Bausewein Ja oder Nein – Das OB-Wahlometer 2018

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Wahl zum Erfurter Oberbürgermeister – 15./29. April 2018

Schafft Bausewein zum dritten Mal den Sprung ins Rathaus?

Aktualisierung vom 16.04.2018

Die Frage aus der zweiten Überschrift scheint beantwortet zu sein

Schafft Bausewein zum dritten Mal den Sprung ins Rathaus?
Nach dem Ergebnis des ersten Wahlgangs neigt sich die Antwort zu einem „Ja“ hin. Doch zunächst die Gegenüberstellung des vorläufigen amtlichen Endergebnisses mit der Prognose vom 12.04.2018 (weiter unten nachzulesen).
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Gegenstand der Prognose war die Wiedergabe eines allgemeinen Stimmungsbildes sowie eines Trends. Der Vergleich mit den Wahlergebnissen zeigt, dass zwei wesentliche Aussagen zutrafen:
1. Die Reihenfolge der Platzierungen (bei Bausewein und Walsmann sind die Abweichungen geringfügig) und somit die Kandidaten für die Stichwahl.
2. Die mit 49 Prozent außergewöhnlich hohe Wahlbeteiligung (2006 = 37,2 Prozent, 2012 = 43,9 Prozent).
Dass Stange und Möller mit besseren Ergebnissen prognostiziert wurden, liegt daran, dass sich aus den Befragungen heraus im Vergleich mit der online-Umfrage eine etwas andere Wichtung der Stimmen ergab. Ähnliches trifft für Perdelwitz zu, dem man zu seinem Ergebnis durchaus gratulieren kann.
Das Zauberwort lautet nun „Stichwahl“ am 29.04.2018 – Was meinen Sie? Bausewein oder Walsmann? Stimmen Sie doch noch einmal ab (bitte nur wahlberechtigte Erfurter Bürger – alles andere nützt doch niemandem).

Was meinen Sie - Wer gewinnt die Stichwahl?

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Das OB-Wahlometer am 12.April 2018

Aktualisierung vom 12.04.2018 – Den Artikel, wie er am 24.03.2018 eingestellt wurde, können Sie im zweiten Abschnitt lesen.
Vor einer knappen Woche, am 8. April, gab es eine Zwischenbilanz. Die Grafiken sehen Sie hier verkleinert. Durch Anklicken sind sie zu vergrößern.
grafikobwahlometer-1grafikobwahlometer-2 Es war noch ein wenig Fleißarbeit nötig, um, wie ursprünglich angekündigt, das Wahlometer bis drei Tage vor der Wahl am Sonntag auf einen aktuellen Stand zu bringen.
Nach der online-Abstimmung, die vom 24. bis 26. März auf dieser Seite möglich war (Grafik mit den Ergebnissen im nächsten Abschnitt), wurden bis zum heutigen Tag mündlich (verdeckt) sowie fernmündlich (anonym) 219 wahlberechtigte Personen befragt, von denen 163 eine klare Antwort auf zwei Fragen gaben:
Frage 1: gehen Sie wählen, ja oder nein?
Frage 2: wenn ja, für wen haben Sie sich entschieden
Antworten, wie: interessiert mich nicht oder ähnliches, wurden in der Rubrik „Ich wähle nicht“ erfasst.
Die Befragungen fanden in den Wohngebieten statt (7 Antworten am Anger). Bei der Auswahl der Rufnummern wurde die Proportionalität der einzelnen Stadtgebiete weitgehend gewahrt. Bei der Auswahl der Wohngebiete wurden die verschiedenen Milieus berücksichtigt. Dennoch muss vorausgeschickt werden, dass Methode wie Ergebnisse dieser Umfrage nicht vollumfänglich dem entsprechen können, was die namentlich bekannten Institute im Vorfeld von Bundes- und Landtagswahlen veröffentlichen. Aufgrund der Anzahl der Beteiligten kann jedoch von einer hochgradigen Repräsentativität ausgegangen werden, die zumindest einen Trend zum Ausdruck bringt (in diesem Zusammenhang bedanke ich mich bei den zwei Helfern, die sich in der letzten Woche noch beteiligten).
Aus der Gegenüberstellung der online-Abstimmung mit den Ergebnissen der Befragung wurde eine Wichtung der Stimmen vorgenommen. Aus der Bewertung der für online-Befragungen typischen Fehlerquellen wurde ein Korrekturwert errechnet, so dass sich die Prognose auf insgesamt 538 Stimmen stützt, davon 265 Stimmen für die Kandidaten sowie 273 Stimmen „noch nicht entschieden“ bzw. „ich wähle nicht“
Daraus ergibt sich nachfolgende Wahlprognose (Stand 12.04.2018):

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Als sicher scheint, dass es zu einer Stichwahl kommt, an der der Amtsinhaber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beteiligt sein wird. Die in den letzten Tagen noch durchgeführten Befragungen brachten überwiegend Stimmen für Bausewein sowie für die drei Bewerber auf den Folgeplätzen. Daher gingen die Stimmanteile der übrigen Mitbewerber zurück. Ob Bauseweins Gegner|in Walsmann oder Möller heißen wird, mag spannend bleiben. Beide liegen dicht beieinander. Dass Karola Stange hier noch eingreifen kann, erscheint, wenigstens aus heutiger Sicht, eher unwahrscheinlich, obgleich sich ihr Ergebnis von 13,8 Prozent vor einer Woche auf 15,8 Prozent verbesserte. Somit verbesserten sich ihre Werte zu den Ergebnissen der online-Umfrage geringfügig.
In jedem der beiden Fälle, die sich hier ergeben, Walsmann oder Möller, hätte Bausewein für die Stichwahl einen strategischen Vorteil, der ihm das Rathaus sichern wird. Wenn es bei den hier prognostizierten nunmehr 27,5 Prozent (26,2 Prozent vor einer Woche) im ersten Wahlgang bleibt, so sei die Annahme gestattet, dass der Amtsbonus keinen geringen Anteil am Ergebnis haben wird.
Die Fehlerwahrscheinlichkeit bei den weniger gut platzierten Bewerbern 5 bis 8 ist, aufgrund der geringen Anzahl der abgegebenen Stimmen, höher als bei den Führenden. Daher können im Ergebnis der Wahl hier durchaus Schwankungen zwischen 2 bis 5 % auftreten.
Wenig verändert zur Vorwoche haben sich die noch nicht Entschiedenen sowie die Nichtwähler.
grafikwahlometer-4 Da bei der online-Abstimmung der Schwerpunkt auf den Kandidaten lag, wurden die Stimmen für „noch nicht entschieden“ und „ich wähle nicht“ aus den Befragungsergebnissen auf die Gesamtzahl der gewerteten Stimmen hochgerechnet. Angesichts der geringen Wahlbeteiligung an den beiden letzten Wahlen (2006 = 37,2 Prozent, 2012 = 43,9 Prozent) erscheint der Wert „ich wähle nicht“ in Höhe von 29,2 Prozent als zu gering. Wobei zu berücksichtigen sein wird, dass die AfD bei vorangegangenen Wahlen aus dem Kreise der Nichtwähler schöpfte. Daher kann durchaus die Aufstellung eines eigenen Kandidaten tendenziell auf einen Anstieg der Wahlbeteiligung schließen lassen. Mit 70 Prozent wird indes nicht zu rechnen sein, mit 50 +/- wohl schon. Signifikant bei den Befragungen war, dass nur ein Bürger, der sich zum Kandidaten der AfD bekannte, den Namen Möller nannte, während alle anderen aussagten, sie würden die AfD wählen.
Fazit also auch aus dieser abschließenden Prognose: es wird spannend!


Hier beginnt der Artikel, wie er am 24.03.2018 eingestellt wurde

Der Wahlkampf tritt in seine „heiße“ Phase

sarah_wagenknecht_und_karola_stange_anger_erfurt_22.03.18Am vergangenen Donnerstag, dem 22. März 2018, eröffnet auf dem Erfurter Anger durch DIE LINKE, deren Kandidatin Karola Stange keine Geringere als Sarah Wagenknecht als Wahlkampfhelferin einlud. Da mag die Frage erlaubt sein, ob Wagenknecht, die für ihre ambivalenten Äußerungen, unter anderem auch zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung, in der Linken nicht nur Freunde hat, ob sie ergo dafür sorgen soll, ehemalige Wähler der Linken, die zur AfD überliefen, zurück zu holen. Das Wetter war alles andere als gut – ein Omen? Stange trat schon einmal an, 2006, in dem Jahr, als Bausewein zum ersten Mal zum OB gewählt wurde. Knapp, im ersten Wahlgang fehlten Stange ganze 526 Stimmen, um in die Stichwahl einziehen zu können, die Bausewein schließlich gegen Hagemann (CDU) mit 60,2 % gewann.
Wenig später im „Kaisersaal“ die Runde der „Kleinen“. Veranstaltet von TA und TLZ, befragte Frank Karmeyer die Kandidaten, die wohl die geringeren Chancen besitzen sollen, als OB gewählt zu werden. Alles Männer, nebenbei bemerkt, die Kandidaten der Grünen, der Freien Wähler/ Piraten, der AfD, der Mehrwertstadt und schließlich der FDP. Eine einzige Frau wurde ja nicht zugelassen … Die „Elefantenrunde“ aus den Kandidaten der CDU, LINKE und SPD folgt am selben Ort am 4. April 2018. Vielleicht ein wenig frühzeitig, möchte man meinen. Das eine oder andere, was hier gesagt wurde und noch wird, mögen die Wähler vielleicht bis zum Wahltag wieder vergessen haben. Doch dafür gibt es noch zahlreiche Auftritte der Kandidaten in der Öffentlichkeit, an den Wahlständen. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Fragen zu stellen.

Ende der online-Abstimmung

Die online-Abstimmung wurde am 26.03.2018, 20:45 MESZ, beendet. Nachfolgend die Grafik mit dem letzten Stand:

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Ich möchte darauf hinweisen, dass dieses Ergebnis eine Momentaufnahme aus etwas weniger als 72 Stunden darstellt. Beeinflussungen dahingehend, z. B. dass nicht alle Teilnehmer in Erfurt wahlberechtigt sind, waren nicht völlig auszuschließen. Dennoch ist eine Tendenz erkennbar, die sich mit Befragungen deckt, die ich unter Bürger|innen verschiedener Altersgruppen in der letzten Woche begonnen habe und deren erste Ergebnisse nachfolgend sichtbar sind bzw., was geäußerte Meinungen betrifft, am Ende des Beitrages stehen.
Ich rechnete nicht mit einer derart regen Teilnahme und möchte mich hiermit bei allen Teilnehmern bedanken.
Der Beitrag wird bis zwei Tage vor der Wahl noch aktualisiert und dann dürfen wir alle am 15. April gespannt sein, wie weit die tatsächlichen Ergebnisse abweichen werden.

Bis zum 26.03.2018 wurden 60 Erfurter Bürger befragt. Davon gaben 41 ihre Stimme für die Kandidaten ab ( verdeckt). 19 haben sich noch nicht entschieden bzw. erklärt, sie gingen nicht zur Wahl.

Von den 41 für die Kandidaten abgegebenen Stimmen entfallen auf:

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Von den 19 geäußerten Meinungen bezogen auf die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen entfallen auf:

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Der Anteil der Nichtwähler wird sicher höher sein als hier dargestellt, da einige der Befragten nicht bereit waren, an der Befragung teilzunehmen.

Wird Bausewein der Amtsbonus genügen oder wird es wirklich spannend?

Der Auftritt Karola Stanges am Donnerstag war der erste öffentliche Auftritt einer Kandidatin/ eines Kandidaten, den ich miterlebte. Während Sarah Wagenknecht, die sich, wie sie in ihrem ersten Satz bereits aussprach, in kommunalpolitischen Fragen der Stadt Erfurt nicht auskenne, ihre nunmehr hinreichend bekannten bundes-, europa- und geopolitischen Wunschträume darlegte, wurde Stange schon konkret. Kostenfreier ÖPNV zum Beispiel, der, schaut man genau hin, gar nicht kostenfrei sein wird. Man denke über eine monatliche Zahlung jedes Bürgers in Höhe von … hm … hm …, ja, vielleicht 20 EURO nach. Sicher nur für Bürger, die über ein Einkommen verfügen, oder? Harz IV-Empfänger zahlen dasselbe wie … na, wie Beamte, zum Beispiel? Was wird mit denen, die objektiv nur ein bis zweimal im Monat in die Innenstadt müssen, weil sie, am Stadtrand wohnend, alle Einkaufs- und sogar Erholungsmöglichkeiten direkt vor der Nase haben? Was mit denen, die aus Überzeugung mit dem Rad fahren? Viele Fragen …
amtsblatt_erfurt_23.03.18
Indes stellt sich die Frage, wird Bausewein der Amtsbonus genügen? Seinen Machtbonus nutzt er schon mal aus, um auf der Titelseite des neusten Amtsblatts Wählerstimmen vom Berliner Platz einzuwerben. So einfach wie 2012, wo er mit knapp 60 % im ersten Wahlgang durch ging, wird es nicht wieder werden. Es weht inzwischen ein leicht rauerer Wind durch die Gassen ums Rathaus. Die Linke schickt ein Schwergewicht ins Rennen, keinen Anwalt, der gar nicht gewählt werden, sondern nur seinen Bekanntheitsgrad erhöhen wollte. Frau Walsmann als erfahrenen Politikerin … und wer weiß, wie viele ihr Kreuzchen hinter der AfD machen werden?
Eines scheint sicher zu sein: es wird spannend … Was meinen Sie?
reportagen_aus_erfurt_und_thüringen_2016

Eine Reihe von Fragen …

… die ich in den letzten Tagen an Bürger der Stadt auf dem Anger stellte:

Was verbinden Sie mit dem Namen Andreas Bausewein an Erwähnenswertem in dieser Stadt?

Antwort 1: Nicht viel Gutes. Die BUGA hätte jeder andere auch geholt. Die gehörte einfach einmal nach Erfurt, in die Blumenstadt schon aus Tradition. Den Petersberg haben die versemmelt, Bausewein und der Stadtrat. Mit der Arena haben sie uns belogen. Das wird ein Millionengrab, und wir bezahlen das alles … Mehr fällt mir nicht ein …
Antwort 2: Der hat doch was bewegt, BUGA, Arena, Kitas. Der soll mal weitermachen. Bloß nicht wieder die CDU …
Antwort 3: Ich wähle seit 1990 die PDS/ LINKE, egal wer da antritt. Bausewein? Gut, dass die SPD im Stadtrat mit der Linken zusammenarbeitet.

Würden Sie sich einen AfD-Oberbürgermeister für Erfurt vorstellen können?

Antwort 1: Kopfschütteln, Abwinken, dazu sage ich nichts.
Antwort 2: Ja, die machen endlich was, die anderen reden nur.
Zwischenfrage nach Antwort 2: Was meinen Sie, was DER besser machen würde?
Antwort: Alles
Antwort 3: Bausewein soll OB bleiben, was anderes interessiert mich nicht. Ich weiß nicht einmal, wer für die AfD antritt.

Was meinen Sie – Ist Erfurt in den letzten zwölf Jahren sozialer geworden?

Antwort 1: Kann ich nicht beurteilen, ich interessiere mich nicht für Politik. Die machen eh was sie wollen mit uns.
Antwort 2: Es wird von Jahr zu Jahr schlechter. Alles wird teurer, Bus, Bahn, Strom, Lebensmittel, nur mein Lohn ist seit zehn Jahren derselbe. Da können die doch im Stadtrat auch nichts dagegen tun. Da sind nur die Konzerne schuld.
Antwort 3: Ich wohne in Süd-Ost, da ist einiges passiert in den letzten Jahren. Die Plattenbauten sehen freundlicher aus, viel Grün, gute Einkaufsmöglichkeiten.
Dies noch als Anregung für die Kommentar-Funktion.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse.


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3 Kommentare zu "Bausewein Ja oder Nein – Das OB-Wahlometer 2018"

  1. Der Brausewein macht das doch sowieso wieder, gibt genug Dumme

  2. Nach dem ich das hier bei Dir gesehen habe, musste ich eine Warnung rausschicken… 🙂 >>>>>>> https://drieselblog.wordpress.com/2018/03/25/aufruf-es-geht-nur-um-eins-unser-erfurt-und-um-nichts-anderes/

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