Er schämte sich, so zu sein, anders zu sein, als das, was man von heranwachsenden Männern erwartete und nahm sich das noch junge Leben.

Viola, eine der Akteurinnen im Roman, sagt im Teil III während eines Dialogs mit Chrissys Eltern, sie lehne jegliche Art von Kategorisierung sexueller Neigungen, Gewohnheiten oder Vorlieben von Menschen ab. Die Worte „Lesbe“, der „Schwule“ oder das heute noch häufig zu hörende, abwertende Wort, „dieser Homo“, klingen mehr wie Beschimpfungen, denn als Beschreibung einer bestimmten sexuellen Orientierung, einer Lebenseinstellung. Vielmehr sind es zwei Menschen, die sich lieben und die mehr oder weniger leidenschaftlich ihrer Lust den freien Lauf lassen, wie es bei heterosexuellen Paaren als völlig normal empfunden wird.

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Möge dieser Roman alle, die ihn lesen dazu bringen, dies ebenso zu empfinden, dann werden die „Christopher Street Days“, die dem Beobachter, dem so genannten „Normalbürger“ zuweilen als zu schrill, als zu skurril, erscheinen und dem Lebenswunsch der gleichgeschlechtlichen Liebe nicht immer zuträglich sind, überflüssig, und vielleicht wird kein Thomas mehr, nur wegen seiner unverstandenen sexuellen Neigung in den Wald gehen, um sein Leben zu beenden.

Lesen Sie diesen dreiteiligen Roman, der einen tiefen Einblick in ein mitunter ausschweifendes Liebesleben zweier Frauen gewährt und der genauso endet, wie es bei anderen als alltäglich empfunden wird, den ich auch Thomas widme, der aus Scham, Verzweiflung oder einfach nur aus Angst nicht mehr weiterleben wollte.

covergirls   Die Covergirls des Romans Sandra und Claudia

Prolog

Mit 13 die ersten Gefühle, Mütter müssen das bemerken, woran, das weiß ich nicht, noch bin ich keine Mutter. Ich hatte schon mehrmals mit den Fingern an meiner Klitoris gespielt, es war ein schönes entspannendes Gefühl, ob es dabei jemals zu einem richtigen Orgasmus kam, wusste ich damals noch nicht. Was ist überhaupt ein richtiger Orgasmus?

Eines Abends kam meine Mutter in mein Zimmer, sie müsse einmal mit mir zu reden, erklärte sie. Sie habe bemerkt, dass sich inzwischen bei mir etwas veränderte, schließlich war ich aufgeklärt, mit Dreizehn sei ich allerdings noch zu jung, um diese Gefühle bereits mit einem Jungen zu teilen. Wenn ich aber diese Lust verspürte, so gäbe es als Ersatz die Möglichkeit, diese mit meinen Fingern zu befriedigen, und ich könnte mir auf diesem Wege die gewünschte Entspannung verschaffen. Sie habe das als junges Mädchen ebenso gehandhabt, aber heimlich, weil Selbstbefriedigung in ihrer Kindheit noch als große Sünde galt. Damals habe es Eltern gegeben, die ihren Töchtern in der Pubertät nachts sogar die Hände auf dem Rücken fesselten.
Oh Gott, welche Vorstellung. Ich hörte andächtig zu, war dieses Thema doch lange allgemeiner Gesprächsstoff auf dem Schulhof, so unter dem Motto: “Hast Du schon einmal????”, “ und wie war es?” Ich beteiligte mich zwar nie an dieser Konversation, hörte aber gern zu.
Mum fügte mit ernster Miene hinzu, dass sie dies selbst heute manchmal noch praktiziere, obwohl sie mit Dad ein sehr erfülltes Liebesleben habe. Eine Frau brauche das, um sich zusätzlich zu stimulieren und um ihre eigenen Gefühle besser erkennen und vor allem ergründen zu können.
Das Schlafzimmer meiner Eltern lag quer über dem Flur, und da meine Mutter bisweilen sehr laut dabei war, konnte ich ihre Worte sehr gut nachvollziehen.

Sie gab sich große Mühe und sprach mit mir fast wie zu einer Gleichaltrigen. Gut, ich versprach ihr, die Jungs noch zu meiden und ihrem Rat zu folgen.
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Mein erster Versuch

19. März 2009

Sein Name war Paul, Paul das Mathe- und Physikgenie, er hatte schon mehrere Olympiaden gewonnen und war am selben Gymnasium einen Jahrgang über mir. Da ich in den beiden Fächern das totale Ass war, im negativen Sinne, das versteht sich von selbst, fragte ich ihn irgendwann einmal, ob er mir Nachhilfestunden geben könne. Er bejahte das ohne Vorbehalt und meinte, ich könne nach der Schule jederzeit zu ihm kommen. Er wohnte in unserer Siedlung nur zwei Straßen weiter und seine Eltern, beide Bedienstete in der Landesregierung, waren selten zu Hause. Er war groß, schlank, blond, trug immer einen kurzen Bürstenschnitt und gehörte nicht zu den Jungs, die ständig an einem herum baggerten. Das weckte Neugier in mir, da mir auf dem Schulgelände seinerseits in Punkto Freundinnen oder favorisierten Mädchen noch nichts aufgefallen war. Selbst außerhalb der Schule sah ich ihn noch nie in Begleitung eines Mädchens. Daher wunderte ich mich nicht, dass es während der ersten Nachhilfestunden seinerseits nicht einen Annäherungsversuch gab. Ich selbst verschwendete bis dahin noch keine ernsthaften Gedanken über Jungs, auf die übliche Anmache, die man in diesem Alter gewöhnt ist, reagierte ich eher abweisend, so dass es nach einer gewissen Zeit keiner mehr versuchte.
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Trotz seiner Zurückhaltung, die ich für „an den Tag gelegt“ hielt und nicht wirklich Ernst zu nehmen gedachte, blieb ich bei meinem Entschluss, dass er es sein sollte, mein Erster, mein erstes Mal, dieses berühmte und im Leben einer Frau so bedeutungsvolle „erste Mal“. Ich war immerhin fast Siebzehn und noch immer Jungfrau, und wenn ich meinen Mitschülerinnen Glauben schenken durfte, die letzte in der Klasse, außer der dicken Tina, die ohnehin keiner zu wollen schien. Mein normaler Aufzug im Schulalltag waren Jeans mit Shirt oder Pullover und stets BH darunter, für meinen nächsten Besuch suchte ich mir den kürzesten Rock, den knappsten Tanga und ein bauchfreies Trägershirt aus, das nur sehr wenig bedeckte. Den BH ließ ich weg.
Paul öffnete nach dem Klingeln und zeigte keinerlei auffällige Reaktion meine Garderobe betreffend, begrüßte mich wie immer mit einem trockenen „Hallo“ und bat mich, einzutreten. Er trug Bermudas, wie ich hoffte mit nichts darunter, das würde die Aktion vereinfachen und ein Muskelshirt, das seinen muskulösen Körper stark betonte. Er gefiel mir, so wie er vor mir stand, trotz seines gleichgültigen Blickes.

Die Treppe nach oben zu seinem Zimmer betrat ich vor ihm und lief schnell hinauf. Er musste meinen schmalen Slip gesehen haben, der nur das Allernötigste bedeckte, blieb jedoch völlig cool und nahm in seiner Sitzecke Platz, ich wie immer ihm schräg gegenüber, und er hatte bereits die zu unserer Nachhilfestunde passenden Lehrbücher auf dem Clubtisch liegen.

Ich stellte es mir am Abend davor, als ich bereits in meinem Bett lag, sehr romantisch vor: er würde, wenn er mich in meinem Aufzug sieht, sofort aufmerksam werden und mir Komplimente machen. Zuerst wollte ich ihn ein wenig zappeln lassen und wenn er dann seine Annäherungsversuche fortsetzte, ihm Stück für Stück näher und an der richtigen Stelle sogar entgegen kommen. Er würde sicher irgendwann versuchen, mich zu küssen und zu streicheln und irgendwann, so hoffte ich, landen wir in seinem Bett.

Aber so lief das wohl nicht bei ihm, obwohl er manchmal verlegen hüstelte, wenn ich mich über den Tisch beugte und er mit Sicherheit bis zu meinem Bauchnabel gucken konnte….. Lesen Sie alles bei Amazon>>>>>

25. Mai 2009

Das Ding mit Paul war gelaufen, dumm gelaufen, wenn man das so nennen darf. Nach dem verunglückten Date zog er auf dem Schulhof einen großen Bogen um mich herum und würdigte mich keines Blickes mehr. Vielleicht schämte er sich ja auch nur und hatte Angst, ich würde Sprüche über ihn verbreiten. Aber dazu gab es für mich überhaupt keinen Grund. Die Situation war eben blöd, und ich war mir zudem nie wirklich sicher, ob ich es ernsthaft mit ihm wollte oder ob der Versuch mehr eine Schnapsidee in Richtung: „Nun bring es endlich hinter dich“, war. Aber was sollte nun mit meiner Nachhilfe in Physik und Mathe werden? Einige Wochen später ergab sich die Antwort als Viola mir über den Weg lief.

Bis zur neunten Klasse hatte ich Physik und Mathe bei ihr, mit für meine Verhältnisse sehr guten Noten. Danach wechselte sie die Schule und unterrichtete weiter an einem Gymnasium am anderen Ende der Stadt. Es gab Gerüchte, dass etwas vorgefallen sei, aber was, das wusste keiner so genau, die richtige Ausgangssituation für Geschichten jeglicher Art….

26. Mai 2009

Pünktlich fünfzehn Uhr stand ich am Folgetag vor Violas Haustür und nach dem zweiten Klingeln öffnete sie mit der Entschuldigung, sie sei gerade unter der Dusche hervorgesprungen, daher habe es etwas länger gedauert. Ihr mittellanges blondes Haar hing nass in Strähnen herab und sie trug ein Hauskleid in der Art eines Ponchos, das unter den Armen tief ausgeschnitten war und bis kurz über ihre Knie reichte. Wenn mich ihr Aufzug störe, würde sie sich etwas anderes anziehen, sagte sie im Hineingehen, aber sie ziehe sich zu Hause sehr gern locker an und an solch einem warmen Frühlingstag sei das ohnehin bequemer. Ich hatte nichts gegen ihren Aufzug einzuwenden….

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