Bruno Ganz ist tot

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Ein Großer ging von uns – Bruno Ganz

Gestorben am 16. Februar 2019

Bruno Ganz

bruno_ganz_als_adolf_hitlerDem deutschen Filmfreund aus unzähligen Filmrollen bekannt, eine seiner größten im Jahre 2004 in „Der Untergang“.
Bruno Ganz spielte so ziemlich alle Charaktere, die ein Schauspieler in seinem Leben nur spielen kann. Lief ein Film im Kino oder Fernsehen, in dem er eine bedeutende Rolle spielte, so sah ich mir den schon allein aus dem Grunde an, weil Bruno Ganz darin vorkam. Neben der hervorragenden Darstellung des Adolf Hitler während seiner letzten Tage im Berliner Führerbunker; die letzten Tage eines Wahnsinnigen, der die Welt beherrschen wollte. Dies in einer Zeit, als die bestehenden Weltreiche zu bröckeln begannen oder bereits untergegangen waren. Die Apokalypse vor der heranrückenden Roten Armee und der Zange der Westalliierten. Der Film erhielt im Jahre 2005 eine Oscar-Nominierung in der Kategorie „bester fremdsprachiger Film“.
Neben diesem Untergang also, spielte sich Bruno Ganz bereits im Jahre 1976 in der Rolle des Grafen in „Die Marquise von O.“ in die Herzen des deutschsprachigen und internationalen Publikums. Für diese Rolle erhielt er im Jahre 1976 den Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller.
Am 22. März 1941 in Zürich geboren, reifte bereits während seiner Schulzeit der Entschluss, Schauspieler zu werden. Im Jahre 1960 debütierte er als Kammerdiener in „Der Herr mit der schwarzen Melone“.
Unvergessen an der Seite von Klaus Kinski als Graf Dracula in „Nosferatu – Phantom der Nacht“ aus dem Jahre 1979. Bruno Ganz als Jonathan Harker, der nach Transsilvanien reist, um mit Dracula über den Verkauf eines Hauses zu verhandeln. In der Nacht wird er von Dracula gebissen ….
1987 in Wim Wenders „Der Himmel über Berlin“ als Engel Damiel mit dem unvergessenen Otto Sander als Engel Cassiel. Damiel will am Leben der Menschen teilnehmen und ist sogar bereit, dafür auf seine Unsterblichkeit zu verzichten.
Nicht zu vergessen der vom Bayrischen Rundfunk produzierte Tatort „Schattenwelt“ aus dem Jahre 1996. Bruno Ganz als Dr. Thomas Bomberg (Bombadil), der Freund des Opfers. Ein Mordfall im Obdachlosen-Milieu, der den Kommissaren Batic und Leitmayr Rätsel aufgibt.
„Der Vorleser“ aus dem Jahre 2008, um einen weiteren Film zu nennen, als Professor Rohl, der den Filmhelden als Jurastudent zu einem NS-Prozess begleitet. Mehr zum Film finden Sie hier>>>
Bruno Ganz spielte Theater an fast allen großen Bühnen im deutschsprachigen Raum mit Regisseuren wie Peter Zadek und Peter Stein. Unter anderem auch am Berliner Ensemble.
Es wäre an dieser Stelle müßig, alle Film- und Theaterrollen aufzuzählen, alle Preise. Eine Kurzbiografie zu Bruno Ganz finden Sie hier>>>

Der Untergang

Die Fachwelt war sich einig: noch nie hat ein Schauspieler die Rolle „Adolf Hitler“ überzeugender gespielt als Bruno Ganz.
Der Film führt uns zurück in die letzten Tage Hitlers bis zu seinem Selbstmord im Berliner Führerbunker. Zugrunde liegen das gleichnamige Werk des Historikers Joachim Fest sowie die Erinnerungen Hitlers damals 25-jähriger Privatsekretärin Traudl Junge.
Der „Führer“ in Sudel-Orgien, sowohl seinen Generälen wie auch dem deutschen Volk gegenüber, das nichts besseres verdient habe, als unter zugehen. Die Heirat mit Eva Braun, der Selbstmord, die Verbrennung, der Giftmord der Magda Goebbels an den Kindern, schließlich deren und Joseph Goebbels Freitod.
Saufereien, Hurereien und Orgien der Paladine und ihrer Handlanger in den Nebenhandlungen. Keiner glaubt mehr daran, dass er seinem Schicksal entgeht, während der Führer in den wenigen lichten Momenten seines jämmerlichen Daseins noch immer über Landkarten sitzt, von Entsatz-Angriffen faselt und auf den Einsatz der Wunderwaffe hofft.

Die Parallelen

Als ich einige Berichte zu den Dreharbeiten las, entdeckte ich ziemlich weit am Rande ein paar Bemerkungen zum Haupt-Drehort Sankt Petersburg. Man hatte die Stadt aus dem Grunde gewählt, weil es dort Stadtteile gab, die sich noch in demselben Zustand befanden wie nach dem Krieg. Wohl bemerkt, der Film wurde in den Jahren 2003/ 2004 gedreht!

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F. C. Mey als Seekadett 1972

In mir kamen Erinnerungen hoch an das Jahr 1972. In dem Jahr besuchte ich als Seekadett auf einem Segelschulschiff zum ersten Mal das damalige Leningrad. Wie es sich gehörte, karrte man uns an all die Stätten der Erinnerung an die Belagerung der Stadt durch Nazi-Deutschland. Den Friedhof, die Denkmäler, Veteranen …
Dass man uns nur die halbe Wahrheit erzählte, wusste man seinerzeit nicht. Nach zwölf Jahren Indoktrination an den staatlichen sozialistischen Schulen.
Man verbot uns, bestimmte Stadtteile aufzusuchen. Das wunderte mich wenigstens, befanden wir uns doch in der „ruhmreichen“ Sowjetunion, in der alles schon ein wenig besser sein sollte als Anderswo. Mir fielen in Lumpen gehüllte, bettelnde alte Frauen auf, die, kaum dass sie aus Seitenstraßen heraustraten, von den stets zahlreich anwesenden Milizionären in Uniform wie in Zivil sofort wieder brutal vertrieben wurden.
Das Ungeheuerliche, einen mehrerer Hintergründe für das seinerzeit erlebte, erfuhr man erst nach der Wende, nachdem die Russen die bis dahin streng geheim gehaltenen Archive öffneten. Stalin hatte den Befehl erteilt, Leningrad nicht zu evakuieren. Die verhungernde und erfrierende Zivilbevölkerung im Rücken, sollte das den Kampfgeist der Rotarmisten bei der Verteidigung der Stadt steigern. Dass dieser Befehl nicht geheim blieb, liegt auf der Hand. Nicht wenigen Menschen in der Stadt war der bekannt. Es gab Aufbegehren, es gab Proteste, nicht alle waren ja überhaupt für dieses Regime. Nicht alle konnte man in den Jahren der Säuberungen umbringen oder in Gulaks stecken.
Wer aufbegehrte, wurde als Kollaborateur gestempelt. Ein probates Mittel aller Diktaturen: wer nicht für uns ist, der ist gegen uns. In der Nachkriegs-DDR ging dieser Spruch folgendermaßen: „Die DDR ist ein antifaschistischer Staat. Wer gegen die DDR ist, ist somit ein Faschist!“
Für diese „Kollaborateure“ (und für deren Nachkommen = Sippenhaft!) beließ man einige Stadtteile in dem Zustand, wie ihn die deutschen Belagerer herbei geführt hatten. Granat-Löcher in den Wänden, zerschossenen Fensterscheiben, kaputte Dächer. Dort sollten sie kampieren, ohne Arbeit, ohne hinreichende Versorgung, ohne ein ordentliches Dach über dem Kopf.
Ein Film, zwei Orte. Der eine der Drehort, der andere der Handlungsort. Zwei Schlüsselfiguren, zwei Massenmörder …

Das Buch – Der Film

der_untergang_film Der Tagesspiegel am 24.08.2004: Keine Frage, der Zweieinhalbstundenfilm, der Mitte September in die Kinos kommt, ist ein Ereignis – eines der sonderbaren Art. Am Wochenende mit einer Titelgeschichte im „Spiegel“ und großen Interviews in „FAS“ und „SZ“ bereits als unabweisbare deutsche Geschichtsstunde intoniert, hinterlässt er das Fachpublikum teils bedrückt, teils bedrängt, teils beeindruckt – aber auch spürbar ratlos. Spiegelt „Der Untergang“ das sich fühlbar wandelnde deutsche Geschichtsbild wider, das die Geschehnisse bald 60 Jahre nach Kriegsende mit wachsender Gelassenheit betrachtet? Ist die Auslöschung des „Dritten Reiches“ ein Stoff schon für einen Historienschinken in Hollywood-Dimensionen, den Eichinger mit seiner Constantin ausdrücklich selber realisieren will? Oder ist dies nach wie vor eher etwas für den geistig-moralischen Schulfunk? Wie notwendig ist „Der Untergang“ überhaupt? der_untergang_buch

Erster Befund: Der Film, mit 14 Millionen Euro Budget eine sehr teure deutsche Produktion, ist das Ergebnis einer sehr privaten Obsession. Bernd Eichinger, der selbst das Drehbuch schrieb, verrät zwar auch auf Nachfrage nicht das Ur-Motiv, das ihn „seit zwei Jahrzehnten“ zur filmischen Umsetzung dieses Themas drängt. Aber er ist zumindest unbescheiden genug zu behaupten, dass „ich der beste Autor dafür bin“. Und tatsächlich, das Drehbuch, das sich abgesehen von Eichingers knapp 250 Bände umfassender Nazithemen-Bibliothek im Wesentlichen auf Joachim Fests historische Nachstellung „Der Untergang“ und auf die Lebenszeugnisse der Hitler-Sekretärin Traudl Junge stützt, ist zumindest eine bündige Fleißarbeit. Mit dem Ehrgeiz, das Stimmengewirr der Zeitzeugen in Dialoge der im Bunker versammelten Protagonisten aufzulösen.


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2 Kommentare zu "Bruno Ganz ist tot"

  1. Er war wirklich einer der ganz Großen. So langsam sterben all unsere Idole weg und wir merken, dass wir selbst alt werden, Frank C. Ja, so ist das

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