Der Nessetalradweg von Erfurt nach Eisenach

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23. Mai 2018 – Reportage

Ein Radweg auf einem ehemaligen Bahndamm

Start in Erfurt

Am Tag davor überlegte ich mir, dass einmal wieder eine längere Tour auf den Plan gehöre. Der Wetterbericht hatte böige Winde aus Nord-Ost vorher gesagt, Stärke 4, in Böen bis 6. Nicht gerade fahrradfreundlich. Wenn aber der Wind aus dem Osten weht (hoffentlich nie wieder in der Politik), dann muss man sich einen Weg suchen, der nach Westen führt. Der Nessetalradweg, eine noch jüngere Trasse, die ohnehin für diesen Sommer auf dem Programm stand.
Fertiggestellt wurde er im Oktober 2013, mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Unterstützung des Freistaats Thüringen, wie man auf mehreren Schildern liest. Die Initiative ging aus von der Verwaltungsgemeinschaft Mittleres Nessetal.
Der zweite Abschnitt, etwa die Hälfte der Strecke, bis zum Flugplatz Kindel verläuft auf einer ehemaligen Bahntrasse, einem Abzweig der Strecke Gotha-Leinefelde. Man kann an den Seiten noch die Schotter-Auffüllungen erkennen.
Die Ausfahrt aus Erfurt verläuft auf einer der fünf Speichen des Erfurter Rad Rads, die wir bereits in einem Abschnitt am 3. Mai diesen Jahres befuhren (mehr zum Erfurter Rad Rad)
Von Niedernissa bis zum Startpunkt, dem Benediktsplatz in Erfurt, liegen bereits 8 km hinter mir. In der Bahnhofspassage will ich mir für Unterwegs Bananen kaufen. Doch Fehlanzeige. An einem Werktag gegen 10:00 Uhr war die Lieferung noch nicht eingetroffen. Nun sage noch einer, in der BRD bekäme man immer und überall Bananen …
Die Ausfahrt führt über den Gothaer Platz durch den Brühler Hohlweg. Eine sehr gute Beschilderung verhindert, dass man sich als Nicht-Ortskundiger verfährt. Wie, im Übrigen, der Radweg über seine ganze Länge sehr gut ausgeschildert ist. Vorausgeschickt sei außerdem, dass die Trasse überwiegend asphaltiert ist, mit kurzen Abschnitten auf Beton-Spur-Platten bzw. Verbund-Pflaster (hinter Schmira).

Vom Gothaer Platz bis nach oben auf den Cyriaksberg überwinden wir gleichzeitig den größten Höhenunterschied, den der Radweg zu bieten hat. Ein weiterer, noch nennenswerter, folgt hinter Molschleben, der letzte, mit langem und sanftem Anstieg die letzten 3 km bis zum Flugplatz Kindel. Der Brühler Hohlweg verläuft nahezu eben, bis es in den Langen Berg hinein geht, der seinen Namen verdient: lang und er steigt daher verträglich an.
Über den „Hippelborn“ gelangen wir ins Gebreite. Hippel: die ortsübliche Bezeichnung für die Ziege. Offenbar gab es hier früher einen Brunnen (Born), an dem man die Ziegen tränkte. Ein wenig steil wird es dann doch noch auf der Schmiraer Grenze, über die wir auf das Hochplateau gelangen, das das Erfurter Becken im Süden begrenzt. Wer es steiler und somit kürzer möchte, kann parallel zu Gothaer Straße fahren. Für alle anderen, die Anstiege meiden, steht noch die Stadt-Bahn vom Gothaer Platz bis zur Messe zur Verfügung.
Wir erreichen die B 7 (Gothaer Straße) in Höhe des Messegeländes. Von hier verläuft der Radweg etwa 3 km parallel zur Bundesstraße bis nach Schmira, dem ersten Ort außerhalb der Landeshauptstadt. Eingemeindet und bekannt u. a. für den Karneval. Der OB Bausewein sowie das MdB Schneider laden hier jährlich ihre Genossen zu einer Faschingsfeier ein. Die Resonanz ist mir allerdings nicht bekannt.

Von Schmira nach Friemar

In Schmira überqueren wir die B 7 um auf der gegenüberliegenden Straßenseite weiterzufahren. Ich verlasse hier den Radweg und drehe eine Schleife durch den Ort, vorbei an der Kirche. Weil ich ortskundig bin, weiß ich, dass man über die Seestraße den Ort süd-westlich umfahren kann, um zurück auf den Radweg zu gelangen.
1und1 Oberhalb Schmiras verläuft der Radweg etwa 1,5 km über einen stillgelegten Abschnitt der alten B 7 danach über etwa 2 km auf Verbund-Pflaster. Vorbei an IKEA überqueren wir etwa 3 km vor Frienstedt die Autobahn. Immer wenn ich diesen IKEA-Bau sehe, fallen mir die Querelen im Stadtrat kurz nach der Wende ein. Die Höhe sollte wegen des Dom-Blicks nie bebaut werden. Irgendwann kam die Autobahn, mit ihr IKEA. Wer das dickste Portmonee in der Jacke trägt, der gewinnt eben. Wer im Stadtrat „umgestimmt“ wurde und wie, das ist leider nicht bekannt.
Nach Querung der A 71 geht es zügig auf glattem und ebenem Asphalt nach Frienstedt. Hier erreiche ich mit 42,3 km/h meine Tagesspitze, mit Rückenwind 😉

Weithin sichtbar an der Einfahrt nach Frienstedt, der „Fürstenhof“. Hier kann man gut essen. Ein Spargel-Gericht ist ausgeschrieben, nur 22,50 Euro (!). Ich hatte noch keinen Hunger, was ich später bereuen sollte. An den „Fürstenhof“ gehörte ein Schild mit der Aufschrift: „Letzte geöffnete Gaststätte bis zum Flughafen Kindel“.
Kurz hinter dem Ortseingangsschild biegt der Radweg links in Richtung Gamstädt ab. Vorbei an einem Neubaugebiet, mit dem kurz nach der Wende begonnen wurde. Als die ersten Mieter eingezogen waren, gab es Proteste wegen der Gerüche, die aus einer Stall-Anlage gegenüber stammten. Die Investoren stritten wie die Kesselflicker mit den Betreibern. Als hätte man das nicht bereits vorher gesehen.
Ich fahre zunächst in die Ortsmitte, wo ich den alten Dorfteich vergeblich suche. Hier badeten wir als Schüler während eines Arbeitseinsatzes in der Melioration des Öfteren. Wie in Krugs „Spur der Steine“, nur nicht nackt. Der Dorfteich musste einer schicken Grünanlage weichen. Dort wo jetzt die Gemeindeverwaltung sitzt (Stadtverwaltung Erfurt, Außenstelle Frienstedt), gab es früher einen Gasthof.
Auf dem Weg nach Gamstädt verlassen wir das Stadtgebiet von Erfurt und erreichen den Landkreis Gotha. Da ich während der ersten Fahrt auf dem Erfurter Rad Rad vergessen hatte, in Gamstädt ein Foto zu machen, hole ich das nun nach. Den Abschnitt von Gamstädt nach Nottleben behandelte ich bereits auf der Fahrt Erfurter Rad Rad.
Nach knapp 5 km erreichen wir Nottleben. Dort wo eine Kirche ohne Dach steht, wo sich ein Verein bemüht, das Geld für eine neue Bedachung aufzutreiben.
In Nottleben erreichen wir nun endlich das Bächlein, das dem Radweg seinen Namen gibt, die Nesse. Von hier ab verläuft der Radweg entlang der Nesse durch eine sehr schöne und abwechslungsreiche Auenlandschaft mehr zur Umgebung hier>>>
Als nächster Ort folgt Pferdingsleben, Hottihausen, wie wir es früher nannten. Ein schmuckes Dorf mit sehr schön sanierten Höfen.
Auf dem Weg von Pferdingsleben nach Friemar muss ich mich dann der Erfahrung aussetzen, dass Radwege, die resultierend von Ost nach West verlaufen, mitunter über Schleifen mit abweichender Richtung führen. Das betrifft etwa 2 km gen Norden mit böigem Wind von vorn. Außerdem beginnt der Himmel sich zuzuziehen. Gewitter waren angesagt, doch erst für den Abend. Ich bin froh, als der Radweg endlich nach links in Richtung Friemar abbiegt.
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Will man in den Ort Friemar und zum Stausee, muss man den Radweg verlassen. Es geht inzwischen auf 13:00 Uhr zu und ich weiß eine Gaststätte am Stausee, die ich vor einiger Zeit besuchte. Doch Fehlanzeige, Ruhetag. Im Ort finde ich, nach Hinweis einer freundlichen Dame (auf dieser Tour begegnete ich übrigens nur sehr freundlichen Menschen, mehr dazu später), einen Back-Shop mit Fleischer-Stand. Bis 13:00 Uhr geöffnet. Es sind bereits ein paar Minuten darüber. Die ebenso freundliche Verkäuferin öffnet noch einmal für mich und es gibt Brötchen mit einer Scheibe Leberkäse. Da sich aus Richtung Gotha her eine schwarze Wand am Himmel auftürmt, ziehe ich kurz in Erwägung, das Vorhaben abzubrechen. Notfalls hätte ich im offen stehenden Pfarrhaus gegenüber Schutz gefunden. Doch die Gewitterzelle, die wohl noch nicht ausgereift zu sein schien, zieht in eine andere Richtung und ich entschließe mich, die Fahrt fortzusetzen.

Weiter nach Molschleben, muss man entweder dieselbe Strecke um den See herum zurück fahren oder die Ortsverbindungsstraße Friemar – Molschleben benutzen. Ich nehme letztere. Möglichst schnell zum nächsten Ort, falls es doch noch zu Gewittern beginnt.

Von Molschleben zum Flugplatz Kindel

In Molschleben ziehen sich die Wolken noch ein weiteres Mal zusammen. Jetzt heißt es Augen zu und durch. Etwa die Hälfte der Strecke liegt hinter mir. Es blitzt noch nicht, kein Donner, wobei sich das sehr schnell ändern kann. Zumal der Weg von Molschleben nach Bufleben relativ weit ist und über eine Anhöhe führt. Keine Möglichkeit, vor einem Gewitter die Flucht zu ergreifen. Der Mut wurde belohnt. Als ich in Bufleben ankam, brach allmählich wieder die Sonne durch.
An der Kirche in Bufleben lesen wir von einem gewissen Cyriakus Schneegaß, der hier im Jahre 1556 geboren wurde und mehrere Kirchenlied-Texte schrieb.
Hinter Molschleben überqueren wir ein weiteres Mal die Nesse, die hier schon als Flüsschen erscheint (oder als Bach?)
Es geht weiter, vorbei an Pfullendorf in Richtung Warza. Hier erreichen wir nun den ehemaligen Bahndamm der still gelegten und demontierten Eisenbahnstrecke, die bereits anfangs Erwähnung fand.

Von Bufleben bis Warza, weiter bis Brüheim führt der Radweg auf dem Bahndamm an den meisten Ortschaften vorbei. Dasselbe von Brüheim bis Friedrichswerth. Die Landschaften wechseln sich ab, eine reizvolle Gegend, die der Radweg erschließt. Freies Feld mit Baumreihen werden abgelöst von Hainen mit Feuchtgebieten und kleinen Weihern. An einem solchen treffe ich ein paar Angler, die nicht so genau wissen, welche Fischarten darin leben. Ein paar Jungs haben Rotaugen in einem Eimer. Es gäbe auch Schlei, versichert man mir, vielleicht sogar Karpfen.
In Brüheim lege ich eine Rast ein, weil neben der Kirche an einem Brunnen ein paar Bänke dazu einladen. Außerdem bin ich von Bufleben bis Brüheim, etwa 20 km ohne anzuhalten (außer kurz für ein Foto) durchgefahren bin. Das Brötchen mit Leberkäse, längst verbrannt, ist keine Nahrungsquelle sichtbar. Um in die Orte, die abseits der Strecke liegen, hineinzufahren, fehlt mir die Zeit. Also Hunger unterdrücken.
Eine Möglichkeit, Essen zu fassen hätte sich vielleicht in Friedrichswerth geboten, doch am Wegweiser lese ich, dass nur noch 6 km bis zum Flughafen Kindel verbleiben. Ich erinnere mich an einen Besuch vor einigen Jahren und an ein Restaurant. Daher verzichte ich darauf, den Ort, der eine Reihe Sehenswürdigkeiten (Barockschloss mit Garten) bietet, zu besuchen. Gepflegte Rastplätze, wie den am Bahnhof Friedrichswerth, findet man mehrere an der Strecke.

Am Ortsausgang Friedrichswerth in Richtung Behringen erfahren wir auf eine Tafel, in dem Gebiet sei eine Firma mit dem sicheren Rückbau ehemaliger Gasförderanlagen beschäftigt. Auf einer Zeichnung wird dargestellt, wie die Löcher verfüllt werden. Ich erinnere mich daran, dass man in der DDR mit enormem Aufwand in der Gegend der Fahner Höhen bis nach Großengottern verzweifelt nach Erdöl, später nach Erdgas bohrte. Mit wenig Erfolg, ein paar Tonnen. Wir beobachteten vom Gebeseer Hessenberg, wie in der Nähe Großengotterns eine Bohranlage brannte, auf der es vorher eine Gasexplosion gab.
Nach Friedrichswerth in Richtung Flugplatz Kindel verlassen wir den Landkreis Gotha und erreichen den Wartburgkreis. Auf den letzten 6 km werden nochmals 50 m Höhenunterschied überwunden. Wenn man bereits 60 km in den Beinen hat, kann das bereits auf etwas steileren Abschnitten anstrengen. Die Fahrt geht überwiegend durch den Wald. Dort wo man freie Sicht in Richtung Nord-Westen hat, sieht man bereits den Nationalpark Hainich, südlich gegenüber die Hörselberge. Der Himmel ist bedeckt, viel feuchte Luft. Leider ist die Fernsicht nicht so gut, darunter leiden die Fotos.
Auf dem Wege zum Kindel überqueren wir zweimal den Kirchbach, einmal neben den Resten einer historischen Brücke. Etwa einen km südlich mündet der Kirchbach in die Nesse.

Am Flugplatz Kindel endet der Nessetalradweg.
Mit knurrendem Magen und daher reichlich ausgepumpt erreiche ich gegen 15:30 Uhr das Ziel. Das Restaurant „Propeller“ geöffnet, entwickelt sich bereits bei meinem Erscheinen ein nettes Gespräch. Ich frage den Wirt, ob es bei ihm auch etwas zu Essen gäbe. Er antwortet mit der Gegenfrage, ob der Laden wie eine Kohlehandlung aussähe. Die Stimmung, blendend. Es gibt ein großes Radler und Ungarischen Gulasch, Für 13,- Euro, na ja, das ist erträglich. Der Gulasch war übrigens sehr gut.
Am Nebentisch sitzen zwei charmante junge Damen, die ich zunächst für Ungarinnen halte (vielleicht vom Gulasch verführt?). Da sie seit Beginn sehr aufgeschlossen wirken, frage ich und erfahre, dass sie aus Rumänien stammen. Die Rast dauert nicht geplante ein und eine halbe Stunde, da sich ein interessantes Gespräch entwickelt. Ich erfahre, dass sich in Rumänien einiges verändert habe, wir sprechen über Ausländerfeindlichkeit in Deutschland, über unsere Wohnorte und verabschieden uns mit dem Versprechen, in Verbindung zu bleiben.

Die letzten 20 km

Als ich die Fahrt am Vorabend plante, nahm ich mir noch vor, bereits in Friedrichswerth den Radweg zu verlassen und nach Mechterstädt zu fahren, um dort in den Zug zu steigen. Als ich in Friedrichswerth stand, entschied ich mich anders, warum auch immer? Freud und Leid liegen oft dicht beieinander. Nach Verlassen des Kindel folgte nämlich eine Irrfahrt, die mir gelegentlich den Eindruck verlieh, nie mehr in Eisenach anzukommen. Es begann bereits zu dunkeln, nicht nur wegen der schwarzen Wolken am Himmel.
Die letzten 4 km verläuft der Nessetalradweg parallel zu einem Radweg, der von Eisenach in Richtung Nationalpark führt. Bis zum Kindel herrscht eine perfekte Beschilderung, danach: Fehlanzeige. Ich komme mir vor wie in den ersten Jahren nach der Wende, wenn ich mit dem Auto an die Küste fuhr. Es dauerte lange, bis das Land Brandenburg damit begann, die Autobahnen zu sanieren. Fuhr man im Winter und es lag Schnee, endete an der Sachsen-Anhalter Grenze der Winterdienst und begann, da ich stets über die Stadtautobahn durch West-Berlin fuhr, erst wieder auf Berliner Gebiet. Dasselbe wenn man in Henningsdorf wieder ins Brandenburgische einfuhr bis an die Grenze zu Meck-Pomm. Meinem damals noch minderjährigen Sohn sagte ich gewöhnlich: „Jetzt fahren wir durch Autofahrer-Feindesland, Stolpe-Land …“ Sollte er Wartburgkreis in dieser so bedeutenden Region etwa Radfahrer-Feindesland sein?
Nach längerem Suchen finde ich am Gewerbepark einen Weg, der in die gewünschte Richtung führt. Man kann in der Ferne die Wartburg erkennen, Orientierung. Hier beginnt bereits der Nationalpark Hainich.
An der Autobahnbrücke, die die B 84 überspannt, komme ich heraus und erreiche Großenlupnitz. Dort erklärt mir ein freundlicher Bürger, ich sei genau auf dem Radweg, den ich suchte. Immer geradeaus an Stockhausen vorbei ginge es direkt nach Eisenach. Wegweiser nochmals Fehlanzeige. Hier überquere ich ein letztes Mal die Nesse, die nur wenige Kilometer weiter am Stadtrand Eisenachs in die Hörsel mündet.

Zum Glück begegnet mir in Höhe Stockhausen eine radelnde Familie, die ich nochmals nach dem Weg frage. Die Brücke sei kaputt, erfahre ich. Ich müsse einen Umweg über Stockhausen fahren. Zu meinem Glück fällt mir ein asphaltierter Weg auf, der in Richtung Süden zum Ausläufer der Hörselberge führt. Ich weiß, dass dort Wutha-Farnroda liegt, was mir die Frau bestätigt. Eisenach abgehakt, Wutha verfügt über einen Bahnhof. Der Nachteil: ich muss noch über diesen einen Berg. Da es am Ende steil aufwärts geht, schiebe ich das Rad und muss wohl schon sehr ausgemergelt ausgesehen haben. Eine nette Stimme hinter mir spricht plötzlich: „Nicht erschrecken, geht es Ihnen gut?“ Eine junge Radfahrerin ist besorgt um mich, was man heutzutage nicht mehr so oft erlebt. Sie begleitet mich bis nach oben und fragt vorsorglich, ob ich ein Handy dabei habe. Falls ich doch noch Hilfe brauche. Es war der Tag der freundlichen und netten Menschen. So vielen am Stück begegnete ich selten an einem einzigen Tag. Doch die junge Dame sollte nicht der letzte nette Mensch sein.
guenter_talke_im_swrEndlich, gegen 18:48 Uhr auf dem Bahnhof Wutha angekommen, treffe ich Günter Talke, der sofort ein Gespräch beginnt. Über Fernsehauftritte mit einem zahmen Hahn auf dem Kopf, der über eine längere Strecke auf seinem Haupte sitzen bleibe. So ganz wirklich will ich ihm nicht glauben und beginne noch am selben Abend zu recherchieren. Und tatsächlich, er war mit Gunter Gabriel beim SWR in der Sendung „Sag die Wahrheit“ sowie im MDR in „Außenseiter – Spitzenreiter“. Leider finde ich keine Video mehr dazu.
Der moderne Zug fährt 19:15 Uhr. Nach den letzten 7 km vom Bahnhof Erfurt bis nach Niedernissa zeigt der Tacho 88 km an.
Der Nessetalradweg, eine Empfehlung als Parallele zum Fernradweg Thüringer Städtekette, den ich auf diesem Abschnitt bereits befuhr. Nur sollten Sie vom Kindel nach Eisenach wollen, dann sehr gut vorbereiten und möglichst eine Karte mitnehmen. Das hatte ich nämlich an diesem Tage vergessen. Auf Navi verzichte ich nach wie vor, wo bleibt das Abenteuer?


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Regenwürmer vertragen kein Coffein

Lisa, gerade Vierzehn, benahm sich völlig ungeniert, als wir uns zum ersten Mal begegneten. Man könnte sogar so weit gehen, sie als völlig schamlos zu bezeichnen. Frech, kess, einen Hauch frivol. Sogar eine Prise Obszönität schien tief in ihrem Wesen versteckt zu sein. Das lag wohl mehr daran, dass sie noch nicht vollumfänglich imstande war, die Wirkung ihres frühreifen Körpers auf spätreife Männer in seiner gnadenlosen Wucht auch nur ansatzweise zu erkennen. Letzteres wurde besonders immer dann zur erbarmungslos erdrückenden Last, wenn man sich, den jeweiligen Umständen geschuldet, hin und wieder körperlich sehr nahe kam.
frank_c_mey_regenwuermer_vertragen_kein_coffein_leseprobenLuise, blond und zweigeteilt in die lähmende Kälte des Nordens...
Wir lernten uns in einem Chat-Room kennen. Das war in der Zeit, als das Spinnennetz des Internet seine Ausläufer über den großen Teich hinweg bis nach Deutschland, wie in den Rest der Welt, hinein schob.
Glücklich schätzen durften sich all jene, die bereits über ISDN verfügten. Man war schneller unterwegs als andere. ISDN - die erste große Revolution in der Telefonie. Wir Ostdeutsche waren revolutionserfahren, donnerten doch in wenigen Jahren mehrere über uns hinweg oder fuhren in uns hinein. Manche bis ganz tief nach unten in die Weichteile. Beate Uhse, Dildos, Pornofilme, bequeme, schnelle Autos, erschwingliche Farbfernseher, Kaffeemaschinen, Mikrowellen, Meister Propper, nicht zu vergessen, all dem vorausgeeilt: die friedliche Wiedervereinigung.
Luise und ich wurden zu einer solchen. Keine WIEDER sondern eine VER. Eine Vereinigung, die sich überwiegend auf die Geschlechtsteile beschränkte.
Es herrscht eine ungewöhnliche Ruhe. Ich stelle mir vor, wie sie, Lisa, sich gerade auszieht. Sie streift das T-Shirt über ihren Kopf, ihre Brüste hüpfen. Ich weiß, wie es aussieht wenn sie hüpfen, diese wunderschönen, nach oben geneigten Sprungschanzen. Diese Igelschnäuzchen.
Jetzt steigt sie aus ihrer Hose heraus, das Höschen folgt. Schwungvoll befördert sie es in irgendeine Ecke, auf einen Stuhl oder versteckt es unter dem Kopfkissen. So oft wie sie sich mit Berny allein in ihrem Zimmer aufhält, wird sie inzwischen bemerkt haben, welche Wirkung getragene Höschen auf ihn ausüben.
Während Luise über mir ihrem nächsten Höhepunkt entgegen eilt, stelle ich mir vor, wie Lisa nebenan auf ihrem Bett liegt. Noch Jungfrau, dringt sie nicht in sich ein. Ihre Beine gespreizt, reibt sie mit der flachen Hand über diesen wundervollen Hügel. Sie wird lächeln, leise stöhnen. Sie wird zufrieden sein, in dem Moment wenn Luise ihren Orgasmus erreicht…Alle Leseproben>>>

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